Falconer - Stefan Weinerhall

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Das was ich mit meiner Musik in einem ganzen Jahr verdiene, bekomme ich in meinem „normalen“ Job circa in zwei Monaten!

FALCONER gehören zu den besten Vertretern folkiger Metal-Rhythmen und haben mit sechs Alben, Sängerwechsel und stilistischen Änderungen schon einiges an musikalischer Entwicklung durchgemacht. Bandleader Stefan Weinerhall, der früher noch bei den Viking-Kollegen von MITHOTYN die Saiten gezupft hat, spricht über die neuesten Entwicklungen im Falken-Lager, die wirtschaftliche Situation in Schweden und seinen eigenen Jobverlust. Natürlich kommt bei all diesen depressiven Themen die Musik nicht zu kurz, doch Stefan will uns noch nicht wirklich viel über die kommende Platte der Band verraten. Doch lest selbst...

Text: mat
Veröffentlicht am 06.07.2009

Hallo Stefan, ein paar Worte zu deiner aktuellen Befindlichkeit…

Hi Mathias. Was soll ich sagen? Ich fühle mich zurzeit total gut, da meine Sommerferien immer näher rücken und auch das schöne Wetter scheint sich langsam aber sicher durchzusetzen.

Ich bin total interessiert an deinen derzeitigen Arbeiten. Bastelst du bereits an Material für eine neue FALCONER-Platte oder konzentrierst du dich zurzeit auf andere Sachen?

Ab und zu arbeite ich schon an neuen Sachen, doch ich würde das jetzt nicht als intensiven Prozess bezeichnen. Zurzeit gibt es viele andere Dinge, denen ich mehr Aufmerksamkeit schenken muss, da bleibt mir nichts anderes übrig.

Die Veröffentlichung von „Among Beggars And Thieves“ ist auch schon bald wieder ein Jahr her. Was denkst du heute über das Album, mit etwas zeitlichem Abstand? Bist du zufrieden mit dem Erfolg und den Reaktionen zum Album?

Ich glaube… ja. Ich denke zwar immer noch, dass „Northwind“ unser bestes Album ist, aber „Among Beggars And Thives“ ist wirklich stark geworden und auch die Reaktionen der Hörer haben mich nicht überrascht und sind prinzipiell richtig positiv ausgefallen.

Warum habt ihr euch damals entschieden, ein Konzeptalbum wie dieses zu machen?

Dafür gab es keinen speziellen Grund. Ich wollte nicht wieder dasselbe machen wie immer. Ich denke, dass die meisten FALCONER-Songs ein gewisses Gefühl von Armut und Verzweiflung ausdrücken. In einem mittelalterlichen Sinne zumindest. Anstatt wie gewöhnlich einfach verschiedene Themen aufzugreifen, habe ich mich entschieden, mich auf die wirklich dunklen und depressiven Themen unserer Zeit zu konzentrieren. Dabei ging und geht es hauptsächlich um schwedische Probleme. Ich bin ein großer Geschichte-Fan, von daher war es nicht allzu schwer, Inspirationen und Wissen aufzutreiben.

Ich habe euren Tourkalender gecheckt und habe einen einzigen Auftritt in nächster Zukunft entdeckt. Warum sehen wir euch nur so selten in Aktion?

Das liegt hauptsächlich an Mathias (Anm. Verf.: Blad, Vocals). Er hat einen sehr engen Terminkalender, da er sein Brot hauptsächlich durch Musical- und Theaterauftritte verdient. Daher sind vor allem die Wochenenden bei ihm meistens ausgebucht. Wenn er gerade eine bestimmte Rolle spielt, hat er höchstens einen Tag in der Woche frei. Das ist dann meistens ein Dienstag und das ist nicht wirklich ideal für die Band, um einen passenden Auftritt an Land zu ziehen. Aus diesem Grund haben wir 2003 auch die Sängerposition ausgetauscht und das hat sich ja auch bezahlt… na ja, die Geschichte kennst du ja… Heute als Familienvater und Fulltime-Angestellter würde ich nicht einmal mehr die Zeit für mehr Live-Shows finden. Die Zeit und die Inspiration, die ich habe, verwende ich lieber für die kreativere Seite der Band. Mir wäre es außerdem lieber, dass die wenigen Shows, die wir spielen, besser und größer würden als die bisherigen. Aber dafür bleibt uns ja noch etwas Zeit.

Siehst du deine Bandkollegen öfters? Was macht Mathias gerade so?

Karsten und Magnus sehe ich ein paar Mal im Monat, bei Jimmy kann das schon mal etwas länger dauern. Mathias habe ich schon über ein Jahr nicht mehr gesehen, als wir das erste Mal für die London-Show geprobt haben. Er macht derzeit ein paar Sommertheaterauftritte und wird dann eine Fixanstellung bei einer Musicallocation angehen.

Warum hast du dich eigentlich dazu entschieden, diese Art von Musik zu spielen? Deine musikalische Vergangenheit mit MITHOTYN war dann doch etwas gänzlich Differentes…

Ich betrachte den musikalischen Stil eigentlich in einer einzigen Ebene und das ist der vokale Style. Die Musik beider Bands war melodisch und mit Folk angehaucht. Der Gesang geht aber in verschiedene Richtungen.

Warum heißt die Band überhaupt FALCONER?

Keine Ahnung. Es ist einfach und klingt cool!

Wo habt ihr den größten kommerziellen Erfolg? Bei euch in Schweden?

Nein, gar nicht! In Deutschland!

Bist du noch in Kontakt mit Kristoffer Göbel (Anm. Verf.: Ex-Sänger)? Was macht er derzeit?

Ich glaube, ich habe seit zwei Jahren nichts mehr von ihm gehört. Er konzentriert sich, soweit ich weiß, auf das Spielen von Cover-Songs. Ich kann dir sagen, dass das viel besser funktioniert als seine Originalsongs. Als Cover-Sänger rockt er richtig!

Welchen Hobbys gehst du neben der Musik nach?

Ich verbringe den größten Teil meiner Freizeit mit meinen Kindern und sehe gerne fern.

Welcher ist dein favorisierter FALCONER-Song und warum?

Ganz klar „Catch The Shadows“, da der Song den besten Refrain unserer gesamten Karriere hat! Außerdem hat er einen grandiosen, sehr weichen Piano-Teil in der Mitte zu bieten und ist generell ein sehr ausgeglichener Song. Nicht zu schnell und intensiv, aber auch nicht zu langweilig.

Hast du so etwas wie ein Lieblings-Album oder eine -Band?

Mein liebstes Album ist eindeutig BLACK SABBATHs „Heaven And Hell“. Die beste Band ist meiner Meinung nach JETHRO TULL mit dem Material aus den 70ern.

Wie ist die politische und wirtschaftliche Situation in Schweden? Spürst du die Auswirkungen einer kommenden Krise?

Oh ja, ich wurde nämlich von meinem Job aufgrund der Wirtschaftskrise gekündigt. Ich habe nur noch zwei Wochen an Arbeit vor mir. Diese Situation irritiert mich total, da ich dadurch kein neues Studio buchen kann. Wenn du mit einer neuen Arbeit beginnst, kannst du ja schlecht fragen, ob du gleich einmal vier Wochen frei nehmen kannst?! Schon gar nicht in der derzeitigen Situation! Na ja, irgendwie wird sich das Ganze hoffentlich schon regeln!

Das heißt also, dass du nicht von der Musik alleine leben kannst?

Genau. Das was ich mit meiner Musik in einem ganzen Jahr verdiene, bekomme ich in meinem „normalen“ Job circa in zwei Monaten!

Hast du viele Freunde im Musik-Business?

Nein, nicht wirklich, da wir ja nicht so oft live zu sehen sind, trifft man nicht so viele andere Bands. Die Leute, mit denen wir bereits gespielt haben, würde ich nicht unbedingt als Freunde bezeichnen. Das waren eher zwanglose Treffen, nicht mehr.

Vollende bitte diesen Satz: FALCONER ist für mich…

…meine Kreation, mein Hobby und Ausgleich.

Was können wir nun also von FALCONER in nächster Zeit erwarten?

Etwas anderes, das vielen gefallen und manche enttäuschen wird. Es wird etwas Neues für FALCONER und für die Fans werden und gleichzeitig auch eine einmalige Sache! Vier Songs sind bereits fertig.

Das klingt ja schon einmal aufregend! Nun würde ich noch gerne von dir hören, was dir zu folgenden Begriffen als erstes in den Sinn kommt…

Euer Debütalbum „Falconer“…
Überbewertet.

„Chapters From A Vale Forlorn“…
“Clarion Call”.

“Sceptre Of Deception”…
Nervt!

“Grime Vs. Grandeur”…
Unterbewertet.

“Northwind”…
Das Beste.

“Among Beggars And Thieves”…
Sehr dunkel.

Das funktioniert ja hervorragend. Hast du uns sonst noch etwas mitzuteilen?

Ja, vielen Dank für dieses Interview und euer Interesse. Danke und habt einen schönen Sommer!

Mit diesen Worten verabschiede auch ich mich…


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