RHAPSODY OF FIRE - Alex Staropoli

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'Ich wollte genau so etwas immer machen!' - Alex Staropoli über das neue RHAPSODY-Album 'The Frozen Tears Of Angels'

Nach mehrjähriger Abstinenz auf Grund von rechtlichen Streitigkeiten melden sich RHAPSODY OF FIRE dieser Tage endlich wieder mit neuem Album zurück, und im Zuge dessen durfte STORMBRINGER auch ein bisschen mit RHAPSODY-Keyboarder Alex Staropoli reden, und dem Tastenzauberer auf den musikalischen Zahn fühlen!

Veröffentlicht am 15.04.2010

Nach mehrjähriger Abstinenz auf Grund von rechtlichen Streitigkeiten melden sich RHAPSODY OF FIRE dieser Tage endlich wieder mit neuem Album zurück, und im Zuge dessen durfte STORMBRINGER auch ein bisschen mit RHAPSODY-Keyboarder Alex Staropoli reden, und dem Tastenzauberer auf den musikalischen Zahn fühlen!

SB: Halle Alex, vielen Dank für den Anruf! Wie geht's dir?

AS: Mir geht's super, danke!

SB: Na das hört man doch gerne! Dann begeben wir uns doch gleich mal in medias res: Es ist gut, RHAPSODY OF FIRE endlich wieder "on fire" zu sehen, sozusagen. Es ist ja mittlerweile einige Zeit seit euren letzten Aktivitäten vergangen; jetzt scheinen aber die ganzen rechtlichen Probleme aus dem Weg geräumt - wie fühlt ihr euch jetzt?

AS: Ah, wir können ja eigentlich gar nicht wirklich über diese ganzen Rechts-Sachen reden, und eigentlich wollen wir das auch nicht. Wichtig ist nur, dass wir jetzt wieder zurück sind, und das neue Album jetzt bald erscheint!

SB: Absolut! Und ihr seid ja jetzt auch bei Nuclear Blast gelandet, einem der größten Metal-Labels derzeit...

AS: Ja, das ist absolut fantastisch! Wir wollten schon seit langer Zeit gerne bei Nuclear Blast sein, die haben einfach so viele großartige Bands unter Vertrag, leisten sensationelle Arbeit was die Promotion angeht... und als wir bei Nuclear Blast erstmals vorstellig geworden sind, waren alle Leute auch extrem hilfreich und professionell. Alles in allem also eine super Sache!

SB: Schön zu hören; du hast bereits vorhin das neue Album "The Frozen Tears Of Angels" angesprochen, dass am 30. April erscheint, und auch dieses klingt wieder wie ein typisches RHAPSODY OF FIRE-Album. Würdest du sagen, dass dieses Album irgendwie aus eurem übrigen Backkatalog heraussticht, und wenn ja, wieso?

AS: Ja, also die ganze Bands ist natürlich immer sehr stolz auf jedes einzelne Album, wir haben in jeden Song immer viel Leidenschaft und Energie reingeteckt, und wollten unserer Liebe zur Musik damit Ausdruck verleihen. Diesmal war es aber etwas besonderes für mich - das Songwriting lief zwar ab wie immer eigentlich, aber diesmal wussten wir, dass dieser Teil unserer Saga eben in einer kalten, eisigen Umgebung spielt, und das wollten wir auch in unserer Musik vermitteln. Deswegen haben wir diesmal viele Sounds verwendet, die sehr anders sind.

Wir wollten einfach die Musik mit dem Ambiente der Saga verbinden, deswegen haben wir beispielsweise mehr akustische Gitarren verwendet, bestimmte Soundeffekte und Lösungen, um diesen etwas anderen Klang zu erreichen. Es gibt einfach in jedem Song eine gewisse "Magie", wenn du verstehst, was ich meine, haha. Ich wollte genau so etwas immer machen; die früheren RHAPSODY OF FIRE Alben sind natürlich auch alle fantastisch, aber da haben wir eben immer ein bisschen etwas anderes gemacht... Aber dieses neue Album entspricht nun mal genau meinen Vorstellungen!

SB: Ihr arbeitet ja nun schon seit "Symphony of Enchanted Lands II" mit Christopher Lee zusammen, und auch auf "The Frozen Tears Of Angels" ist er wieder zu hören, einerseits im Intro, aber auch in einigen Songs (und in den Voiceovers der Promo!) - wie kam denn diese Zusammenarbeit zustande, wer hatte da die Idee dazu? Wollte ihr ihn kontaktieren, oder hat sich irgendwie sein Management bei euch gemeldet damals...?

AS: Ah, das Begann eigentlich alles, als wir den "Herr der Ringe" im Kino gesehen haben! Wir suchten damals gerade nach einer wirklich guten Erzählstimme für unser nächstes Album, und als wir Christopher in dem Film hörten, waren wir sehr begeistert. Seine Stimme, der Klang, den er ihr geben konnte, und auch seine Interpretation und seine Schauspielerei waren super, und da versuchten wir einfach, ihn zu kontaktieren. Manchmal muss man einfach was probieren, haha.

Er hörte sich dann ein bisschen Musik von uns an, und es gefiel ihm - das war halt ein wirklich glücklicher Zufall! Es war auch sehr interessant, als wir ihn dann in London getroffen haben, um die Aufnahmen zu machen; wir redeten viel über Musik, Oper, Filme, und wir verstanden uns auch persönlich sehr gut mit ihm. Und es war dann sogar seine Idee, gemeinsam mit Fabio ein Duett zu singen! (Anm.: Magic Of The Wizard's Dream)

Also alles in allem hatten wir da wirklich viel Glück!

SB: Nun gibt es RHAPSODY OF FIRE ja auch schon ast 15 Jahre lang im internationalen Metalzirkus; "Legendary Tales" erschien damals 1997 wenn ich jetzt nicht irre... Ihr habt also schon eine durchaus formidable Anzahl an Alben im Backkatalog - welches von den ganzen Alben ist denn dein persönlicher Favorit?

AS: Ach, für mich ist das ganz einfach zu sagen, dass es das neue ist - eben wegen der schon angesprochenen Neuerungen und Veränderungen im Sound, die mehr extrem gut gefallen, weil es etwas ist, das ich eben immer schon machen wollte.

Aber natürlich kann man nicht vergessen, dass es für uns, ein paar Musiker aus Italien, schon sensationell war, dass auf einmal unsere Musik auf der ganzen Welt gehört wird... und insofern war "Legendary Tales" natürlich schon ein absoluter Meilenstein und eine extrem wichtige Sache für uns! Aber wir haben natürlich in jedes Album immer sehr viel Leidenschaft reingesteckt, und sind stolz auf alle...

SB: Ja, es gibt ja auch nicht wirklich ein "schlechtes" RHAPSODY OF FIRE-Album, insofern ist es da sicher schwer, einen Favoriten rauszupicken, haha...

AS: Haha, na vielen Dank!

SB: Auch diesmal habt ihr ja wieder einen italienischsprachigen Song auf eurem Album; wie wichtig ist das für euch, auch Songs in eurer Muttersprache auf euren Alben zu haben?

AS: Naja, einerseits ist das mittlerweile natürlich schon eine Art Tradition geworden für RHAPSODY OF FIRE, aber in erster Linie geht es uns um die Musikalität... denn das Italienische ist einfach eine sehr musikalische Sprache, und viele Dinge klingen einfach ganz anders wenn sie von Fabio auf Italienisch gesungen werden, als wenn er Englisch singt; und gerade bei Songs wie "Danza Di Fuoco E Ghiaccio" merkt man das ganz besonders.

Manchmal singen wir ja auch auf Latein, wie bei den wuchtigen Chören, und das ist ja dem Italienischen sehr ähnlich... und ganz besonders gut passt Italienisch eben bei langsameren Nummern, mit viel Pathos! Haha.

SB: Absolut! Hast du eigentlich einen Lieblingssong auf "The Frozen Tears Of Angels"?

AS: Ah, ich mag eigentlich das ganze Album... aber wenn ich einen wählen müsste, wär's wohl der Titeltrack! Aber das ist lustig, irgendwie hat jeder in der Band einen eigenen Lieblingstrack; aber das sagt ja nur, dass einfach viele gute Nummern auf dem Album sind, haha.

SB: Allerdings, und hoffentlich bekommen wir diese auch bald live zu hören! Wie sieht's denn da bei euch aus, ist schon eine Tour oder vielleicht auch Festivalauftritte für heuer in Planung?

AS: Hm, also bis jetzt konnten wir eben noch nicht wirklich mit einer Planung beginnen, aber jetzt geht's endlich los damit. Für uns ist es wirklich eine Art Comeback, und wir wollen unbedingt wieder live für Leute spielen, die einfach gerne unsere Musik hören wollen! Für die Sommerfestivals heuer wird's wohl schon etwas zu spät sein, da stehen die meisten Lineups ja schon... aber eine Tour sollte heuer noch definitiv kommen!

SB: Habt ihr eigentlich irgendwelche Lieblings-Festivals?

AS: Naja, früher haben wir ja auf einigen gespielt, also Wacken... und noch ein paar, aber ich hab die Namen jetzt vergessen, haha - wir haben einfach schon viel zu lange nicht mehr live gespielt, meine Güte! (lacht)

SB: Das stimmt! Nun, ihr habt ja auch immer eine massive Background-Story und Konzepte zu euren Alben; habt ihr da eigentlich jemals mit dem Gedanken gespielt, auch eine Art Rock-Oper mit verschiedenen Sängern daraus zu machen, oder war das für euch nie ein Thema?

AS: Hm, darüber haben wir eigentlich nie wirklich nachgedacht... Für uns ist es wichtiger, gute Gastmusiker die auch mal exotischere Instrumente spielen können, auf unseren Alben zu haben. So hat zum Beispiel mein Bruder jetzt auf unserem Album Flöte gespielt, dann haben wir natürlich die Chöre, die ganzen Streicher, Cembalo, Hörnern und so weiter... Darauf legen wir eigentlich mehr Wert. Wir wollten eigentlich auch von Anfang an immer nur eine Band mit einem einzigen Sänger; das hat einfach mehr den Charakter einen "echten" Band, falls du verstehst, was ich meine?

Ich meine, wenn du Joey Tempest hörst, weißt du einfach sofort: "Ah, das sind ja Europe!" Ganz einfach, weil Joey so eine markante Stimme hat. Und ich glaube, mi Fabio ist das genauso. Wenn du einen RHAPSODY OF FIRE-Song hörst und der Gesang beginnt, dann weißt du auch gleich: "Ah, das ist Fabio!"

Und es war immer extrem wichtig für uns, wenn die Fans sofort RHAPSODY OF FIRE mit unserm Sänger assoziieren!

SB: Um nochmal kurz auf eure (hoffentlich bald stattfindende) Tour zurückzukommen: Wo spielt ihr denn am Liebsten?

AS: Haha, einfach überall! Klar haben wir früher schon viel in Europa gespielt, hier lief es immer gut für uns... aber auch Südamerika war immer einzigartig, und Japan sowieso großartig... und auch in den USA und Kanada haben wir schon gespielt. Nur nach Australien haben wir's bislang noch nicht geschafft; das wär vielleicht mal an der Zeit jetzt!

SB: Ja, und hoffentlich stattet ihr dann auch Österreich einen Besuch ab!

AS: Absolut! Unsere Länder liegen ja so nah beieinander, und die Kultur ist nicht so verschieden... also wir freuen uns schon ganz besonders, wieder in Italien, Österreich und der Schweiz spielen zu können, und mit euch ordentlich Spaß zu haben!

SB: Ja, darauf freuen wir uns auch! Also Alex, ich danke ganz herzlich für den Anruf und deine Gedanken zum neuen Album, und hoffe, man sieht euch bald in Österreich!

AS: Ja, wir freuen uns auch drauf, vielen Dank für das Interview! Ciao!


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