Sabaton - Pär Sundström

Artikel-Bild

Wir werden hin und wieder gefragt, wo denn unsere Sachen für die Backing-Tracks stehen; die Wahrheit ist - wir haben keine! Wir spielen wirklich 100% live!

Das brandneue Album "Coat of Arms" steht schon in den Startlöchern, und anlässlich dieses anstehenden D-Day holen SABATON zum Erstschlag aus und stellten sich auch Stormbringer in Form von Basser Pär Sundström zu Verfügung!

Veröffentlicht am 03.05.2010

Das brandneue Album "Coat of Arms" steht schon in den Startlöchern, und anlässlich dieses anstehenden D-Day holen SABATON zum Erstschlag aus und stellten sich auch Stormbringer in Form von Basser Pär Sundström zu Verfügung!

SB: Hallo, wie läufts?

PS: Danke, gut - ziemlich viel am Telefon, haha! Aber mir geht's sehr gut, hab grade ein paar sehr gute Neuigkeiten erfahren...

SB: Neuigkeiten, die du mit uns teilen kannst, oder solche, über die noch Stillschweigen bewahrt werden muss?

PS: Haha, nein... es geht um die Ticketvorverkäufe für die kommende Tour; das wird ja eine ziemlich große Tour werden, und auch in einigen Ländern halt machen, wo wir bislang noch keine oder nur wenig Erfahrungswerte haben. Aber auch da läuft der Verkauf ziemlich gut, and deswegen bin ich eben so gut drauf, hehe.

SB: Na das hört man doch gerne! Aber ihr habt ja nun auch mit "Coat Of Arms" ein neues Album am Start, das in Kürze erscheinen wird, da ist wohl einiges an Promoarbeit angesagt. Nun, verglichen zum Vorgänger "The Art Of War" wirkt "Coat Of Arms" auf mich doch deutlich zurückgeschraubt was den Bombast-Faktor angeht; es erinnert mich von der Machart doch eher an Alben wie "Attero Dominatus"! War diese Entwicklung bereits beim Songwriting-Prozess angepeilt, oder ist das einfach so passiert?

PS: Hm, ja ich glaube, da kann ich dir zustimmen! "Art Of War" war definitiv etwas epischer und bombastischer, und auch auf eine gewisse Art und Weise dunkler, düsterer - das neuen Material ist definitiv "leichter", es geht sicher mehr in die Richtung von "Primo Victoria" und "Attero Dominatus"; es gibt diesmal ja auch kein einheitliches Konzept dahinter wie eben bei "Art of War".

Es sind einfach mehr einfache und eingängige Heavy-Metal-Nummern!

SB: Naja, Konzept gibt's ja bei SABATON schon irgendwie immer - und auch auf der neuen Scheibe habt ihr wieder verschiedenste Kriege, Konflikte und historische Begebenheiten ausgewählt, um sie zum Inhalt eurer Songs zu machen. Kannst du uns da vielleicht über einige Songs ein paar Hintergrundinformationen zukommen lassen? Ich fand beispielsweise "White Death" oder "Saboteurs" sehr interessant...

PS: Ja, also "Saboteurs" ist schon ein besonderer Song für mich, weil es eben um Schweden geht, aber ich mag den Song nicht nur wegen der Lyrics, haha. Aber bei unseren Themen ist es generell ja so - obwohl wir sehr geschichtsinteressiert sind und das dann gerne in unseren Songs verarbeiten, wissen wir natürlich auch nicht unbedingt so viel über Geschichte weltweit. Und wenn wir da mal ein Element aus der skandinavischen Geschichte herausgreifen, dann ist das natürlich nur ein kleiner Prozentsatz von dem Material, das in inhaltlicher Hinsicht weltweit verfügbar wäre. Und da sind wir immer sehr denkbar für das Feedback und die Vorschläge unserer Fans! Die lassen uns da immer wieder Ideen und Geschichten zukommen, und so können wir dann leichter etwas auswählen.

Diesmal haben wir uns aber inhaltlich jedenfalls fast ausschließlich auf den zweiten Weltkrieg konzentriert, ganz einfach weil dieser Konflikt eben sehr gut historisch dokumentiert ist und es so für uns einfacher ist, an historisch akkurates Material zu kommen, und andererseits weil er wohl doch das prägende Ereignis des vergangenen Jahrhunderts war, und so viele Länder und Nationen involviert waren.

SB: Das stimmt allerdings. Aber abgesehen von den "klassischen" SABATON-Tracks mit Kriegs-Thematik habt ihr mit "Metal Ripper" wieder einen Song am Start, der in der Tradition von Nummern wie "Metal Crue" oder "Metal Machine" steht; inwiefern passen diese Gute-Laune-Songs eigentlich ins Gesamtkonzept von SABATON?

PS: Naja, diese Songs wie "Metal Ripper", die repräsentieren irgendwie die Basis von dem, was SABATON ist, und worum es bei uns geht! Die Nummern sollen auch ein bisschen zeigen, dass wir nicht nur kriegsversessene Geschichts-Freaks sind, sondern uns auch selber gern mal mit einem Augenzwinkern betrachten. SABATON sollen eben auch einfach eine Heavy-Metal-Partyband sein, und nicht alles immer so bierernst und langweilig auf der Bühne präsentieren, auch wenn wir vielleicht über viele tragische Begebenheiten singen.

SB: Gerade bei solchen Songs wie "Metal Ripper", wo ihr Songtext-Zitate von verschiedenen Klassikern des Rock- und Metalgenres verarbeitet, aber auch bei Tracks wie "Cliffs of Gallipoli" hört man immer wieder auch musikalische Zitate von bekannten Bands; eben beim angesprochenen "Metal Ripper" natürlich das Intro von "The Ripper" von Judas Priest, oder bei "Gallipoli" die doch sehr deutlichen Parallelen zu SAVATAGE. Sind solche Zitate oder Anleihen auch eine Art "Ehrerbietung" gegenüber den Genrevorbildern?

PS: Haha naja, einerseits ist es sowieso schwer genug, irgendwas wirklich Originelles zu schreiben; es gibt wirklich wenige Bands, die ganze Genres erfinden oder revolutionieren. Und ja, auch bei uns kommt es immer wieder vor, dass wir uns eben von anderen Bands inspirieren lassen - ich zum Beispiel bin absolut ein großer SAVATAGE-Fan, aber ich finde doch dass zum Beispiel "Gallipoli" trotz einiger Parallelen ein sehr eigenständiger Song geworden ist.

Aber klar, manchmal baut man einfach unabsichtlich (aber manchmal auch in voller Absicht, haha) gewisse Teile ein, die man schon mal wo gehört hat. Joakim, der bei uns viele der Songs schreibt, ist zum Beispiel ein großer ACCEPT-Fan... und da passiert es dann schon das eine oder andere Mal, dass während des Songwriting-Prozesses jemand sagt: "Hey, warte mal 'nen Moment!" (lacht)

Aber ich sag immer - ein guter Song ist ein guter Song, und manche Bands können eine ganze Karriere darauf aufbauen, einen guten Song geschrieben zu haben, und diesen dann leicht abgeändert immer wieder zu bringen. Aber es bleibt trotzdem immer noch ein guter Song!

SB: Haha, das ist wahr! Du hast eingangs die im Herbst/Winter anstehende Headlinertour angesprochen; aber bevor wir dazu kommen, lass uns noch kurz über die "Art of War"-Tour reden, bei der ihr ja zunächst auch auf kleiner Clubtour als Headliner unterwegs wart, dann aber auch als Support von HAMMERFALL. Würdest du sagen, haben euch die Clubgigs mehr gebracht, oder doch die Supportmöglichkeit?

PS: Hm, also als wir auf unserer Headlinertour unterwegs waren, da konnten wir ja nicht damit rechnen, dass wir später dann sogar noch mit HAMMERFALL touren würden! Also klar, die Clubgigs waren schon schön - aber natürlich haben wir auch da hauptsächlich vor Leuten gespielt, die uns schon kannten. Insofern war natürlich die Support-Tour dann sehr wichtig für uns, weil wir da eben das ganze HAMMERFALL-Publikum erreichen konnten. Aber auch andere Supports, die wir bisher gespielt haben, wie etwa für EDGUY oder THERION, haben uns ermöglicht, auch ganz anderes Publikum anzusprechen. Sowas ist immer extrem wichtig.

Und es war auch ein großartiger Abschluss der "Art of War"-Tour, der uns sicher viel gebracht hat!

SB: Einige Festivals für den Sommer sind ja auch schon bestätigt - wisst ihr schon, wo ihr überall spielen werdet heuer?

PS: (lacht) Hehe, ja im Augenblick bin ich glaub ich der einzige, der da wirklich alles genau weiß! Aber einige Dates sind bereits auf unseren Websites veröffentlicht, und die restlichen sollten in den nächsten Tagen folgen. Aber ich kann soviel verraten - wir werden sehr beschäftigt sein diesen Sommer!

SB: Hast du ein Lieblingsfestival?

PS: Hm, ich würde sagen das Masters of Rock! Da werden wir heuer zum dritten Mal spielen, und dort haben wir wirklich einen schönen Aufstieg gehabt im Laufe der letzten vier Jahre. Das erste Mal haben wir am ersten Tag als Opener gespielt, dann irgendwo in der Mitte, und heuer werden wir dann als einer der headlinig Acts dabei sein; also das war immer ein gutes Festival für uns. Auch wenn ich eines als Privatperson besuchen würde, dann wär es wohl das Masters, weil es einfach sehr günstig ist und trotzdem immer tolle Bands bietet!

SB: Absolut, wir von Stormbringer werden da natürlich auch wieder vor Ort sein! Was ist für euch eigentlich wichtiger; live zu spielen oder Alben zu produzieren?

PS: Definitiv Live-Aktivitäten. Ja, absolut. Als wir damals begonnen haben, waren wir ja zunächst bei einem kleinen Stockholmer Label, und da war es kaum möglich, irgendeine Promotion außerhalb Schwedens zu bekommen, und da war unsere einzige Möglichkeit, auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu werden, eben viel live zu spielen.

Deswegen halte ich SABATON auch für eine sehr gute Liveband, weil wir immer noch Spaß daran haben, unsere Songs live zu präsentieren, selbst wenn wir auf einer sehr langen Tour unterwegs sind; auch dann bringen wir noch gerne die Energie auf, um die Liveshows spannend zu gestalten.

SB: Apropos live: heutzutage verwenden ja viele Bands auch live Backing-Tracks für Chöre und dergleichen, um den Sound live bombastischer zu gestalten. Macht ihr das eigentlich auch, oder ist bei euch alles 100% live?

PS: Haha, ja wir werden hin und wieder gefragt, wo denn unsere Sachen für die Backing-Tracks stehen; die Wahrheit ist - wir haben keine! Wir spielen wirklich 100% live. Manchmal spielen wir bei dem einen oder anderen Song vielleicht einen anderen Akkord im Vergleich zur Studioversion oder so, und da sind wir gerne flexibel. Wir haben halt ein paar ganz gute Sänger in der Band, und wir schaffen es auch so, die ganzen Harmonien, die wir im Studio haben, auch live zu reproduzieren.

Was natürlich nicht möglich ist, das sind die weiblichen Backing-Vocals. Aber selbst diese Harmonien singt meistens jemand live... nur halt ein Typ, haha.

Aber wir sind nicht alle gute Sänger - ich kann zum Beispiel überhaupt nicht singen, haha - aber auch unser Sänger hat es erst im Laufe seiner Bandkarriere gelernt, haha! Wir lernten Joakim damals auf einer Party kennen, und irgendwie redeten wir dann über unsere damals frisch gegründete Band... und wir fragten ihn, ob er denn ein Instrument spielen könne, worauf er meinte: "Ja, Kirchenorgel!"

Damit konnten wir natürlich nicht unbedingt so viel anfangen, aber dafür konnte er gut Songs schreiben. Also gaben wir ihm einfach ein Mikro und ließen ihn vorläufig singen, bis wir enen Sänger gefunden haben. Tja, wir haben nie einen Sänger gefunden! (lacht)

SB: Haha, aber andererseits macht ja gerade Joakims Stimme einen sehr prägnanten Faktor des SABATON-Sounds aus; ich glaube, es würde einige Leute geben, die SABATON nicht mehr so interessant finden würden, wenn ihr einen "klassichen" Powermetal-Sänger hättet...

PS: Ah, witzig dass du das ansprichst... Wir arbeiten nämlich grade an einem kleinen Side-Project, auf dem wir mit ein paar klingenden Namen der Powermetal-Sängerszene zusammenarbeiten wollen! Wir wurden nämlich immer mal wieder gefragt, ob uns das gefallen würde, wenn ein "klassischer" Powermetal-Sänger unser Material singen würde - und tja, wir wissen es einfach nicht! Und mittlerweile haben wir durch das viele Touren und die Gigs auch einige Freundschaften geschlossen, und wenn wir jetzt die Leute fragen, ob sie bei sowas mitarbeiten würden, dann sind die meisten gerne dabei - vor ein paar Jahren noch wär das sicher nicht so möglich gewesen!

SB: Ah, das klingt ja interessant! Werden dass dann neue Songs sein, oder ausschließlich alte?

PS: Hm, das müssen natürlich alte Songs sein - bei neuen Nummern hätten die Leute ja keinen Vergleichswert!

Wir bekommen aber immer mal wieder Anfragen bezüglich Covers... kürzlich etwa hat eine Epic Melodic Black Metal-Band angefragt, ob sie für ihr nächstes Album "Primo Victoria" covern könnten... Also da bin ich mal sehr gespannt darauf, wie das wird, haha!

SB: Für eure Tour im Herbst sind ja mittlerweile ALESTORM als erster Support bestätigt worden; ich halte das für eine hervorragende Wahl, weil sie glaube ich doch sehr gut zu SABATON passen was die Musik angeht. War das eigentlich eure Entscheidung, ALESTORM mit an Bord zu holen, oder war das eine Labelentscheidung?

PS: Ah, wir haben ALESTORM auf unseren Touren schon ein paar Mal getroffen, und so herumgewitzelt, ob wir nicht mal gemeinsam auf Tour gehen... Tja, und jetzt haben wir sie eben gefragt, und sie meinten nur: "Hell Yeah!" Tja, und so kam das zustande!

Wir schauen einfach, dass wir ein Paket aus "jungen und hungrigen" Bands haben, sozusagen... auch was den dritten Toursupport angeht werden wir hier sicher auch eine passende Band auswählen.

SB: Aber da ist noch nichts entschieden?

PS: Nein - wir haben aber wirklich sehr viele Angebote, also schauen wir mal!

SB: Stichwort Label - ihr seid ja nun seit einiger Zeit bei Nuclear Blast; wart ihr froh, bei NB zu landen, läuft alles zu eurer Zufriedenheit?

PS: Ja, absolut. Als wir uns erstmals mit Nuclear Blast getroffen haben, meinten sie, sie hätten schon länger ein Auge auf uns geworfen. Zu der Zeit waren wir aber auch noch in Gesprächen mit allen möglichen Labels - von den großen Major-Labels über die kleinere bis hin zur Möglichkeit, unser eigenes zu machen, haben wir alles in Betracht gezogen.

Es dauert auch fast über ein Jahr, bis dann der Deal unter Dach und Fach war, weil es eben ein langes hin und her mit den ganzen Plattenfirmen gab... Aber Nuclear Blast sind uns dann wirklich entgegengekommen und als wir merkten, dass sie es eben auch zu unseren Bedingungen machen wollten, war eigentlich alles klar!

SB: Das klingt ja mal super, hehe! Ihr seid ja auch im Booking Roster von Rock The Nation und werdet daher auf eurer Tour auch in Österreich vorbeischauen...

PS: Ja, und sogar drei Dates spielen! Als wir das hörten, fragten wir mal: "Ah... ok? Seid ihr sicher?" Aber sie meinten, das wär ihr Territorium, und dass wir das schon hinbekommen würden! Also wir freuen uns jedenfalls darauf! Österreich ist ein schönes Land, hier funktioniert immer alles wunderbar eigentlich.

SB: Apropos - ihr werdet ja auch am 15. Mai bei einer CD-Releaseparty im Wiener Escape vor Ort in Form eines eurer Bandmitglieder dabei sein! Was gab da den Ausschlag, gerade in Österreich mit dieser Promotour halt zu machen?

PS: Ja, das lag auch an den drei Gigs im Herbst! Wir dachten einfach - hey, wenn wir wollen, dass die Leute zu unseren Shows kommen, dann müssen wir einfach zu ihnen kommen! Klar müssen wir sowas auch in Deutschland machen, wo einfach der größte Markt für Powermetal ist, oder auch in Belgien, wo wir erstmals außerhalb Schwedens gespielt haben. Aber Österreich bot sich eben auf Grund der drei Gigs auch deutlich an!

Also wir freuen uns jedenfalls schon drauf, euch zu besuchen!

SB: Und wir freuen uns auf eure Besuche! Ich sage danke für das Interview, und alles Gute für das neue Album!

PS: Keine Ursache, auch ich sage danke! Bye!


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: LAMB OF GOD - Lamb Of God
ANZEIGE