Juvaliant - Robert Schönleitner

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Vermutlich haben wir auch aufgrund der momentanen Wirtschaftslage nicht unbedingt den besten Zeitpunkt für einen Plattenvertrag erwischt...

JUVALIANT-Gitarrist und Bandleader Robert Schönleitner über die langwierige Labelsuche und andere interessante Details zum Debütalbum "Inhuman Nature" der Salzburger Progressive-Metaller im Stormbringer-Interview!

Veröffentlicht am 10.06.2010

SB: Hallo Robert, wie geht's dir?
 
RS: Hi Sigi! Danke der Nachfrage, nachdem die vierwöchige Regenphase in Salzburg zu Ende, und unser Album seit heute endlich im Handel ist, könnte es momentan nicht besser gehen!

SB: Ihr seid nun endlich, nach wie ich weiß doch recht langwieriger, Labelsuche bei Limb Music gelandet! Erstmal herzlichen Glückwunsch dazu; wie geht es euch jetzt mit diesem Ergebnis, seid ihr zurfrieden?

RS: Danke dir! Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden, da Limb Music ja auch auf unserer Wunschliste ganz weit oben stand. Aber du hast recht, die Suche hat sich doch etwas in die Länge gezogen. Vermutlich haben wir auch aufgrund der momentanen Wirtschaftslage nicht unbedingt den besten Zeitpunkt für einen Plattenvertrag erwischt.
 
SB: Euer Debütalbum "Inhuman Nature", das wir ja bereits vor einiger Zeit - damals noch als "Demo", da noch kein Label dahinterstand - rezensiert haben, ist nun am 28. Mai offiziell erschienen. Was erwartet ihr euch von diesem Debüt? JUVALIANT sind ja doch eine recht progressiv ausgerichtete Band mit interessanten, aber natürlich auch verschachtelten und nicht ganz einfachen Songstrukturen; wie schätzt du da eure Chancen bei einem breiten Publikum ein, bzw. welches Publikum möchtet ihr ansprechen?

RS: Hinsichtlich unserer Erwartungen hoffen wir natürlich, dass wir die Leute von unserem Album begeistern können und uns mit der Zeit eine Fangemeinde aufbauen werden.

Prinzipiell würde ich sagen wir sprechen mit unserer Musik jeden an, der auf Metal steht. Denn auch wenn die Songstrukturen teilweise etwas anspruchsvoller sind, und man gelegentlich von einem Teil überrascht wird, ist trotzdem der rote Faden erkennbar.
 
SB: Was sind denn so die Haupteinflüsse an Bands, Musikern & Musikstilen, die bei euch für JUVALIANT stilprägend sind? Ihr seid ja zum Teil (oder zur Gänze?) auch "studierte" Musiker; welchen Einfluss hat diese Tatsache auf das Songmaterial von JUVALIANT?
 
RS: Am liebsten würde ich sagen, wir werden nicht beeinflusst, was natürlich so nicht stimmt. Denn das fängt ja schon an wenn man im Auto das Radio aufdreht (darum vermeide ich das auch so gut es geht:) Für das Songwriting bei Juvaliant sind Sebastian und ich verantwortlich. Und klar, jeder von uns hat so seine Favoriten die er gerne hört. Bei uns sind das aber zum Teil ganz unterschiedliche Bands und Stile, was vermutlich auch die Bandbreite auf „Inhuman Nature“ ausmacht. Unsere musikalische Ausbildung unterstützt uns natürlich zum einen beim Komponieren, zum anderen um bspw. eine Idee im Proberaum schnell umzusetzen.

SB: Wie habt ihr denn überhaupt als Band zueinandergefunden? Euren Sänger Thomas kannte ich zwar bereits als Frontmann bei CRYSTALLION, sonst waren mir die Namen deiner Mitstreiter allerdings nicht so geläufig... vielleicht kannst du uns da ein paar Einblicke geben in den Werdegang von JUVALIANT und den einzelnen Bandmitgliedern?

RS: Thomas und Sebastian kenne ich jetzt schon seit fast 15 Jahren. Wir haben früher gemeinsam bei „Unknown Dimension“, einer Salzburger Melodic Metal Band, gespielt. Nachdem sich die Band damals getrennt hat, haben Sebastian und ich weitergemacht und im Jahr 2003 „Fallen Angel“ (heute JUVALIANT) gegründet. Als wir 2006 auf der Suche nach einem neuen Sänger waren haben wir Thomas nach vielen Jahren wieder einmal bei einem Auftritt in Salzburg gesehen, und waren von seiner Stimme und Bühnenpräsenz überwältigt. Nach diesem Konzert haben wir uns getroffen und ihm unser neues Material vorgespielt, und er war von Anfang an begeistert und ist kurz darauf bei uns eingestiegen. Im selben Jahr haben wir auch Aleksandar (Bass) und Saso (Keyboards) kennengelernt und konnten sie für Juvaliant gewinnen. Die beiden haben zu der Zeit mit Sebastian an der Anton Bruckner Uni in Linz studiert.
 

SB: Wie verliefen denn die Aufnahmen zu "Inhuman Nature"? Habt ihr da viel selbst gemacht, oder doch hauptsächlich im Studio gearbeitet? Verlief alles nach Plan, oder gab es auch das eine oder andere Problem zu umschiffen?

RS: Wir wollten bei unserem Debüt Album keine Kompromisse eingehen und haben für die Umsetzung viel Zeit und Geld investiert. Darum haben wir auch, abgesehen von den Keyboard- und Orchester Parts, sämtliche Instrumente bei Jan Vacik in den Dreamsound Studios in München aufgenommen. Für Gitarre, Bass und Schlagzeug haben wir ca. eine Woche gebraucht, und dann noch eine weitere Woche für sämtliche Vocals. Dadurch, dass jeder von uns schon sehr gut vorbereitet ins Studio kam und die Songs bereits komplett durcharrangiert waren, gab es dabei keinerlei Probleme. Was das ganze Projekt etwas in die Länge gezogen hat waren die Arbeiten am Mix, da Saso ein bombastisches Orchester Arrangement geschrieben hat. Und um diese Vielzahl an Instrumenten perfekt im Gesamtgefüge einzubinden, waren einfach viele zusätzliche Stunden im Studio nötig.

SB: Wie sieht's denn nun mit weiteren Plänen für dieses (und das nächste) Jahr aus? Habt ihr schon Touren in Aussicht, oder sonst Livegigs? Was wären denn so eure "Traum-Gigs" zum gegebenen Zeitpunkt?

RS:Momentan können wir leider noch keine Termine bekannt geben. Wir haben zwar in nächster Zeit ein paar Sachen geplant, aber bis dato ist noch nichts bestätigt. Einer der ersten Auftritte wird vermutlich eine CD Präsentation in Salzburg sein, die wir für September geplant haben.

Eine Tour als Support für eine große Band zu spielen, zu der wir auch musikalisch passen, wäre natürlich unser Traum. Aber mal sehen was sich da demnächst tut. Vorerst müssen wir euch leider noch etwas vertrösten, aber sobald die ersten Gigs bestätigt sind werden wir es auf auf unserer Website www.juvaliant.com posten. Also bitte dran bleiben!

SB:Was hältst du generell von der Metalszene in Österreich; insbesondere natürlich auf die melodische Ecke bezogen, der ihr ja definitiv zuzuschreiben seid? Traditionell findet ja leider der melodische Metal in Österreich nicht unbedingt einen fruchtbaren Boden vor, in letzter Zeit gibt's aber doch ein paar Bands, wie etwa SERENITY, ECLIPTICA, oder nun eben auch JUVALIANT, die hier ein bisschen für frischen Wind sorgen. Wie siehst du das?

RS Ich finde auch, dass sich da in den letzten Jahren wirklich viel Positives getan hat, generell im Bereich Metal. Endlich gibt es wieder einmal österreichische Bands, die international Zeichen setzen, und der Welt da draußen zeigen, dass bei uns extrem hochwertige und innovative Musik produziert wird.

SB: Was haltet ihr bei JUVALIANT von den neuen Vertriebsmöglichkeiten (leider auch den illegalen) durch Internet, insbesondere natürlich Services wie iTunes, MySpace oder Youtube, aber auch den ganzen Tauschbörsen? Denkst du, die (legalen) Services helfen euch beim "Durchstarten" ins Business, oder schaden sie euch mehr?

RS: Ich sehe es so, gerade für Bands die im öffentlich rechtlichen Radio nicht auf und ab gespielt werden (wie wir;) bieten Plattformen wie MySpace, Youtube und Co. eine der wenigen Möglichkeiten den Bekanntheitsgrad zu steigern und international auf sich aufmerksam zu machen. Genauso finde ich, dass die legalen Downloadportale wie iTunes, Musicload usw. positiv für uns sind, weil die CD (oder in dem Fall mp3) jederzeit verfügbar ist und man dabei als Künstler zumindest eine kleine Beteiligung und Wertschätzung für seine Arbeit bekommt. Ich persönlich bevorzuge zwar immer noch ein Album das ich angreifen kann, mit Booklet usw., aber für diejenigen, denen das nichts gibt, sind Downloads eine gute Alternative.
Die Kehrseite der ganzen Internetbewegung sind natürlich die illegalen Tauschbörsen, die keiner Band helfen.

SB: Das wär's auch schon wieder von meiner Seite; ich wünsche euch jedenfalls mal viel Erfolg mit dem Release des Albums jetzt, und hoffe, dass man auch weiterhin so Hochklassiges von euch hört! Ich sage jedenfalls mal herzlichen Dank für das Interview! Hast du noch eine Nachricht an die Welt da draußen?

RS: Sigi, danke dir für das Interview und deine Unterstützung! An alle da draußen: hört euch unbedingt unser aktuelles Debüt Album „Inhuman Nature“ an, das ab sofort im Handel erhältlich ist. Wenn ihr auf progressiven Power Metal steht werdet ihr garantiert nicht enttäuscht! Außerdem freuen wir uns über jegliches Feedback von euch auf www.juvaliant.com bzw. www.myspace.com/juvaliant sowie auf Facebook. Bis dahin, machts gut!


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