Interview: Enforcer - Adam Zaars

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Jeder der uns als lahme Retro-Band bezeichnet wird sehen, dass wir das Herz und die Eier für echten Heavy Metal haben!

Die 80er-Jahre Heavy Metal Retrowelle rollt unaufhaltsam auf uns zu. Die schwedischen Earache-Vertragspartner ENFORCER gehören zweifellos zur Speerspitze ihrer Zunft. Für stormbringer.at nahm sich Gitarrist Adam ein paar Minuten Zeit.

Veröffentlicht am 15.07.2010

Hey Adam. Euer zweites Album habt ihr "Diamonds" getauft. Mit dem Debütwerk "Into The Night" habt ihr die Heavy Metal Szene vor zwei Jahren ordentlich umgerührt. Was versprichst du dir vom Nachfolger?

Wir erwarten uns von "Diamonds" einen weiteren Mosaikstein, der der Welt da draußen den Weg zum wahren Heavy Metal zeigt. Wir tragen die Musik in neue Territorien, geben dem ganzen einen neuen Sinn. Vor allem wollen wir, das DIO- und IRON MAIDEN-Hörer die uns als lahme Retroband bezeichnen, bemerken, dass wir das Herz und die Eier für echten Heavy Metal haben. Diese Anforderungen stellen wir.

Mit "Diamonds" könntet ihr ja alles Mögliche meinen. Weswegen ist das Teil nach diesem funkelnden Edelstein benannt?

Ganz einfach. Das Wort "Diamonds" klingt einfach wahnsinnig majestätisch, wenn du es als Album- oder Songtitel verwendest. Etwas Majestätisches zu erschaffen war genau das Ziel für das gesamte Albumkonzept und so haben wir nun eben den einzig passenden Titel gewählt.

Die Songs auf "Diamonds" dröhnen ja um einiges fetter aus den Speakern, was auch an der Installierung einer zweiten Gitarre liegen könnte. Außerdem habt ihr Tobias Lindqvist hinter den Viersaiter gesteckt. Was waren die Gründe für diese Veränderungen?

Es ist eigentlich ganz einfach: unsere Live-Shows benötigen einfach zwei Gitarren. Wir stecken unheimlich viel Arbeit und Energie in unsere Shows und du bist einfach mal enttäuscht, wenn der Sound mit einer Gitarre so dünn klingt. Das hat uns natürlich einige Zusatztüren geöffnet. Immerhin haben wir ein Hirn mehr für das Songwriting und es ist immer besser, wenn du die Solos auf dem Album von zwei Leuten anstatt von einem hast.

Grundsätzlich werdet ihr gerne in einen Topf mit IRON MAIDEN geworfen. Aber gerade auf "Running In Menace" orte ich doch deutliche L.A.-Metal Anleihen, speziell MÖTLEY CRÜE Referenzen. "Live For The Night" hingegen, riecht für mich stark nach Speed Metal. Aus welchem Grund seid ihr derart variabler geworden?

Das ist richtig Mann! Ich denke, dass Jonas (Drummer - Anm. Fo), der den Song geschrieben hat, stark von MÖTLEY CRÜE beeinflusst war. Ich persönlich stehe ja mehr auf die SCORPIONS. Unabhängig davon ist "Running In Menace" natürlich ein großartiger Song. Der Grund der Variabilität ist schlicht der, dass wir diesmal alle am Album mitgeschrieben haben. Auf "Into The Night" hat Olof (Sänger - Anm. Fo) eigentlich fast alles geschrieben, aber dieses Mal haben wir quasi bei Null begonnen und alles zusammen erarbeitet. Und dann ist es natürlich klar, dass fünf Kerle mehr Einflüsse bringen als ein Einziger. Das Album ist wirklich toll geworden. Ich höre von BLUE ÖYSTER CULT bis MAD MAX eigentlich alles heraus.

In Europa werden die ENFORCER Scheiben ja jetzt von Earache Records vertrieben. Wie seid ihr zu dem Deal gekommen und ist soweit alles in Ordnung?

Die Earache-People arbeiten mit uns bislang fantastisch zusammen, ich habe kein böses Wort zu verlieren. Es fühlt sich einfach gut an, dass die Leute von der Plattenfirma näher sind als die USA, so wie es damals war. Es macht einfach alles leichter. Well, wir haben Dan von Earache vor einigen Jahren bei einem unserer Gigs getroffen und hat sofort Interesse gezeigt. Und als wir soweit waren, dass wir mit "Diamonds" die Welt in ihren Grundfest erschüttern könnten, haben Heavy Artillery einfach bei Earache um den Europa-Vertrieb angefragt. Den Rest kennt ihr ja.

Die meisten von euch sind ja felsenfest in der Thrash-Metal Szene verankert. Warum huldigt ihr mit ENFORCER plötzlich den guten alten Heavy Metal der 80er?

Die Thrash Szene ist ja nur ein Teil des Bereiches, aus dem wir kommen. Wahrscheinlich aber bekannteste und öffentlichste. Puuh, ich kann dir da eigentlich keine genauen Gründe sagen. Ich würde sagen, dass es uns selbst einfach am besten wiederspiegelt. Und es ist nicht so, dass wir zwanghaft versuchen wie in den 80er Jahren zu leben, was doch so einige Leute glauben. ENFORCER sind einfach wir. Wer wir sind und was wir sind.

Im Sommer seid ihr ja auf einigen Festivals anzuteffen. Dann gibt's noch eine fette Tour mit BLIND GUARDIAN und STEELWING. Wie heiß seid ihr auf die Shows? Speziell BLIND GUARDIAN müssten es euch ja angetan haben nehme ich mal an.

Yeah, es ist großartig auf all diesen Riesenbühnen zu stehen. Nur dort können wir unser wahres Potenzial am Live-Sektor abrufen. Dort sind wir einfach am besten. Wir freuen uns wirklich riesig auf die nächsten Monate! Und BLIND GUARDIAN sind großartig, aber ich würde sie nicht zu unseren Idolen zählen.

Spandex, Nieten, Leder - das Outfit auf der Bühne ist ja auch bei euch alles. Würdest du sagen, dass es wichtig ist, diese Utensilien immer wieder zu verwenden, um das gewünschte Zielpublikum auch wirklich zu erreichen?

Nein, das würde ich nicht so sagen. Aber für uns ist es auf der Bühne einfach bequem in diesem Outfit. Ich habe schon oft versucht, einfach nur mit Jeans und dem üblichen Schnickschnack auf die Bühne zu gehen, aber es ist einfach nicht dasselbe. Auf der Bühne gehen wir einfach völlig in unserem Bandleben auf, ohne diese Dinge würden wir ENFORCER niemals glaubhaft rüberbringen können. Glücklicherweise sind das für uns Spandex und andere "klassische" Sachen. Wenn du es richtig benutzt, hast du damit ordentlich Klasse.

Noch ein paar Worte für deine österreichischen Leser:

Heavy Metal Rock!


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