Interview: Eschaton - Sethnacht

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Unsere Musik ist organisch und ein Teil von uns. Man muß der Musik ebenfalls Platz geben sich zu entwickeln und in einem zu wachsen.

Die Linzer ESCHATON geben Auskunft über ihre neue EP, ihre Philosophie hinter den Texten und warum wir sage und schreibe 6 Jahre auf neues Futter warten mußten...

Text: deimon
Veröffentlicht am 20.10.2010

Für alle, die Euch nicht kennen: stellt Euch bitte kurz mal vor!

Wir sind Eschaton. Eine Metal Band aus Linz in Oberösterreich.

Ihr habt ja gerade eine neue EP veröffentlicht – erzähl mal was darüber!

Unsere EP "An Instrument Of Darkness" ist seit 10. Oktober über unsere Webseite erhältlich. Als Gratis Download und als CD für 4 Euro. Wir haben die EP über die letzten Monate hinweg selbst aufgenommen und produziert. Chris Hörmann (http://chrishoermann.at) war für den Mix zuständig. Du kannst sie als Vorgeschmack für unser kommendes Album sehen. Das Material dazu ist bereits fertig geschrieben und wartet darauf aufgenommen zu werden.

Warum hat es so lange gedauert („Godmode“ erschien 2004), dass Ihr erst jetzt mit neuem Material am Start seid?

Das Problem waren Line-up Wechsel, die sich wirklich permanent seit kurz nach Beendigung von „GodMode“ eingestellt haben. Ich habe die ganze Zeit weiter Songs geschrieben, aber leider blieb kein Line-up längere Zeit stabil. Erst das Aktuelle, welches seit ca. 2 Jahren besteht. Da gab es klarerweise auch erst eine gewisse Zeit des Zusammenwachsens und aufeinander Einstellens, sowohl musikalisch als auch persönlich, denn wenn nur eine der beiden Komponenten nicht passt, geht alles über kurz oder lang schief.

Songtitel wie „Dominus Satanas“ sprechen eine eindeutige Sprache. Geht’s bei Euch textlich primär um den Deibel und eine antiklerikale Einstellung oder ist da mehr?

Zuerst einmal geht es bei den Texten von Eschaton um spirituelle Befreiung. Diese impliziert permanente Weiterentwicklung und diese spiegelt sich persönlich als auch in der Band wider. Deswegen bedeutet der Text und die Message dieses Songs heute etwas anderes für mich als damals.

Vereinfacht gesehen entwickelte sich die Band vom Konzept her in den letzten 12 Jahren von einer klassischen satanistischen, über eine setianisch orientierte, zu der Band die wir jetzt sind. Bezogen auf die Lyrics und „den Deibel“ bedeutet dies, das ich nicht mehr versuche, die Prinzipien und Aspekte, die diese Figuren repräsentieren in Worte zu fassen, da jede Gestaltgebung immer Grenzen impliziert, und diese bei wachsender und umfassenderer Bedeutung dessen, was man mit ihnen ausdrücken will, immer hinderlicher werden.

Sprich, es trifft alles von dir genannte zu, bei Eschaton geht’s um „den Deibel“ und das Antiklerikale, aber das wäre wohl nur ein geschätztes Prozent des Inhalts.
Das klassische satanische Konzept, die Rebellion gegen eine spirituell-versklavende Obrigkeit, kann nicht der Endpunkt der Entwicklung sein, denn was passiert nach der erfolgreichen Rebellion, wie drückt sich die „Umwertung aller Werte“ nach dem Sturz aus?
Tendenziell neigt man dazu ähnliche Strukturen unter anderen Namen oder Vorzeichen anzubeten und nur die eine Fessel gegen eine andere einzutauschen, das ist beispielsweise das Hauptkonzept eines anderen, noch unveröffentlichten, Songs von uns.

Wie kann man sich das Songwriting bei Euch vorstellen? Gibt’s da einen Chef oder fügen alle zusammen ihre Parts ein?

Durch die schon beschriebenen Line-Up Probleme der letzten Jahre habe ich einen Großteil des Materials allein geschrieben, teilweise noch mit ehemaligen Mitgliedern arrangiert.
Nachdem wir in der jetzigen Besetzung zueinandergefunden hatten haben wir diese Songs genommen, und so gut wie alle (selbst diejenigen des GodMode-Albums) neu arrangiert. Warum sollten wir denselben Song 6 Jahre lang immer gleich spielen und nie verändern?
Unsere Musik ist organisch und ein Teil von uns, wenn andere Menschen den Song spielen, klingt er anders, und manche Bands wagen dann auch Arrangements radikaler abzuändern. Man muß der Musik ebenfalls Platz geben sich zu entwickeln und in einem zu wachsen.

Das Songwriting für das neue Material sieht schon viel „egalitärer“ aus, sprich: jeder macht alles. Auch wenn ich das einzige Gründungsmitglied bin, fände ich es eine Verschwendung das musikalische und kreative Potential der anderen nicht zu nutzen.

Was bedeutet für Euch eigentlich Black Metal?

Black Metal ist die Musikrichtung die spirituelle Stärke glorifiziert und ausdrückt. Insofern sind für mich viele Bands, die nicht als Black Metal gelten Black Metal, sowie umgekehrt.

Was sind Eure persönlichen musikalischen Favoriten?

Wir hören alle sehr unterschiedliche Musik und jeder hat natürlich so seine eigenen speziellen Vorlieben, aber die wollen wir jetzt niemandem auf die Nase binden da wir generell keine privaten Informationen der Bandmitglieder veröffentlichen.

Was denkt Ihr über die österreichische (Black-)Metal-Szene?

Wir sind nicht wirklich in dieser Szene aktiv. Mann kennt zwar einige Bands persönlich und tauscht sich etwas untereinander aus aber grundsätzlich machen wir unser Ding und interessieren uns nicht sehr für andere. Aber zum Glück gibt es immer wieder ein paar Ausnahmen die sich vom Rest des typischen österreichischen (Metal) Einheisbreis abheben.

Wie siehts mit Livegigs aus?

Wir spielen gerne Live und sind in nächster Zeit wieder öfter auf der Bühne zu sehen. Bisher haben wir sehr viel positives Feedback zu unseren Shows bekommen was uns darin bestärkt unsere Songs auch live zu spielen.

Was kann man zukünftig von Euch erwarten?

In nächster Zeit werden wir wieder vermehrt live spielen und im kommenden Jahr unser neues Album aufnehmen. Dazwischen ist noch eine Split-EP geplant. Mit wem möchten wir an dieser Stelle aber noch nicht verraten.

TN, du spielst ja auch in der Post-Black Metal Band Liberation. Was gibts hier Neues zu vermelden?

Eigentlich nicht, wir arbeiten sehr langsam und bedächtig bei Liberation. Alles bis auf den Gesang ist bereits seit 2 Jahren fertig aufgenommen und gemixt. 2007 haben mit den Aufnahmen begonnen und seitdem haben wir uns sehr viel Zeit für die Umsetzung gelassen. Seit Ende 2008 haben wir eigentlich nicht mehr an den Songs gearbeitet aber es kann gut sein, dass es heuer noch einen als Preview zu hören gibt. Die Platte sollte aber trotzdem irgendwann nächstes Jahr rauskommen, doch das kann man bei uns nie genau sagen. Was wir dir aber jetzt schon sagen können ist, dass wir mit einem Gastsänger zusammenarbeiten werden und zwar Zeitgeist Memento von Repvblika, der unter anderem auch am letzten Anaal Nathrakh Album einen Song eingesungen hat.

Famous last words?

Danke für dein Interesse und das Interview.

Konx Om Pax


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