Gorgoroth - Infernus

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Alles ist gut verlaufen und wir können uns wieder völlig auf die Musik konzentrieren - 2010 war ein gutes Jahr für uns.

Mit der "Blackfest Over X-Mass"-Tour wurde der selige Feiertagsfrieden jäh unterbrochen. Wir unterhielten uns mit GORGOROTH-Bandchef Infernus, der sich relativ wortkarg zeigte und nur recht wenig über das kommende Album, sein Label und diverse Zukunftspläne gesprochen hat...

Veröffentlicht am 31.12.2010

GORGOROTH spielen ja erstmals seit über fünf Jahren wieder in Wien. Hast du daran noch Erinnerungen und was verbindest du mit diesen Gigs?

Ja, ich erinnere mich noch an alles. Alle Konzerte hier sind großartig verlaufen und dasselbe erwarte ich mir auch heute.

Die „Blackfest Over X-Mass“ Tour ist die dritte europäische Tour für GORGOROTH in diesem Jahr. Außerdem habt ihr auch einige Konzerte und Festivals in Mexiko und Südamerika gespielt. Wie ist das Jahr für die Band verlaufen nach all den Problemen in den Jahren zuvor?

Das ist genau das, was wir auch wollten. Wieder mit der Arbeit zu beginnen und uns völlig auf die Musik fokussieren zu können. Die Shows sind allesamt gut verlaufen, es war wirklich ein gutes Jahr für uns.

Wie waren den speziell die Gigs in Mexiko und Südamerika? Die Leute dort sind ja wesentlich enthusiastischer als in Europa. Funktioniert der Black Metal dort so gut?

Für uns ist wirklich alles gut verlaufen, wir haben immer gutes Feedback bekommen.

Habt ihr eigentlich mal schlechte Erfahrungen mit Fans gemacht, die möglicherweise Gaahl oder King bei GORGOROTH vermissen?

Nein. Ich vermisse sie nicht und ich glaube auch nicht, dass sie die meisten Leute die zu unseren Konzerten kommen vermissen.

Seit einigen Monaten arbeitet ihr auch am nächsten Album.

Ja, die Hälfte der Pre-Recording Sessions sind beendet.

Wann können wir mit dem Release des Albums rechnen?

Ich hoffe bis zum Ende des Sommers 2011, aber ich kann nichts Genaues versprechen. Wir arbeiten solange daran, bis wir wirklich zufrieden damit sind. Wir möchten das Material im Mai oder spätestens im Sommer fertigstellen und somit sollte das Album eben zu Sommerende oder Ende 2011 veröffentlicht werden.

Kannst du etwas über den Songwritingprozess oder das Konzept des Albums sagen?

Ich kann dir sagen, dass eben ein Teil des Albums bereits fertig ist. Wir haben mehr Zeit zur Verfügung und lassen uns auch mehr Zeit, um das Album auch gut hinzubekommen. Wir stecken wesentlich mehr Arbeit in das Album, als zuletzt.

Wird es ein Konzept für das Album geben?

Es wird sich im Vergleich zu den letzten Alben nichts ändern.

Ihr bringt ja auch euer Album „Under The Sign Of Hell“ noch einmal heraus.

Wir haben bereits alles aufgenommen und sind jetzt beim Editing. Im Oktober haben wir die Vocals aufgenommen und im November die letzten Gitarrenspuren. Im Jänner werden wir mit Tomas Asklund die letzte Bearbeitung machen. Wir wollen es so schnell als möglich fertigstellen.

Was ist der Grund, dass ihr dieses Album noch einmal neu aufnehmt?

Es gibt viele Gründe dafür, aber eigentlich ist diese Idee schon an die zehn Jahre alt. Zurzeit passt es gerade. Wir sind sowieso im Studio, um am neuen Album zu arbeiten und wir haben nach langer Zeit wieder ein funktionierendes Line-Up. Es war nicht schwierig die anderen von dieser Idee zu überzeugen.

Hast du dir schon einmal überlegt, auch die Alben an denen King und Gaahl mitgearbeitet haben neu einzuspielen? Oder würde es da schon an rechtlichen Problemen scheitern?

Ich habe keine Ahnung, was wir in der Zukunft machen werden. Ich kann und will auch nicht voraussagen, was irgendwann einmal passieren wird. Jetzt spielen wir „Under The Sign Of Hell“ neu ein.

Gitarrist Tormentor und Drummer Tomas Asklund sind ja reine Studiomusiker in eurem Line-Up. Warum spielen sie nicht auch live?

Das ist eine Frage, die du ihnen selbst stellen musst. Ich kann dir nur sagen, dass sie eben nicht live spielen und daher haben wir eigene Musiker für die Liveshows in der Band.

Gab es Schwierigkeiten damit, euren Livemusikern die GORGOROTH-Songs für Konzerte beizubringen?

Nein, es ist eine große Herausforderung aber kein Problem.

Du bist ja auch Gründer von Force Of Satan Records, wo sich einige Undergroundbands tummeln. Meines Wissens war die letzte Veröffentlichung 2009. Fehlt dir da die Zeit, um öfter Material zu veröffentlichen?

Es ist eine kleine Firma, kein großes Geschäft. Wir tun was wir können, um die Arbeit aufrecht zu erhalten. Wir investieren auch so viel wie möglich. Die neueste Veröffentlichung war eine 2-Track EP der israelischen Band TANGORODRIM, die bei Apocalyptic Empire Records lizenziert ist. Sie wurde in Norwegen aufgenommen und rund um Weihnachten veröffentlicht. Das ist das aktuellste Update.

Wie viele Bands hast du zurzeit unter Vertrag?

Hm… wir haben BLACK FLAME aus Italien, TRIUMFALL aus Serbien, OPHIOLATRY aus Brasilien und wir arbeiten auch mit TANGORODRIM.

Bringst du die Bands oft zu Liveshows?

Wir sind ein Label, keine Booking-Agentur. Natürlich würden wir sie gerne jeden Tag live spielen sehen.

Ich habe aber auch eher gemeint, dass du ja ein ziemlich gutes Netzwerk im Business haben wirst und den Bands dadurch Vorteile beschaffen kannst.

Ich könnte schon einiges beeinflussen, aber das wäre kein faires Business. Jeder muss die Kontrolle über seine eigene Situation übernehmen und ob sie müssen selbst entscheiden ob und wie oft sie live spielen wollen. Je öfter sie live spielen würden, umso glücklicher wäre ich natürlich darüber. Wir setzen keine bestimmten Erwartungen in die Bands, sie sollten einfach das machen, wozu sie Lust haben.

Gibt es weitere Nachwuchsbands, die dir aufgefallen sind, die du vielleicht unter Vertrag nehmen möchtest?

Nein, eigentlich nicht.

Es ist interessant zu beobachten, dass viele norwegische Black Metal Bands immer epischer und symphonischer werden, wie beispielsweise DIMMU BORGIR mit dem jüngsten Album. Was hältst du davon oder interessiert dich das gar nicht?

Ich beobachte diese Sachen nicht wirklich. Die Leute müssen selbst wissen, wie sie sich präsentieren, welche Alben sie herausbringen. Ich achte lieber darauf was ich mit GORGOROTH mache und konzentriere mich nicht auf die anderen Bands in Norwegen.

Herrschen nach den vielen Problemen mit King auch Animositäten zwischen dir und anderen Musikern, die mit ihm arbeiten und die du kennst? Mir fällt zum Beispiel Shagrath ein, mit dem er OV HELL laufen hat.

Ich kenne Shagrath nicht persönlich. Er ist ein Kollege im Business, ein Kerl, der im Metalgeschäft ist, genau wie ich. Wir haben aber keine engere Verbindung und daher gibt es für mich da keine Probleme.

Du hast auch viele Jahre in deinem Nebenprojekt ORCUSTUS gespielt und die Band 2008 verlassen. Warum hast du diese Zusammenarbeit beendet?

Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich der Band nichts mehr zu bieten hatte. Das war der Grund, warum ich bei ORCUSTUS ausgestiegen bin.

Planst du in der Zukunft an anderen Side-Projects teilzunehmen?

Nein, ich setze meinen ganzen Fokus auf GORGOROTH.

Eine nicht allzu ernste Frage: Hast du nach dem kommerziellen Riesenerfolg der „Herr der Ringe“-Filmreihe jemals bereut, die Band GORGOROTH benannt zu haben?

Nein, an sowas habe ich ja nie gedacht.

Wie sieht es mit den Shows für das nächste Jahr aus? Sind da schon Termine fixiert?

Ja, Ende März werden wir den vierten Teil unserer Europa-Tour spielen, Ende Mai den fünften und dann kommen bereits die Sommerfestivals und hoffentlich mehr Shows in Brasilien.

Also würdest du am liebsten öfter in Südamerika unterwegs sein?

Ja, das ist das Ziel.

Nordamerika und Asien auch?

Würden wir gerne, aber da ist bislang noch absolut nichts spruchreif.

Und an welchen Festivals werden GORGOROTH teilnehmen?

Das Booking beginnt im Jänner, davor kann ich noch nichts dazu sagen.

Konzertbericht findet ihr hier!
Fotogalerie findet ihr hier!


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