Hammerfall - Fredrik Larsson

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Wir sind einfach erwachsener geworden... wir tragen keine Spandex-Hosen mehr, haha!

Wenn die Speerspitze des europäischen Wahrmetalls ein neues Album auf dem Amboss liegen hat, dann lässt sich natürlich auch STORMBRINGER.at die Gelegenheit nicht entgehen, mit einem der Member der True Metal Band der Stunde, HAMMERFALL, ein kleines Pläuschchen zu ebendiesem neuen Album zu führen - darum lest nun, was es so über das kommende Werk "Infected" von Basser Fredrik Larssen zu hören gab!

Veröffentlicht am 10.05.2011

Wenn die Speerspitze des europäischen Wahrmetalls ein neues Album auf dem Amboss liegen hat, dann lässt sich natürlich auch STORMBRINGER.at die Gelegenheit nicht entgehen, mit einem der Member der True Metal Band der Stunde, HAMMERFALL, ein kleines Pläuschchen zu ebendiesem neuen Album zu führen - darum lest nun, was es so über das kommende Werk "Infected" von Basser Fredrik Larssen zu hören gab!

SB: Erstmal hallo Fredrik, und vielen Dank dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst! Wie geht's dir?

FL: Sehr gut, danke!

SB: Das hört man natürlich gerne, und das ist auch wenig verwunderlich, habt ihr doch mit HAMMERFALL ein brandneues Langeisen im Feuer, dass Mitte Mai das Licht der Metal-Welt erblicken wird. Ich red da gleich gar nicht um den heißen Brei herum - denn das erste, was dem geeichten Auge auffällt, ist natürlich, dass nicht mehr euer langjähriger Producer Charlie Bauerfeind für den Sound von "Infected" verantwortlich sein wird, sondern James Michael!

Und als langjährigen Fan von HAMMERFALL überrascht mich das natürlich schon einigermaßen, immerhin hat euch Charlie ja seit dem 2002er-Album "Crimson Thunder" begleitet. Wie kam es nun zu der Entscheidung, nun den Produzenten zu wechseln, und dann auch noch dazu einen Amerikaner zu nehmen, wo doch HAMMERFALL eine der typisch "europäisch" klingenden Bands schlechthin sein?

FL: Hm, ich glaub wir mussten als Band einfach mal was Neues machen. Ich meine, Charlie ist ein großartiger Typ und wir konnten immer super mit ihm arbeiten, aber es war einfach an der Zeit, mal einen Schritt zurück zu treten und uns anzusehen, was wir eigentlich machen. Wir waren einfach ein bisschen müde von diesem extrem polierten Sound.

Diesmal wollten wir einfach ein bisschen mehr Rock'n'Roll ins Album bekommen, wir wollten einen lebendigeren Sound haben.

Beim letzten Album zu Beispiel hatten wir Layer auf Layer von Gitarren, und es wurde einfach sehr viel nachjustiert... Diesmal haben wir dann einfach das ganze Material selbst aufgenommen, und wir haben für dieses Album auch die Verstärker gewechselt... und wir waren dann auch schon ziemlich zufrieden mit dem Sound!

Wir haben das Material dann an James Michael geschickt, und der war richtig überrascht, wie gut das Zeug schon klang, haha.

SB: Was denkst du sind die Hauptpunkte, in denen sich die Arbeit mit James von jener mit Charlie unterscheidet?

FL: Nun ja, hinsichtlich der Wahl von James... also Joacim und ich haben beide alte 6.A.M. - Platten zu Hause, und wir lieben die einfach! Und tja, wir wollten diesmal einfach etwas sehr Elementares machen, und wir dachten, James wär genau der richtige Typ für sowas und wir waren sehr gespannt, was er mit einer Band wie HAMMERFALL machen würde!

Ich finde, er hat einen tollen Job mit dem Mix und vor allem auch mit dem Vocal-Coaching von Joacim gemacht!

SB: Es ist ja gerade gestern die erste Single "One More Time" erschienen, habt ihr da schon Feedback bekommen, wisst ihr schon was über erste Verkaufszahlen?

FL: Haha, nein das ist noch ein wenig zu früh!

SB: Ich finde ja, dass die neue Single eigentlich sehr gut den Geist des gesamten neuen Albums einfängt. Was mir als langjährigem HAMMERFALL-Fan natürlich etwas bitter aufstößt ist die Tatsache, dass ihr diesmal weit weg seid von den super-eingängigen, typischen HAMMERFALL-Refrains, wie man sie noch von der "Legacy of Kings" etwa kennt; und stattdessen setzt ihr diesmal mehr auf lange Pausen und unerwartete Breaks, was letztlich zu für HAMMERFALL doch überraschend progressiven Songstrukturen führt. Ich kann ehrlich gesagt noch nicht sagen, ob mir all die Veränderungen wirklich gefallen!

Wie denkst du darüber, was war eure Intention hinter der musikalischen Ausrichtung des Albums?

FL: Naja, ich glaube wir sind einfach ein bisschen erwachsener geworden. Oscar sagte einfach, er könne nicht die gleichen Songs wieder und wieder schreiben, und letztlich schreiben wir die Musik ja hauptsächlich für uns; und da kann halt klarerweise nicht alles allen gefallen. Aber sobald du anfängst, die Musik nur mehr für die Fans zu machen, ist glaub ich die Luft sehr schnell draußen.

Klar ist dieses Album anders geworden, aber ich denke, die Schlüsselelemente, die man von HAMMERFALL kennt, sind alle noch da!

SB: Ja ich denke, das schlägt sich auch im Artwork nieder! Denn bislang gab es ja eigentlich immer den "Renegade"-Charakter auf den doch sehr comic-haften Motiven zu sehen - bei "Infected" setzt man aber auf simples schwarz, und sogar das Bandlogo hat einen neuen Anstrich bekommen. Wie kam es dazu?

FL: Ja wie gesagt, wir sind einfach erwachsener geworden... wir tragen keine Spandex-Hosen mehr, haha! Und da eben das Album auch anders klingt, wollten wir, dass sich das auch im Artwork widerspiegelt.

SB: Habt ihr schon Pläne, welche Songs ins Liveset kommen werden? Wie sieht's denn mit Tourplänen aus?

FL: Nein, nicht wirklich - wir haben noch nicht wirklich geprobt für die Tour, haha! Aber wir werden sicher ein paar der neuen Songs bei den Warm-Up Gigs jetzt Ende April in Deutschland ausprobieren, und sehen wie die so ankommen... Das werden kleine Shows in Clubs sein, das wird sicher interessant... aber dann haben wir natürlich auch eine Headliner-Tour geplant, aber da ist noch nichts fix. Zuerst kommen wohl mal ein paar Festivals im Sommer, und dann eben eine Tour im Herbst!

SB: Nun, inhaltlich geht's bei Songs wie "Patient Zero", "Dia De Los Muertos" oder "666 - The Enemy Within" ja doch recht düster zu, und ihr habt euch da scheinbar den beliebten Zombie- und Horrorfilmen als Themen verschrieben... Wie kam es dazu?

FL: Hm, das ergab sich eigentlich schon irgendwie von Anfang an, als wir an dem Album zu arbeiten begannen. Wir sind ja alle große Gruselfilm-Fans, wir sprachen auch viel über solche Filme... Und tja, Joacim war auch grade in so einer "Geschichtenerzähler-Phase", und so entstanden eben einige Songs, die inhaltlich und von der Atmosphäre her mit ähnlichen Dingen zu tun haben.

SB: "Infected" ist nun das zweite Album, dass in der "Neubesetzung" von HAMMERFALL nach dem Ausstieg von Magnus Rosén und Stefan Elmgren eingespielt wurde; was würdest du sagen, inwieweit unterscheiden sich die Spielstile von dir und Pontus (Norgren, Gitarrist) von jenen von Magnus und Stefan?

FL: Das ist eine schwierige frage... aber Magnus und ich, wir spielen natürlich komplett verschiedene Stile. Ich versuche natürlich, auch seine Parts möglichst originalgetreu zu spielen, aber ich spiele sie trotzdem irgendwie "auf meine Art". Aber von mir wird es live sicher keine Bass-Solos zu hören geben, das ist nicht so mein Ding, haha.

Und Pontus, der ist ein richtig talentierter Gitarrist! Und auch bei Stefans Solos spielt er meist eher die Hauptmelodie zwar sehr originalgetreu, aber packt dann doch mehr seiner eigenen Stilistik rein. Er ist glaub ich auch etwas mehr im Rock'n'Roll zu Hause als Stefan, zum Beispiel.

SB: Nun sind ja auch seit dem letzten Live-Dokument, der "One Crimson Night"-DVD, schon ein paar Jährchen (und auch Alben) ins Land gezogen - wie siehts denn aus mit einem neuen Livealbum, mit Songs der letzten drei Alben?

FL: Ah da haben wir schon öfter drüber gesprochen, aber konkrete Pläne gibt's da noch keine. Aber ich denke, das wird sicher passieren!

SB: Alles klar Fredrik, ich bedanke mich für die ersten Auskünfte zum brandneuen Album, wünsche euch natürlich alles Gute und viel Erfolg - und man sieht sich dann auf Tour!

FL: Danke, bis dann!


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