IN LEGEND - Bastian Emig

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Mit voller Hingabe Mucke zu machen ist ein Geschenk, und man sollte tunlichst darauf achten, dass einem alles andere in gesundem Maß schön am Arsch vorbei geht.

IN LEGEND haben ihr Debütalbum veröffentlicht und aus diesem Anlass konnte ich ein kurzes, aber sehr interessantes Interview mit dem Mastermind Bastian Emig führen.

Text: Chrissie
Veröffentlicht am 23.07.2011

Wie kommt man auf die Idee, so etwas wie Piano-Metal zu machen und wann kam der Entschluss, IN LEGEND zu gründen?

Da nie die Idee im Raum stand "Piano Metal" zu machen, gibts dazu leider auch keinen konkreten Zeitpunkt - der Begriff als solcher ist bereits irreführend. Wir bezeichnen unseren Stil eher als "Hand Hammered Piano Craft" - das steht uns und der Musik deutlich besser zu Gesicht.
Aber um die Frage dennoch halbwegs zu beantworten: Ich habe meine Musik irgendwann mit eigenen Mitteln realisieren wollen. Da sich meine Mittel harmonisch aufs Piano beschränken, war irgendwann klar, dass ich mich darauf erst einmal einlasse, bevor ich zu etwas anderem greife. Das Piano ist ein sehr vielseitiges Instrument, da sind die Grenzen noch lange nicht ausgewogen...


Gerade im Metal gibt es viele Hardliner, da kommen dann so Sprüche wie IN LEGEND ist kein richtiger Metal. Wie geht ihr damit um?

Mit Nachsicht. Wer CANNIBAL CORPSE erwartet, tut mir ein wenig leid, aber irgendwo ist sicher ne Biertheke in der Nähe. Aber ja, es stimmt - jetzt, nach zwei Monaten, seit dem das Baby draußen ist, haben wir schon unterschiedliche Reaktionen wahrgenommen. Es ist mehr als aufällig, dass sich die Schreiberlinge unterschiedlicher Genres gerne mit der Musik und den Texten auseinandersetzen, wohingegen die Metaller sich gerne am vermuteten Konzept dieser Band aufgehängen. Viele haben da früh weggehört.
Uns ist das relativ egal, jeder darf hören was er will - lediglich wenn die Kritik ausschließlich zugunsten des eigenen Geschmacks und auf Kosten der eigenen Berichterstattung geht, dann gehts mir schon ein wenig auf den Sack - wenn da jemand schreibt: Songwiting: scheiße, Mucke: scheiße, Sound: scheiße... da komme ich mir nicht nur als Musiker, sondern auch als Leser verarscht vor, da sich der Schreiberling offensichtlich nicht mit dem Produkt auseinander gesetzt hat. Aber Metal ist Gott sei Dank weiter als der Horizont vieler Leute, die darüber schreiben.


Um was geht es in den Songs auf eurem Album "Ballads ‘n’ Bullets"?

Die Erschaffung dieses Albums hat sich über lange Jahre hingezogen - es war kein einfacher Weg - diesen dennoch zu bestreiten, sich selbst beizustehen, selbst dann, wenn es scheinbar kein anderer mehr tut, an sich zu glauben und weiter zu gehen - davon handeln einige Texte. Auch vom Grenzen ziehen, sich selbst nicht abhanden zu kommen und sich dem Leben
zuzumuten - das alles hat mich über die letzen Jahre begleitet und wollte irgendwie festgehalten werden.
Der Song "Heya" bringt das ganz gut auf den Punkt...


Wie läuft das bei dir ab, wenn du Songs schreibst...was ist da zuerst in deinem Kopf und von was lässt du dich inspirieren?

Ich habe 'ne Menge unreifer Songs in mir rumfliegen - unzählige. Meine Wände sind voll geschrieben und bedeckt mit irgendwelchen Papierfetzen und Notizen... Ich wühle mich da so durch, gemäß meiner Laune... nach welchem Song ich mich gerade fühle ist mein innerer Taktgeber, der bestimmt wo die Reise und Bemühungen hingehen - einen Song schreiben und aufnehmen ist allerdings harte Arbeit. Ganz klar. Keinem kommen goldene Worte aus dem Mund geflogen und die Finger gleiten wie von selbst über das Instrument - dem ist leider nicht so.
Inspiration finde ich häufig in Absurditäten - und Reisen, da kommen 'ne Menge Eindrücke mit, die irgendwann verarbeitet werden wollen.


Wie lange dauert es ungefähr, bis ein Lied wirklich fertig ist?

Also das ist unterschiedlich. Wenn ich für andere Leute Lieder schreibe, dann bin ich recht fix bei der Sache. Da kann ich mich dann zwar auch verlieren, aber hier dominiert ne Deadline, eine gewisse Erwartung, etc... Da schaffe ich es, die Dinge recht schnell auf den Punkt zu bringen. Meine eigenen Lieder hingegen sind oft kleine unerzogene Kinder, denen ich das Laufen
beibringen möchte - dabei sind sie längst Spitzenläufer und ich merk' es gar nicht...
Abstand zu finden ist eine meiner wesentlichen Übungen :-)



Ist schon ein Nachfolgealbum in Planung?

Ja, unbedingt. Zwar liegt unser Fokus derzeit möglichst viel live zu spielen, man darf uns auch gerne direkt anfragen, wir freuen uns über jede Bühne - der Nachfolger ist dennoch bereits Gegenstand meiner Bemühungen - ich bin allerdings gerade mehr mit Sound, als mit Songs beschäftigt. Da wird sich eine Menge tun, so viel kann ich schon mal verraten - der Nachfolger wird
definitiv neue Klangwelten bieten.


Wie sieht es mit Live-Auftritten aus, wann und wo kann man euch hier in Österreich in Fleisch und Blut sehen?

Sehr gute Frage - ich leite sie weiter an lokale Veranstalter und freue mich über Mails! Derzeit planen wir für Ende des Jahres 'ne Tour, ich denke dass wir gerade im Frühjahr und im nächsten Sommer häufiger zu sehen sein werden - dieses Jahr sind wir leider noch'n bissl mit unseren anderen Bands beschäftigt, Daniel ist z.B. mit seiner Surf Rock Kapelle in den Staaten, ich werde ab Oktober mit VAN CANTO durch Europa trommeln - aber gut Ding will Weile haben, wir werden definitiv zu sehen sein.

Wer hat dich in deiner Laufbahn als Musiker am meisten beeinflusst?

Das ist schwer zu sagen - Ich ertappe mich in letzter Zeit häufig dabei, mir die Musik vor neuen Einflüssen bewahren zu wollen, z.B. vor dem Business, vor Erwartungen, vor Druck, etc... All das sind ja keine Umstände, die einen zum ersten Mal ans Klavier oder die Trompete getrieben haben. Mit voller Hingabe Mucke zu machen ist ein Geschenk, und man sollte tunlichst darauf achten, dass einem alles andere in gesundem Maß schön am Arsch vorbei geht. Sich von seinem Instinkt leiten lassen ist allerdings ein wichtiger Einfluss - sich diesen Mut zu bewahren, demnach zu handeln. Verrückt eigentlich, dass man in gewissen Punkten Mut braucht um gemäß der eigenen Natur zu handeln, nicht?


Du bist ja neben IN LEGEND noch sehr mit VAN CANTO eingespannt, wie schafft man das, mehrere Projekte gleichzeitig zu bewältigen?

Ach eigentlich ganz gut - der Tag hat ja 24 Stunden. Klar müssen wir uns für Touren absprechen, aber vielmehr ergänzen sich VC und IL sehr. Stef und ich machen schon seit über der Hälfte unseres Lebens gemeinsam Musik, so etwas von sich behaupten zu können, ist großartig.
Musikalisch sind beide Bands sehr unterschiedlich, da nehmen wir uns niemanden vor der Bühne weg - wenngleich wir 'ne Menge großartiger Fans haben, die auf beiden Touren mit am Start waren und die Entstehung von IL im Vorprogramm von VC hautnah miterlebt haben. Das war sehr schön - die Zukunft wird es weisen, wir sind allerdings sehr zuversichtlich.


Hast du noch ein paar abschließende Worte, die du unseren Lesern gerne sagen würdest?

Na klar! :-) Der Dennis, der Daniel und ich freuen uns über euer Feedback - wir sind aus Fleisch und Blut und können kommunizieren - wer mag, darf uns kontaktieren, unsere Mucke hören und gerne auch Teil der Legende werden - einfach unserem Streetteam anschließen!
Unter www.inlegend.de gibts mehr Infos, Musik und Videos - wir freuen uns über jeden, der mit offenen Ohren auf uns zu kommt!

Und ich möchte mich bei Bastian für dieses offene Interview, auch im Namen von Stormbringer, bedanken!


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