12.09.2004, Komma

Threshold

Text: Reini
Veröffentlicht am 01.01.2005

Schlichtweg beeindruckend und absolut unterstützenswert was die Mannschaft vom Komma in Wörgl da so für Packages nach Österreich - und das teilweise exklusiv - befördert. War es im August ANTHRAX und Altmeister Ronnie James DIO, so hatten sich für den 12. September THRESHOLD und DEAD SOUL TRIBE angesagt. Da dies auch ein Exklusiv Österreich Gig war, blieb dem geneigten Rezensenten nichts anderes übrig, als sich gen Westen zu orientieren und die (fast) 4-stündige Autofahrt auf sich zu nehmen. Das Komma erwies sich sodann als äußerst schmucke und gemütliche Cafe-Bar, die mit 2 Konzerthallen aufwarten kann. Besagtes Package durfte im kleineren, familiäreren „Kellerstüberl“ agieren, das im Laufe des Abends dann auch mehr als ordentlich gefüllt war. Bevor wir zum eigentlichen Hauptpunkt dieses denkwürdigen Sonntages kommen, möchte ich die Gelegenheit nutzen mich bei einigen Leuten zu bedanken. Das da wären Alex für die Organisation der Karten, Gerhard vom Komma fürs Bereitstellen der Karten, Caroline Treitler für die fantastischen Fotos (unter www.photopit.com gibt’s von diesem Konzert noch hunderte weitere zu bestaunen) und die Herberge, sowie Werner fürs Zusammenfassen des Threshold-Gigs.

Divine Temptation

Die Tiroler Lokalmatadore Divine Temptation hatten die ehrenvolle, wenn auch nicht gerade leichte Aufgabe diesen Event zu eröffnen. Die Ausgangslage war auf Grund des miserablen Sounds (außer Bass und viel Schlagzeug war der Rest eher zu erahnen, denn zu hören) schon mal nicht wirklich die Beste. Das was man jedoch zu Ohren bekam, bestätigte die allgemeine Meinung, dass die Musiker technisch über jeglichen Zweifel erhaben sind, für meinen Geschmack allerdings viel zu oft den Balanceakt auf dem dünnen Pfad hin zur Griffbrettwichserei einschlugen. Jeglicher halbwegs nachvollziehbare Part Ihrer Songs wurde spätestens nach 10 bis 15 Sekunden zerstückelt bzw. zerfrickelt. Da darf es dann nicht wundern, wenn eine stattliche Anzahl (inklusive meiner Einem) von Zusehern es vorzog, in der Lobby bei Gerstensaft den Smalltalk zu frönen.

Dead Soul Tribe

Wie man technisch einwandfreien, aber dennoch emotionellen Sound fabriziert, erfuhren wir dann knappe 2 Stunden später, aber vorher war noch „The Strange Mind of Buddy Lackey“ an der Reihe *upps der heißt ja jetzt Devon Graves und seine Band Dead Soul Tribe hatten derlei Probleme nicht – der Sound war glasklar und ziemlich fett, das Publikum fraß Devon förmlich aus der Hand und der Meister genoss seinen Auftritt nach allen Regeln der Kunst.

Die mittlerweile super funktionierende Band (besonders hervorzuheben Drummer und ja jetzt auch Co-Songwriter Adel Moustafa, der wahrlich Großes hinter seiner Schießbude leistete) glänzte mit altbekanntem (u.a. „Some Things You Can’t Return vom „Murder of Crows Album), die neuen Stücke wie z. B. „Spiders & Flies“ fügten sich nahtlos ins Programm ein und der wahrscheinlich „Best Psychotic Waltz Song ever“ „I Remember“ war einfach nicht von dieser Welt. Irgendwie wurde man während des Auftrittes von Dead Soul Tribe das Gefühl nicht los, Devon hat sich irgendwo in den unendlichen Weiten des Kosmos seine ureigene Parallelwelt erschaffen, und jeder im Auditorium der gewillt ist diese mit ihm zu bereisen, wird vom Meister persönlich an der Hand dorthin entführt. In Worten schwer zu beschreiben dieser Auftritt, diese Band muss man spüren, in sich aufsaugen, nur so kann man die Emotionen des vorgetragenen Liedguts vollends genießen. Ganz, Ganz Groß das Ganze – Gänsehautmusik par Excellenze.



Threshold

Es war sicher kein leichtes Unterfangen für das Briten-Sextett, nach dem berauschenden Auftritt von DEAD SOUL TRIBE einen draufzusetzen, zudem man aber Fairerweise die jeweils völlig anderen Grundkonzepte der beiden Kapellen nicht außer Acht lassen sollte. Mit “Mission Profile“, dem Opener des aktuellen Albums, gings programmgemäß los und die Leute staunten Sekunden später beim Anblick von Sänger Mac nicht schlecht, als der mit schwarz/weiß karierten Rock gekleidet sogleich die Bühne enterte. Aber der Gewöhnungseffekt hierfür und jener der gesamt etwas passiv wirkenden Restmannschaft stellte sich allmählich ein und so konnte man in weiterer Folge den Set, mit Ausnahme von “Into The Light“ erwartungsgemäß aus Stücken der McDermott-Ära gespickt, ohne “Gefahr“ vermeintlicher Überraschungen (bis auf ein paar kurze liebenswerte “Aussetzer“ des Sängers) gemütlich aufsaugen. Da trugen die Emu ähnlichen Kopfbewegungen des neuen Bassers Steve Anderson auch nicht sonderlich dazu bei. Steve war übrigens das privilegierte Opfer Mac´s manischer Phasen, als der sich z. B. an den wegstehenden Saiten dessen Langholzes vergriff. Vielleicht gehört es einfach zum feinen englischen Stil, diese “nüchterne“ Performance - oder man hat im Laufe des Banger-Daseins schon zuviel langmähnige, herumtobende Musiker on Stage erlebt. Wie dem auch sei, THRESHOLD`s Musik spricht ohnehin für sich. Die Truppe spielte ihren Set wirklich tight bzw. (fast) fehlerfrei und wenn es einen kleinen Kritikpunkt bezüglich Mix gab, war´s ähnlich dem ANTHRAX Konzert ein schwer definierbarer Bassdrum-Sound und der etwas zu leise abgemischte Gesang. Die weitere Setlist: “Ground Control“, “Freaks“, “Long Way Home“, “Falling Away“, “Pressure“, “The Ravages Of TIme“, “Light And Space“ und als Zugabe “Fragmentation“. Ein obligatorischer Streifblick in die Minen der Metallerschaft zwischendurch verriet große Zufriedenheit, aber genauso wahre Begeisterung, was durchaus nachvollziehbar ist, denn Rudelsführer Karl Groom und Mannen gehören mittlerweile zu den eigenständigsten Konstanten unserer geliebten Musik.


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