10.04.2006, Arena

IN FLAMES, SEPULTURA

Text: daniel
Veröffentlicht am 14.04.2006

Montag Abend und die Dinge stehen gut, ich bin auf dem Weg in die Arena um zwei meiner ersten harten Lieblingsbands nach längerer Abstinenz mal wieder live zu erleben. Es standen auch schon zwei lange Schlangen vor der Halle und ich reihte mich in die kürzere ein. Da vernahm ich schon die ersten harten Klänge und dachte mir, dass kann jetzt aber nicht SEPULTURA sein und so war es auch. Den Beginn machten DAGOBA, eine mir bis dato unbekannte Band. Da ich den Abend nach dem No Mercy vom Vortag ruhig angehen wollt, machte ich mich in der Halle auf einen Sitzplatz zu ergattern. Nach einem kurzen Schwenk über die vollen Reihen erblickte ich einen einzelnen freien Platz und drängte mich zu Selbigem. Dort angekommen konnte ich mich voll und ganz dem Geschehen auf der Bühne hingeben, das mich auf akustische Weise schon beim Suchen eines Platzes erfreute. Ja war nicht schlecht was die Jungs da ablieferten, lies aber mit der Zeit auch nach. Die Halle war schon gerammelt voll, und einige wussten die Band doch mehr zu schätzen als ich. Den Schluss hab ich dann nicht wirklich mitbekommen da ich einen alten Schulkollegen aus der Ferne erspähte und meinen Platz aufgab um mich zu ihm zu begeben. Bevor SEPULTURA begann tauschten wir noch ein paar Geschichten aus und suchten uns einen Platz auf der Tribüne. Leider bekamen wir nur noch einen Stehplatz ganz oben, dafür sahen wir aber alles von der Bühne. Es war einfach genial, was die Brasilianer für eine Show ablieferten. Der Sound war glasklar und man erkannte sogar beide Gitarren, wenn Derrick sich auch mit einer ausrüstete. Sie spielten eine wunderbare Mischung aus neuen Titeln ihres aktuellen Outputs und alte Klassiker wie ROOTS. Dabei gefiel mir Derricks Stimme unheimlich, der hat ein Stimmvolumen das seines Gleichen sucht. Meiner Meinung nach ist er an diesem Tag sogar besser gewesen als es Mr. „Soulfly“ Cavalera je war. Am Besten fand ich seine Ansage an einen Bierbecherwerfer, er solle sein Bier doch nicht so verschwenden. Verdammt sympathisch ist der einzige Ami in der Brasilianischen Band. Das Schlagzeug erzeugte eine unheimlich mitreißende Geschwindigkeit, wusste aber auch mit treibenden Rhythmus zu gefallen. Nun merkte ich erst wie unerfahren und langweilig sich doch die erste Band gab. OK der Vergleich ist sicher unfair, haben SEPULURA ja doch schon einige Jahre an Erfahrung, und die haben sie uns ungeschminkt gezeigt. Ein Auftritt der sich gewaschen hat, und jeder der ihn verpasst hat, sollte versuchen, so schnell wie möglich einen Folgenden zu besuchen. Nun kam eine sehr lange Umbauphase für IN FLAMES. Die Bühne wurde mit einem weißen und durchsichtigen Vorhang verhängt. Zuerst dachte ich, um die Bühnenarbeiter vor fliegenden Bierbechern zu bewahren, doch es kam ein theatralischer Beginn, indem weißes Licht die Schatten der Schweden an diesem Vorhang projizierte. War sehr eindrucksvoll, da dann auch der Vorhang fiel, als die erste Nummer begann. Leider war dies eines der neueren. In Flames ist wohl eine der innovativsten Bands, jedoch haben mir bei ihren letzten drei Outputs die Härte und Eingängigkeit gefehlt, die Ihr Markenzeichen waren. Daher hab ich sie in letzter Zeit gemieden, doch nun ergab sich die Gelegenheit, sie mal wieder spielen zu sehen. Vielleicht kommen die neuen Stücke ja auf der Bühne besser rüber, hoffte ich, leider war dem nicht so. Die ganze Show hat für einen alten Fan leider zu wenig gute Klassiker besessen, da sie sich eher auf die schlechteren, neuen Alben konzentrierten. Als dann jedoch „Moonshield“ aus den Boxen schallte war ich für kurze Zeit sehr zufrieden, den auf den Konzerten wo ich sie sah haben sie es leider nie zum Besten gegeben. Als dann leider bei den anderen alten Songs von Anders nur cleaner Gesang kam, wurde ich mehr als nur enttäuscht. Die Veränderung zerstörte die ganze Klasse von „Only for the weak“. Dann wurde eine Nummer noch verändert und daher langsamer gespielt, da war es dann mit meiner Geduld endgültig vorbei. IN FLAMES sind leider nicht mehr das was sie für mich einmal waren, objektiv betrachtet war es sicher eine der besten Auftritte, die ich jemals von ihnen gesehen habe, aber die Songauswahl war fast nur was für Fans der letzten Stunde.


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