17.03.2007, Europahalle

Journey

Text: manfred
Veröffentlicht am 06.08.2007



Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen

So und nicht anders, könnte man den Konzertbericht von Journey in Karlsruhe am 17.3.2007 beginnen. Mein Flehen wurde erhört, eine Legende, eine der innovativsten und geilsten Bands unseres Erdballs kam nach Deutschland.

Obwohl der Weg von Salzburg nach Karlsruhe nicht unbedingt der kürzeste ist, nahmen wir den beschwerlichen Weg von nahezu 500 km quer durch den Süden Deutschlands auf uns, um Zeugen eines der grandiosesten Konzerte der letzten Jahre zu werden. Einziger negativer Aspekt war der langweiliger Opener „Lennon“. Eine Alleinunterhalterin am Keyboard ,die die Nerven der nervösen Fans strapazierte. Ehrlich gesagt wären da Pink Cream 69 die ja aus Karlsruhe kommen, sicher die bessere Entscheidung gewesen. Ein Konzert, welches kaum mit Worten zu beschreiben ist, begann kurz nach halb neun mit einem Gitarrensolo von Neil Schon, worin die amerikanische Nationalhymne, „The Star Spangled Banner“, eingebettet war. Weiter ging es mit den Songs „Rubicon“ „Stone in Love“, Ask the Lonely“ und dem göttlichen „Wheel in the Sky.

Das Publikum war bei den ersten Songs noch ein wenig zurückhaltend und der Funke sprang nicht sofort über. Aber spätestens bei „Who´s crying now“, gesungen von Dean Castronovo, tauten die circa 5000 Fans in Karlsruhe schnell auf. Die Musiker waren in absoluter Topform. Stimmwunder Jeff Scott Soto, der ja nun fix bei Journey angeheuert hat, gilt für mich sowieso als einer der besten Frontmänner, die es im Metal/Hardrock-Bereich gibt. Die Amis verfügen über etwas, was nicht viele Bands besitzen, sie haben nämlich zwei kongeniale Sänger in ihren Reihen. Mir ist es sowieso schleierhaft, wie man so perfekt trommeln und gleichzeitig einen Song so gefühlvoll interpretieren kann wie Dean. Böse Zungen in der Halle haben so gar behauptet, dass er gesanglich besser drauf ist als Jeff Sott Soto. Das mag ja zutreffen, wenn man seinen Weltklassegesang bei „Open Arms“ gehört hat, aber ich denke das ist halt reine Geschmackssache. Die Soundqualität in der Halle war superb. Songs wie das vom Armageddon Soundtrack bekannte „Remember me“ oder „Send her my Love“, lösten Beifallsstürme in der Halle aus. Jeff Sott Soto grinste wie ein Honigkuchenpferd, als er die euphorischen Reaktionen im Publikum sah. Man sollte mit Superlativen immer ein wenig vorsichtig sein, aber im Falle Journey wäre alles andere als weltklasse untertrieben.

Bei „Lights“ stand die Halle nun endgültig Kopf. Nur wenige konnten sich noch auf den Sitzen halten. Selbst die Zuschauer auf den Tribünen standen auf und sangen inbrünstig mit. Ich hatte angenommen, dass diese Atmosphäre nicht mehr zu toppen wäre , aber was sich darauf bei „Faithfully“ abspielte, war auch für mich einer der atemberaubendsten Momente, den ich je erleben durfte. Höchstens die Geburt meiner Tochter, könnte diesem Augenblick in meinem Leben nahe kommen. Wildfremde Leute lagen sich in den Armen, tanzten und feierten die Band. „Don´t Stop Believing´“ und “Anyway you want it“ beendeten nach cirka 2 Stunden den offiziellen Teil der Show. Man mag zu Journey stehen wie man will, Fakt ist, das es die Jungs grandios verstehen Stimmung zu erzeugen und dies exzellent in Szene setzen. Und manche Combos, die schon oft nach siebzig Minuten Spielzeit die Bühne verlassen, können sich von Journey was abschauen. Nach über zwei Stunden war nach der Zugabe „Separate Ways“ das Konzert endgülig zu Ende. Auf alle Fälle werden alle Leute, die diesem Konzert beiwohnen durften, noch ihren Enkeln von dieser fesselnden Show berichten. Journey rockten einfach wie die Sau und verstehen es blendend, das Feeling ihrer Musik zu transportieren und an das Publikum weiterzureichen.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass dieses Ereignis heuer noch von einer Band getoppt werden kann. Ich verneige mich vor den Herren“ Soto, Cain, Schon, Valory und Castronovo, und bedanke mich für ein wahrlich unvergessliches Konzerterlebnis. Eine Show ohne schwächen, die ohne Übertreibung zu den Besten zählt, die ich besucht habe. Journey spielen einfach in einer anderen Liga und die kann nur „Die Liga der außergewöhnlichen Gentleman „ heißen. Fazit. Grandiose Show, tolles Publikum- DANKE KARLSRUHE


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