14.03.2008, ((szene)) Wien

Metal for Fairness

Text: Reini
Veröffentlicht am 17.03.2008

Das Metal for Fairness ging in seine fünfte Runde. Was irgendwie mit einem Schulprojekt anfing hat sich mittlerweile zu einer festen Größe im Wiener Konzertleben entwickelt und diesmal durfte das Veranstalterteam in der Wiener Szene auch voller Stolz das „Sold Out“ Schild an die Türen heften! Eine bunte Mischung haben sich die MFF Jungs und Mädels diesmal einfallen lassen, vom derben Death Metal über die eher moderne Schiene, bis hin zu den Spassmachern bzw. ganz, ganz bösen Jungs tummelte sich auf der Bühne ein Potpourri des Metals und auch die Auswahl der Location erwies sich im Nachhinein als wahrer Glücksgriff. Die Szene Wien ist nun mal eine Halle die Charme versprüht, guten Sound offeriert und auch einigermaßen Freiraum für den Small Talk bietet. (-reini-)

MARBATH:

Sechs Bands, aber eine muss halt den Abend eröffnen…und nachdem ENDSTILLE einen längeren Weg hatten ;-), waren halt die Wiener MARBATH so nett und reinigten unsere Gehörgänge mit saftigen Deathmetal. Da die Szene ja bekanntlich an diesem Abend ausverkauft war, wundert es nicht, dass auch schon bei MARBATH eine beachtliche Menge an Leuten den Saal füllte. Da spielte es sich doch gleich viel leichter und das merkte man den Jungs und der Dame auch an. Voll Elan und Professionalität trugen sie ihr Material vor und konnten damit bei so manchem Besucher positive Emotionen auslösen. Bei mir manifestierte sich dies in einem breiten Grinser übers Gesicht. Das Niveau der Wiener hatte sich bis jetzt immer kontinuierlich gesteigert, mit der von mir vergebenen Note „sehr gut“ verließen sie dann die Bühne. Bin gespannt ob ich beim nächsten Gig schon „ausgezeichnet“ vergeben darf!? (-Baphomet-) Setlist MARBATH: I will bleed I lay you down to rot Enter my world of hate Killed Suicide Fuck the commerce I splatter you to hell Rumpel gore polka The decomposition of the bodies Mika Mann

MARBATH Live @ MFF, 14.03.2008:


ARCANUM:

Nach der durchaus gelungenen Ohrfreispülung in Form der Wiener Deather MARBATH waren die leicht neu-formierten ARCANUM an der Reihe. Ende Jänner im St. Pöltner Frei.Raum durfte ich die Wiener bereits mit ihrem (damals noch) Aushilfssänger bestaunen, mittlerweile gehört der 18-jährige Kersten aber anscheinend schon zum fixen Line-Up. Und damals wie heute gefällt seine deathigere Herangehensweise durchaus. Der Insrumentalfraktion kann man sowieso wenig vorwerfen. Jules und Gabriel kredenzen die heftigen Riffs mit (fast) permanenten Haarrotationen, die gleich beim Opener „Chaos Arise“ reichlich Luftzirkulationen produzierten. Beim darauffolgenden „One Bullet Left“ gesellte sich ex-ARCANUM Fronter Peda auf die Bühne und der wurde nicht nur gefeiert wie ein wahrer Superstar, sondern grunz-kreischte sich im Duett mit Kersten durch den Song. Irgendwie schade, dass der sympathische Langbartträger auf Grund seines Dolmetsch Studiums die Band verlassen hat. Im Rahmen des gut halbstündigen Auftrittes gab es auch die Livepremiere des neuen Stücks „Leviathan“ zu bestaunen, welches sich homogen und ohne weiter aufzufallen in die restlichen Songs einfügte. Gelungener Auftritt, wenn gleich Wien halt doch nicht Brooklyn/NY zu sein scheint (Insiderschmäh für den Hrn. Manager der ARCANUM Buam!) (-reini-) Setlist ARCANUM: Intro Chaos Arise One Bullet Left Behind The Paradise Leviathan Legio Astartes Damien's Torture Ragnaröck
ARCANUM Live @ MFF, 14.03.2008:



EXCREMENTORY GRINDFUCKERS:

Mit den Jungs von EXCREMENTORY GRINDFUCKERS aus Deutschland sorgten die Veranstalter für ein seichtes Unterhaltungsprogramm in „Grind Dur“. Hier wurden sämtliche Helden der profanen Musiksparten durch den Kak….ähm…Grind gezogen. Roberto Blancos „Ein bisschen Grind muss sein“ wurde ebenso abgefeiert wie „I´ve been looking for Grind“ von der Strandnixe David Hasselhoff. Soweit ich das mitbekommen habe, war kein einziger eigener Song dabei, was ich ein wenig schade fand, aber das scheint wohl das Konzept der Band zu sein. „Fatamorgana“ von der EAV wurde dann auch noch verwurschtelt und grob gesehen war es eine tolle Abwechslung an diesen Abend. Die Leute gingen mit und mit der Selbsterkenntnis der Band „Musik machen andere“ (Backprint auf ihrem T-Shirt) schließe ich jetzt meinen Bericht. (-Baphomet)

EXCREMENTORY GRINDFUCKERS Live @ MFF, 14.03.2008:



DEMOLITION:

Ganze 18 Monate Bühneabstinenz, über vier Jahre nicht mehr in der Heimatstadt live aufgetreten, kein Wunder, dass DEMOLITION Gitarrist Thomas „Pit“ Pippensteiner zugab vor dem Auftritt reichlich nervös zu sein. Davon war allerdings auf der Bühne kaum was zu bemerken. Zwar gab es gerade zu Beginn der Show leichte Soundschwierigkeiten – besonders Fronter „I bin da Wolf“ ging im Gitarreninferno von Murri/Pippensteiner etwas unter – doch mit dem „Relict IV“ Tripple „Reborn/Re-Failed“, „Deconstructed World“ und „The Fortress“ konnten DEMOLITION schon mal mehr als fett punkten. Auffällig vor allem der Italo Export Janos Murri (der ja auch bei DARKSIDE und RESSURECTURIS die Sechssaitige quält), immer in Bewegung, akzentuierte Solis und ein Grimassenschneider vor dem Herren (O-Ton Pippensteiner: „Jo der Janos hat öfter so epileptische Anfälle auf der Bühne“). Mehr und mehr zogen DEMOLITION den aufnahmewilligen Teil des Publikums in ihren Bann, gestützt natürlich auf ihr neues Album, rangte man dem sonst ach gar grimmig dreinschauenden Thomas Pippensteiner das Ein oder Andere zufriedene Grinsen ab. Mit der Bandhymne schlechthin „Demolition“ und „Holy Hostage“ war an sich mal Schicht im Schacht, doch die Veranstalter gewährten DEMOLITION bei ihrer Rückkehr auf das Wiener Parkett noch ein Encore, welches in Form von „Betrayer“ (vom „Existence“ Album) auch optimal umgesetzt wurde. In dieser Form sind DEMOLITION jederzeit bereit für ihre große Europa Tournee mit DEATH ANGEL und MERCENARY, bei der sie den beiden vermeintlich Großen durchaus das Leben schwer machen können. (-reini-) Setlist DEMOLITION: Intro Reborn/Re-Failed Deconstructed World The Fortress Third of Nine Over Nails I Am Terror Demolition Holy Hostage Encore: Betrayer

DEMOLITION Live @ MFF, 14.03.2008:



ENDSTILLE:

Nun fand der Generationenwechsel statt. Weniger auf der Bühne, jedoch spürbar im Publikum. Die Kids mit den ENDSTILLE T-Shirts drängten in die Halle, der Rest begab sich wohlweislich zu den umliegenden Bierzapfstellen und frönte den Smalltalk. Und wenn mich jetzt alle Black Metal Fans mit ihren umgedrehten Kreuzen in die Hölle jagen werden. Das war außer totalem Schrott nicht mal lustig, was die Kieler da auf der Bühne boten. Nicht nur, dass anscheinend die weiße Schminke ausgegangen sein dürfte – warum sonst fehlte selbige im Gesicht von Gitarrist L.Wachtfels vollends? – spielten die Vier irgendwie komplett aneinander vorbei. Raserei ist ja schön und gut, nur wenn der Drummer einfach irgendwie drauflos holzt, dabei die meiste Zeit auf seine Nebenleute vergisst, ist irgendwann auch die Geduld des Schreiberlings zu Ende – so endete der ENDSTILLE Auftritt für mich genau dort, wo sich viele, viele Besucher schon zu Beginn eingefunden hatten, am Bierstand! Eine Maschinengewehrsalbe im Dauerfeuerformat allein macht noch keinen annehmbaren Gig aus, irgendwie hätte ich gerne, dass die Band ihren Namen vielleicht irgendwann allzu ernst nehmen würde, dann hätten wir am

END

e tatsächlich nur eine wohlige

STILLE

! (-reini-)

ENDSTILLE Live @ MFF, 14.03.2008:

ABORTED: Zu meinen absoluten Live-Lieblingsbands zählen ABORTED. Schon beim Kaltenbach OpenAir und letztes Jahr beim Metalcamp konnten mich die Belgier mehr als überzeugen. So waren meine Erwartungen sehr hoch und ich wurde nicht enttäuscht. Nach dem (für mich) langweiligen ENDSTILLE war die Death/Grind-Granate der Marke ABORTED mit ihrer maximalen Explosionskraft das Highlight des Abends. Ich stand mit meiner Videocam ganz vorne und wurde von einer moshenden Meute nur noch hin und her verfrachtet. Trotz meiner Statur (manche nennen mich Bär) musste ich mich ein wenig abseits stellen, um gutes Videomaterial zu bekommen. Die Band gab wirklich alles was sie konnte, der Sound war göttlich und mit Songs querbeet durch den Gemüsegarten wurde das Publikum mehr als befriedigt!

ABORTED Live @ MFF, 14.03.2008:
ABORTED setzten diesem Abend sozusagen das berühmte Pünktchen auf dem i auf und so bleibt zu hoffen, dass nicht nur wir hier in Österreich Spaß hatten, sondern dass mit dem erzielten Gewinn auch andere, bedürftige und in Not geratene Leute ein wenig Freunde in ihr Leben bekommen. METAL FOR FAIRNESS rockt! (-Baphomet-)


WERBUNG: Hard
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