08.08.2008, Stadion Eden

Iron Maiden

Text: Baphomet
Veröffentlicht am 11.08.2008

IRON MAIDEN gehen auf Tour und spielen nur alte Klassiker….das Ticket für die Show in Prag hatte ich kurz nach Vorverkaufsbeginn. Das ist ein Pflichttermin, als Metaller im fortgeschrittenen Alter geht ein Traum in Erfüllung…. Und so packte ich mein Auto mit drei weiteren Kollegen voll und auf ging es nach Praha. Dank Reinis Navigationsgerät hatten wir die Location schnell ausfindig gemacht und um 200 tschechische Kronen ärmer, hatten wir dann aber doch einen gesicherten Parkplatz unweit des Stadions. Natürlich waren wir durstig und nicht nur die tschechische Braukunst kann sich sehen lassen, nein, auch die 30 Meter Schlange vor dem Zapfhahn wurde perfekt von den Bierzapfern in nur wenigen Minuten kontinuierlich abgebaut. Da können sich österreichische Servicekräfte ruhig noch eine Scheibe davon abschneiden. Aber wir sind hier ja nicht beim Gault Millau, wir urteilen ja über Musik….und so waren wir doch recht überrascht, als der Gig der Eisernen Jungfrauen schon um 20 Uhr begann. Also, noch schnell rein ins Stadion, direkt vor die Bühne und das Event konnte losgehen. Auf die Vorbands (lt. Reini irgendeine tschechische Partie und die Tochter von Steve Harris, namentlich Lauren Harris) haben wir ja quasi aus biertechnischen und smalltalk-technischen Gründen verzichtet, aber wer braucht bei MAIDEN schon Vorbands, mal ehrlich? Das wäre ja das Gleiche, wenn am Heilig Abend vorm Christkind noch schnell nochmals der Nikolo vorbeischauen würde, oder? Unnötig! Aber über die weiteren Eindrücke unseres Prag-Besuches erzählt euch jetzt mein Kollege Reini.

IRON MAIDEN auf der „Somewhere Back in Time Tour 2008“, das ist ein bis in die letzte Sekunde durch inszeniertes Mega Spektakel auf Weltklasse Niveau. Ein wie bei den eisernen Jungfrauen gewohntes mehr als imposantes Bühnenbild, eine Band, die aus drei Aktivposten besteht, und – wie es Kollege Baphomet bereits erwähnt hat – eine Setliste zum Niederknien. Nachdem wir es im Stechschritt zum vorderen Bühnenbereich geschafft hatten (bitte wer fängt ein Open Air Konzert als Headliner um 20:00 Uhr an??), kamen wir noch in den Genuß der letzten Sekunden vom etatmäßigen Touropener „Aces High“. Dem folgte ein unglaublich tightes „2 Minutes to Midnight“ und spätestens nach diesem Song war klar, dass Bruce Dickinson auch mit seinen mitlerweile 50 Lenzen noch immer wie ein junger Gott singt. Der Fronter, fit wie ein Turnschuh, meisterte selbst die minimalen Schwankungen mit einer lässigen Souveränität und war auf der Bühne quasi omnipräsent. „The Trooper“ mit schwingender England Fahne, „Rime Of The Ancient Mariner“ mit irgendeinem Fellumhang, lediglich die komische Haube, die er zu Beginn (und am Schluss) trug passte da nicht wirklich ins Bild.

Zweiter Aktivposten neben dem Sänger war sicher Gitarrist Janick Gers. Seine beiden sechs Saiten Kollegen (Smith und Murray) verlagerten ihre Energie mehr aufs Gitarrespielen, Gers allerdings war pausenlos in Bewegung, spielte des Öfteren mit einem Bein auf der ca. 1,20 m hohen Monitorbox (noch gut in Schuss der Herr) und böse Zungen behaupteten gar, er könne nur deswegen soviel „Show“ bieten, weil ja seine Parts auf der Gitarre eher rar gesät seien. Witzig auch, dass durch Gers beeindruckenden Aktionsradius er doch eine gehörige Zeit damit verbrachte sein Kabel immer wieder auszuknoten, was eine gewisse Polemik zu Tage förderte. Was passierte sonst noch? Tja bei „Heaven Can Wait“ durften einige Auserwählte des Fan Clubs (oder so) gemeinsam mit ihren Helden die Bühne belagern (siehe hierzu auch das u.a. Video!), „Fear of the Dark“ (passte zwar genau Null zum Motto der Gastspielreise!) war einfach nur Gott und auch der auf dem Papier etwas komisch anmutende Zugabenteil mit „Moonchild“, „The Clairvoyant“ und „Hallowed Be Thy Name“ lies nicht mal im Ansatz leise Kritik gelten. Oh Good Old Eddie durfte auch zweimal seine Aufwartung machen, einmal in Form einer Eddie-Mumie und einmal als Eddie-Cyborg, den man ja vom „Somewhere in Time“ Cover (bzw. auch vom Somewhere Back In Time: The Best Of 1980-1989 Release) bestens kennt. Beeindruckend auch die variablen Backings auf der Bühne, fast zu jedem Song wurde thematisch eine neue überdimensionale Leinwand aufgezogen, die das Spektakel auf der Bühne kongenial unterstützte.

Auch auf das tragische Zugsunglück, welches sich just am Nachmittag ereignete ging der MAIDEN Sänger ein, saß doch eine stattliche Anzahl von Fans in dem verunglückten Zug von Krakau nach Prag. Sonst waren die Ansagen vom Mr. Dickinson zeitweise wirklich nur köstlich, allein wie der gute Mann die auf ihren Stühlen hockenden Sitzplatzkartenbesitzer verarscht hat war schwer in Ordnung. Die obligaten „Scream for Me XXXX“ (Stadt bzw. Land Eurer Wahl eintragen) war ebenso omni präsent wie das herrliche Geshredder vom Steven Harris auf seinem vier Saiter! MAIDEN – ach – über 20 (!!!) Jahre musste ich jetzt warten um wieder mal livehaftig in Euren Genuß zu kommen! Aber im Ernst: Jede einzelne Sekunde der Hin- und Rückfahrt und auch des Konzertes waren die Strapazen (die ja eigentlich gar keine waren) aber so was von wert! Nett auch, dass man bei 35.000 Besuchern so viele Bekannte traf, ganz besonders freute mich als mir ein gewisser Nick Kolar auf die Schulter klopfte. Der COMMANDER Mastermind hat sich tatsächlich den ultimativen Birthday Bash gegeben und durfte am Vortag des Prag Konzertes in Warschau mit dem Jubilar Mr. Dickinson in einem Klub abfeiern usw… Respekt Nick! Sag ich da nur!! IRON MAIDEN Setlist 8. August 2008 Stadion Eden Prag: 01. Aces High 02. 2 Minutes To Midnight 03. Revelations 04. The Trooper 05. Wasted Years 06. The Number Of The Beast 07. Can I Play With Madness? 08. Rime Of The Ancient Mariner 09. Powerslave 10. Heaven Can Wait 11. Run To The Hills 12. Fear Of The Dark 13. Iron Maiden 14. Moonchild 15. The Clairvoyant 16. Hallowed Be Thy Name

THE TROOPER:

CAN I PLAY WITH MADNESS:
HEAVEN CAN WAIT:


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