13.11.2008, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

SONATA ARCTICA

Veröffentlicht am 02.12.2008

Bereits am 13.11. dieses Jahres beehrten uns mal wieder die finnischen Melodic Metal-Könige von SONATA ARCTICA, und hatten noch ein paar Kollegen aus dem hohen Norden (und auch aus dem tiefen Süden!) mit dabei. Gemeinsam mit den Prog-Powermetlern von PAGAN'S MIND und VANISHING POINT aus dem fernen Australien lieferte man im Wiener Gasometer eine lupenreine Power Metal Show ab, wie sie im Buche steht. Als VANISHING POINT die Bühne entern, hält sich die Anzahl sowie auch die Begeisterung der Leute vor der Bühne noch in Grenzen - gar zu unbekannt ist hierzulande diese allerdings sehr gute Band aus Down Under, und so sind wegen diesem ersten Support sicher nur ganz wenige Fans im Gasometer angerückt. Nichtsdestoweniger spielen sich die Herren um Fronter Silvio, der mit seiner markanten und untypischen Stimme dem Sound von VANISHING POINT eine ganz eigene Charakteristik verpasst, sehr tight und routiniert durch ihr leider sehr kurzes Set, und können im Laufe ihrer Performance doch die angetretenen Fans begeistern, und werden nach einer knappen halben Stunde auch ordentlich abgefeiert. Sehr positiv fielen bei vANISHING POINT die mehrstimmigen Chöre und natürlich die typischen doppelläufigen Leads auf, und auch das Songmaterial kann überzeugen, wobei doch vieles vom neuen Album "The Fourth Season" kam. Alles in allem ein guter, wenn auch kurzer Gig von VANISHING POINT, denen man auch auf dieser Hemisphäre etwas mehr Erfolg vergonnen würde! Weiter gings dann im Programm mit den norwegischen Prog-Power-Recken von PAGAN'S MIND. Nachdem uns die Herrschaften rund um Frontshouter Nilks K. Rue heuer bereits im Tour-Troß von BRAINSTORM in der Szene beehrt hatten, versuchten sie nun, nochmal einen draufzusetzen. Der etwas transparentere Sound im Gasometer tut dabei den mitunter doch anspruchsvolleren und sperrigeren Arrangements der Songs gut, und auch die Band präsentiert sich in guter Spiellaune. Tracks wie "God's Equation", der Titeltrack des aktuellen Albums, oder der abschließende Bandklassiker "Through Osiris Eyes" kommen zwar beim Publikum an, aber wie schon in der Szene ein paar Monate zuvor gestaltet sich das Songmaterial von PAGAN'S MIND fast etwas zu sperrig, um in der Livesituation wirklich uneingeschränkt zünden zu können. Dass es sich bei den Musikern um absolute Könner vor dem Herrn handelt, steht natürlich außer jeder Diskussion - einzig Sänger Nils hatte heute ein paar Probleme technischer Art: bei den ersten zwei, drei Songs scheint er nicht richtig herauszufinden, wie weit er bei den druckvolleren Gesangsparts sein Mikro vom Mund wegbewegen soll, und so werden leider gerade die interessanten gesanglichen Passagen meist verschluckt, was dem Hörvergnügen leider doch sehr abträglich ist. Gegen Ende des Sets wird aber auch dieses Problem in Griff bekommen, und PAGAN'S MIND können einen weiteren technisch sehr starken Gig auf ihrem Resümee vermerken. Etwas länger diesmal die Umbauphase, und als dann SONATA ARCTICA rund um Frontröhre Tony Kakko die Bühne entern und gleich mal mit "In Black and White" und "Paid In Full" vom aktuellen Album "Unia" loslegen, werden sie von der mittlerweile auf gute 500 Nasen angewachsenen Meute auch frenetisch empfangen! Diese Band hat sich ja mittlerweile zu einer der absoluten Größen im melodischen Metal-Zirkus gemausert, und versuchte natürlich auch heute Abend, diesen Status zu rechtfertigen. Und das gelang ihnen auf großen Strecken auch ziemlich gut! Weiter ging's im Programm dann nämlich mit dem erstmals live gespielten "White Pearl, Black Ocean", das mit Sicherheit eines der Highlights in der heurigen Setlist darstellte, und der Klassiker "Replica" vom allerersten SONATA-Langeisen "Ecliptica" geht natürlich sowieso immer runter wie Öl. Dann gab man etwas Gas mit "8th Commandment", und nach "Last Drop Falls" und "Caleb", letzteres ebenfalls vom aktuellen Output "Unia", gibt's dann mit "Black Sheep" einen der wohl stärksten Sonata-Songs. Nach einer etwas merkwürdigen Anmoderation von Tony Kakko bringen Sonata dann das düstere "Draw Me", und der Gassenhauer "Full Moon" wird dann in einer etwas seltsamen, aber dafür lustigen Punk-Version eingeleitet (und fällt daher leider um das schöne Piano-Intro um). Zwischendurch nimmt sich dann Fronter Tony die Zeit, das Publikum in ein menschliches Drumset einzuteilen; ein nettes Interaktionsspiel, das man so ja von SONATA ARCTICA mittlerweile auch kennt. Und nach "It Won't Fade" und "Gravenimage" haut man dann mit "Don't Say A Word" und "The Cage" noch die obligatorischen Raussschmeißer nach, ehe dann mit dem mittlerweile auch Kult gewordenen "Wodka-Song" der Gig sein Ende findet. Abschließend kann gesagt werden, dass SONATA ARCTICA ihren mittlerweile erarbeiteten Status sicher nicht zu Unrecht besitzen; richtig fesseln und umhauen kann mich diese Band aber nach wie vor leider nicht, auch nicht nach dem mittlerweile schätzungsweise sechsten Mal in der Live-Version. Klar, bei den Fans kommen die Songs gut an, aber mir fehlt bei dieser Band einfach der Druck im Sound; die Gitarre ist immer noch verschwindend dünn, und auch Tony Kakko ist nicht gerade ein "Gänsehaut-Sänger". Zwar sind SONATA mittlerweile absolut routiniert und liefern auch gute Qualität für den Ticketpreis ab; für mich wird diese Band aber wohl nie zu meinen absoluten Favoriten zählen. Nichtsdestoweniger sind SONATA ARCTICA natürlich für Fans des melodischen Metalls immer sehenswert, und ein paar feine Stücke hat man natürlich schon im Programm (wenn auch in der heutigen Setlist einige Hammertracks gerade vom "Silence"-Album wie etwa "Wolf & Raven" oder "San Sebastian" schmerzlich vermisst wurden), und auch an den Instrumenten sind Könner am Werk, was natürlich ebenfalls außer Frage steht. Für Fans sicherlich ein Fest, und auch für diesen Schreiberling ein willkommenes Event!


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