05.12.2008, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

Persistance Tour 2008

Text: rob | chris | devil's angel | reini
Veröffentlicht am 11.12.2008

STRENGTH APPROACH eröffnen die Persistence Tour 2008 in einem (noch) ziemlich leeren Planet. Wer hier nicht dabei ist hat auch nichts verpasst, denn die Jungs aus Italien spulen ihr Programm ohne besondere Highlights ab und bieten einen 0815-Hardcore-Brei, der bei der Zuhörerschaft nicht unbedingt Begeisterungsstürme auslöst. (-Rob-) Danach wird es an diesem Abend erstmals interesasant, denn WAR OF AGES betreten die Bühne und reissen schon mit der ersten Nummer das Publikum aus dem Koma. Hier wird eindrucksvoll gezeigt, was passiert, wenn man christlichen Metalcore mit einer ordentlichen Portion Hardcore würzt. Die Rechnung geht auf, den Leuten gefällt's und die fünf Mannen aus Pennsylvania dürfen mit ihrem ersten Übersee-Auftritt mehr als nur zufrieden sein. (-Rob-) Als anschliessend H2O Aufstellung nehmen ist die Halle bereits gut gefüllt und die Fans voller Tatendrang. Die Jungs um Toby Morse lassen sich nicht zweimal bitten und geben einmal mehr ihr bestes. Die Interaktion mit dem Publikum klappt einwandfrei - kein Wunder bei über 12 Jahren Live-Erfahrung - und die Hardcore-Fans kommen endlich auf ihre Kosten. (-Rob-) Dann war Zeit für ein wenig OI OI OI OI – die ideale Zusammensetzung des schnöden DISCIPLINE Fans ist wohl auf deren Homepage am besten umschrieben: Skins, Punks, Hardcore Kids, Hooligans, Psychos, Thugs and Outlaws – genau diese hatten jetzt die Oberhand, wippten den Fuß im Takt, bewegten leicht Kopf nickend ihr (kahles) Haupt und erfreuten sich an den von der Band zur Genüge bekannten, einfach gestrickten Singalongs. Insgesamt versprühten die Holländer zwar gute Laune, so richtig berauschend war die Darbietung dieser [Zitat Anfang]auftrainierten Typen mit Bierwampn[Zitat Ende] dann aber auch nicht um nachhaltige Wirkung zu erzeugen. (-reini-) Um halb neun Uhr war es dann so weit und einer der ersten „Headliner“ dieser Tour durfte auf die Bühne. BORN FROM PAIN zeigten auch gleich mal, was man Visual mäßig so alles anstellen kann im Gasometer. Sowohl auf den Bannern mitten über dem Publikum als auch seitlich der Bühne wurden als Intro schwarz-weiß Aufnahmen diverser politischer Ereignisse gezeigt, untermalt mit einem eher bedrohlichem Sound. Dann wurden eine knappe halbe Stunde lang keine Gefangenen gemacht. Die Stimmung im Publikum war gut, die Band in feiner Spiellaune und die Setlist bestand eigentlich nur aus Klassikern und einigen neueren Nummern vom letzten Album „Survival“, etwa „Sound Of Survival“, „State Of Mind“ und dem grandiosen „Sons Of A Dying World“. Leider muss man aber sagen, dass der Sound wirklich alles andere als zündend aus den Boxen kam. Hits wie „Rise Or Die“, das gleich als zweite Nummer kam, oder der Übertrack „The New Hate“ vom Durchbruchsalbum „In Love With The End“ klangen da eigentlich mehr wie ein Schatten ihrer selbst. Aber das Soundproblem im Gasometer ist ja kein Neues. Immerhin hatten sowohl Band als auch Publikum sichtlich eine gute Zeit, Songs wie „Behind Enemy Lines“, „Relentless“ und „Stop At Nothing“ taten ihr übriges. Einzig die politischen Kommentare von Rob zur Finanzkrise waren ein bisschen seltsam und eigentlich überflüssig. Gestört hat’s im Endeffekt aber niemanden. BORN FROM PAIN haben wieder mal bewiesen, dass sie zu den besten ihrer Zunft gehören, auch live. (-chris-) TERROR stürmte auf die Bühne, da konnte sich das Publikum noch nicht einmal von BORN FROM PAIN erholen. “Better off without you“ wird der wilden Meute gleich mitten ins Gesicht gebrüllt. Die Jungs aus Los Angeles meinten es jedoch nicht so und belohnten die Diehard-fans gleich mit “Last of the Diehards“ von ihrem Hitalbum “Always the hard way“. Diese wurden immerhin mit Hardcore pits und lautem Mitgrölen prämiert. Trotz der Kürze ihrer Lieder hatten die Fans kaum Zeit sich auszuruhen und wurden munter mit Breakdowns bombardiert. Schon beim vierten Song “Out of my face“ konnte sich der Hüne Scott Vogel nicht mehr auf der Bühne halten und ging auf Tuchfühlung mit den Fans. In der Szene weiß man, dass er das Stagediven liebt und für das lieben ihn die Fans. Nur die Securitymannen waren nicht sonderlich davon begeistert. Hatten sie eigentlich schon von Anfang an recht viel zu tun, kam jetzt noch mehr Arbeit auf sie zu, denn mit bloß eigenem Stagedive-Spaß hatte Scott nicht genug. Er heizte die Menge immer mehr an und mit Sprüchen wie “Jump on each other heads“ und der Aufforderung “The stage is yours“, folgten sie ihm auch aufs Wort. Die Kids tobten und wurden scharenweise im Photopit aufgefangen und wieder retour geschickt. Bis zum Schluss versuchte der Frontmann die Hardcorekids auf die Bühne zu bringen, doch dies gelang bei der hohen Bühne und großem Fotograben im Gasometer nicht recht. Jedoch gelang es ihm gute Laune zu verbreiten. Spätestens bei ihrem Hit “Always the hard way“ waren alle Anwesenden im Saal mit dabei und brüllten lauthals mit. Nach einem buntgemischten Set von alten und neuen Songs, bedankte er sich mit “We are honoured to be here. We are Terror“ und verließ mit dem Rest der Band die Bühne. Setlist: 1. Better off without you 2. Last of the Diehards 3. Let me sink 4. Out of my face 5. One with the Underdogs 6. Strike you down 7. Never alone 8. Push it away 9. Spit my rage 10. Always the hard way 11. Overcome 12. Keep your mouth shut (-Devil’s Angel-) HEAVEN SHALL BURN Nach relativ kurzer Umbauphase kamen HEAVEN SHALL BURN auf die Bühne. Beim Intro “Echoes“ wussten die Eingefleischten gleich was los war und freuten sich schon im voraus auf “The weapon they fear“. Nicht viel gequatscht, legten sie gleich mit “Counterweigth“ nach. Die Fans ehrten diese mit sofortigem Gemosche. Bevor sie mit dem Track “Like a thousand suns“ loslegten, gab der Frontmann Marcus Bischoff bekannt, dass das vorläufige Release-Monat für die DVD der April 2009 werden würde und bedankte sich auch gleichzeitig für die Mitwirkung derer, die am 12. September dieses Jahres bei der Planet-Eröffnung im Gasometer anwesend waren. Bei “Endzeit“ war die tobende Menge kaum zu beruhigen. Während das Lied vom offiziellen Video per Projizierung, Mitgegröle und Moshpits unterstützt wurde, fielen Kids wieder haufenweise in den Fotograben und ließen der Security-Belegschaft keine auch nur kleinste Verschnaufpause. Auch Marcus macht es seinem Musikkollegen Scott (Terror) nach und wagt sich ins Publikum. Ging das Publikum bei “Voice of the voiceless“ noch voll ab, hielt sich die Menge bei “Forlorn skies“ eher zurück. Im allgemeinen hatte man das Gefühl, dass das Auditorium den Headliner “Sick of it all“ nicht mehr erwarten konnte. Darf man ihnen auch nicht übel nehmen, denn sie wurden mit 7 Bands im voraus schon mächtig auf die Folter gespannt. Nach einem sehr gutem, aber nicht eines ihrer besten Konzerte, beendeten die Mannen aus Saalfeld ihren Auftritt mit der Edge of Sanity Covernummer “Black tears“ und wurden mit tobendem Applaus verabschiedet. 1. Echoes (Intro) 2. The weapon they fear 3. Counterweight 4. Like a thousand suns 5. Profane beliefers 6. Awoken (Intro) 7. Endzeit 8. Voice of the voiceless 9. Forlorn skies 10. The disease 11. Black tears (Edge of Sanity Cover) (-Devil’s Angel-) SICK OF IT ALL Lou Koller, seines Zeichen Frontman der - neben ANGOSTIC FRONT wohl wichtigsten noch aktiven - Hardcore Legene SICK OF IT ALL ist wieder genesen und die New Yorker waren angetreten um auf dieser Persistance Tour ihren Status weiter auszubauen. 60 Minuten, ganze 21 HC Eruptionen ein Mini Gastauftritt von NAPALM DEATH Fronter Mick „Barney“ Greenway später wusste jeder der Anwesenden warum SOIA zu Recht mit einem gewissen Mythos behaftet sind. Eine ausgewogene Trackliste, die vom Debütalbum „Blood, Sweat & No Tears“ bis zum nach wie vor aktuellen „Death to Tyrants“ Werk reichte und so Göttergaben wie „Clobberin Time“, „Pushed too Far“, „Friends Like You“, „Goatless“, „Built to Last“, „Sanctuary“, die beiden „Yours Truly“ Abrissbirnen „Blown Away“ sowie „District“ oder nach wie vor neueren Stoff der Sorte „Uprising Nation“, das fantastische „Take the Night Off“ oder „Machete“ beinhaltete. Auch für das Auge wurde einiges getan, ganze vier mit allerlei Beleuchtungsszenarien unterlegte SOIA Banner wurden auf der Bühne platziert und rundeten ein homogen, stimmiges und vor allem absolut brutales Gesamtbild ab. Die Band in Dauerbewegung, die Menge enthusiastisch, der Circle Pit an Gigantomie kaum zu überbieten und auch der von Koller geforderte „Braveheart“ (besser unter „Wall of Death“ bekannt) tat allein beim Zusehen so richtig weh in den Gliedern. Obwohl SOIA als achte Band auf die Bretter mussten waren sich nicht nur ein würdiger, sondern sogar ein wirklich herausragender Headliner der diesjährigen Persistance Tour, irgendwie schade, dass neuer Stoff der NYHC Partie wohl erst so um 2010 in die Läden bugsiert werden wird. (-reini-)


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