25.04.2009, Orpheum

Schandmaul - Die 10-Jahre-Tour

Text: mat
Veröffentlicht am 26.04.2009

Der Narrenkönig darf wieder lachen... So könnte man in etwa einen Auftritt von SCHANDMAUL in wenigen Worten beschreiben. Doch weil wenige Worte auch gleichzeitig geringes Interesse zur Folge ziehen, werde ich das Ganze nun ein wenig genauer erläutern. Am Samstag, den 25.04.2009 war es wieder einmal soweit und die deutschen Folk Rocker von SCHANDMAUL fuhren mit ihrem Tourbus an der Grazer Autobahnausfahrt aus und machten sich auf ihren Weg ins Orpheum. Nachdem schon im Dezember letzten Jahres die Mittelalter-Kollegen von IN EXTREMO die Helmut-Liszt-Halle aufgesucht haben, war ich dieses Mal schon im Vorhinein froh, dass die Jungs und Mädels von SCHANDMAUL das gute, alte Orpheum als Spielstätte ausgewählt haben. Eine gute Soundqualität und eine familiäre Stimmung hat diese Location einfach als garantierte Pluspunkte zu bieten!

Um halb acht also rauf aufs Fahrrad und ab zum Orpheum. Die Leute drängen sich schon vor dem Eingang und kaum steht man vor den Einlasstüren, erklingen von drinnen auch schon die ersten mittelalterlichen Instrumente. Überpünktlich oder besser gesagt zehn Minuten zu früh, stürmt der Support in Form von REINCARNATUS die Bühne. Hierbei handelt es sich um eine reine Frauen-Band aus den Niederlanden, die für sich die mittelalterliche Musik entdeckt haben. Literarische Texte und traditionelle Melodien werden vereint mit harten Gitarren, einer Drehleier, der obligatorischen Geige und dem zauberhaften Gesang zweier Frontfrauen. Eine für die höheren Gesangslagen, die andere für die tieferen. Ein Zweigesang par exellence! REINCARNATUS werfen den Fans ein paar Stücke ihres neuen Albums "Media Vita" vor die Beine und die Hörer gehen schon beim ersten Ton mit. Vielleicht bieten die Frauen im Endeffekt ein wenig zu viel reines Instrumental-Material, doch alles in allem kann man das kompakte, weibliche Package als wirklich gelungenen Support betrachten. Nach ein wenig mehr als einer halben Stunde ist dann aber Schluss und wir müssen circa zwanzig Minuten auf die SCHANDMÄULER warten...

Gesagt, getan - das Licht geht aus und die Menge verlangt frenetisch nach SCHANDMAUL. Die ersten Melodielinien erklingen und der Reigen kann mit dem famosen "Herr der Winde" starten. Das Besondere an der Zehn-Jahres-Tour ist ja, dass sich die Fans im Vorhinein über ihre eigene Setlist im Umfang von zwanzig Songs abstimmen können. Bis zwei Tage vor dem Konzert durfte jeder seine Lieblings-Setlist angeben und die meist gewählten Tracks wurden dann letztendlich auch gespielt. Die Band zeigt sich überaus spielfreudig. Nicht nur die gut aufgelegten Gesichter zeugen davon, denn auch Fronter Thomas zeigt einmal mehr, dass er eine wahrhaftige Frontsau ist. Nach jedem Titel hat er eine exklusive Ansage parat und erklärt sogleich, dass sich die Grazer ganz eigene Titel ausgesucht haben, die sie sonst nirgendwo spielen. Die hiesigen Fans haben sich vor allem für Stücke vom Debüt-Album "Wahre Helden" und von der Hit-Scheibe "Der Narrenkönig" entschieden. Diesem Wunsch geben die SCHANDMÄULER natürlich nach und präsentieren die älteren Schinken, die ihrer Meinung nach in den alten Versionen mittlerweile nur noch "laaaaangweilig" klingen, in neuen, rockigeren Ausgaben. Das wirkt und Titel wie "Denk an mich" oder "Teufelsweib" bringen die Masse so richtig zum Kochen.

Der Abend vergeht viel zu schnell, denn schon bald verkündet Thomas, dass sich das Konzert schon dem Ende zuneigt. Obwohl die Setlist von zwanzig Songs noch mit eigenen Wünschen der SCHANDMÄULER aufgepeppt wird, verfliegt die Zeit wie im Flug. Die zwei Wünsche, einerseits von der Band selbst "Augen auf!" und andererseits von der Crew "Krieger", machen das Material noch abwechslungsreicher, da es sich hierbei um zwei aktuelle Titel von neuen Album "Anderswelt" handelt. Nachdem wir mit lautem Gesang bei der Gänsehaut-Ballade "Dein Anblick" die Band unterstützen, präsentiert uns die Band als Zugabe noch ihre romantische Ader. Mit "Sonnenstrahl", dem nur von Gesang und unterstützender, akustischer Gitarre lebenden "Wandersmann" und dem wunderschönen "Willst du" verlässt die Band nach zwei Stundn die Bühne und lässt die Fans glücklich und zufrieden zurück. Ein Auftritt einer fast perfekten Band, wie er nicht besser hätte sein können! Außer natürlich mit einer zusätzlichen Stunde an Zugaben, aber man kann einfach nicht alles haben ;-)!!!

Hier noch schnell das Endergebnis des Setlist-Votings für den Auftritt im Orpheum in Graz: 1. Platz: Walpurgisnacht 2. Platz: Herren der Winde 3. Platz: Teufelsweib 4. Platz: Dein Anblick 5. Platz: Frei 6. Platz: Vogelfrei 7. Platz: Anderswelt 8. Platz: Willst Du 9. Platz: Leb 10. Platz: Der letzte Tanz 11. Platz: Trinklied 12. Platz: Sonnenstrahl 13. Platz: Das Duell 14. Platz: Verbotener Kuss 15. Platz: Geisterschiff 16. Platz: Der Kurier 17. Platz: Der Hofnarr 18. Platz: Sturmnacht 19. Platz: Der Wandersmann 20. Platz: Denk an mich


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