18.07.2009, Tennishalle Nussdorf-Debant

Night Of Rock 2009

Text: mat
Veröffentlicht am 22.07.2009

Am Samstag, den 18. Juli 2009, war es wieder einmal soweit und die fünfte „Night Of Rock“ ging in der Tennishalle Nussdorf/Debant in Osttirol vonstatten. Nachdem die Veranstalter vom Verein der Kulturoffensive Nussdorf/Debant bereits für mehrere Events in ihrer Heimatgemeinde verantwortlich waren, sollte die heurige „Rocknacht“ etwas ganz Besonderes werden und mit dem versprochenen Line-up konnten die Jungs und Mädels der „Offensive“ schon einmal gehörig überraschen. Neben den absolut hervorragenden Headlinern PRIMAL FEAR wurden als Support von Mat Sinner und Co. auch noch die deutschen Melodic-Metaller von JADED HEART engagiert. Als weitere Einheizer stand die Oberkärntner Melancholie-Fraktion MELY auf der Bühne. Die einheimischen PAINKILLA ließen den Abend dann mit gepflogenen Cover-Versionen bekannter Songs ausklingen, doch halten wir erst einmal die Reihenfolge ein. Los geht’s…

Der erste Schreck! Obwohl eine halbe Stunde zu spät am Eingang zur Tennishalle und immer noch schweißüberströmt vor Eile, sehe ich ein paar Dutzend Leute vor der Flügeltür stehen. Nach kurzem Luftholen bemerke ich, dass sich der Beginn der „Night Of Rock 2009“ um etwa eine Dreiviertelstunde verzögert, da unsere Kärntner Kollegen von MELY noch nicht bereit für ihren großen Auftritt sind. Gut für mich, schlecht für die wartende Meute, die bereits ganz heiß auf den Beginn des Kleinformat-Festivals ist. Übrigens das letzte Überbleibsel rockiger Frohnatur im heimeligen Osttirol, aber was will man machen?! Lange Minuten des Wartens gehen aber auch irgendwann zu Ende und das Rock-Spektakel kann endlich losgehen. Gerade einmal das erste Kaltgetränk in Händen haltend, beginnen MELY auch schon mit den ersten Takten. Die Musik des Fünfers trifft zwar nicht unbedingt meinen Geschmack, trotz allem muss man offen und ehrlich eingestehen, dass aus der Gruppierung eine wirklich ernstzunehmende, hochklassige und überzeugende Metal-Band geworden ist. Sänger… kommuniziert mit den Fans, die noch nicht unbedingt in großen Zahlen anwesend sind, und die Musik von MELY stellt sich als passender Einstieg in diese Nacht heraus. Die Jungs bieten uns auch ihren neuesten Hit „Hello“, der übrigens für den Amadeus-Award im Bereich Hard’n’Heavy nominiert ist. Nach etwas mehr als einer halben Stunde ist dann aber Schluss und die ersten Umbauarbeiten kommen in die Gänge.

Als nächstes sind die deutschen Melodic-Hardrocker von JADED HEART an der Reihe, die uns sogleich einen neuen Mann am Mikro präsentieren. Der schwedische Sänger Johan Fahlberg hat nunmehr die Rolle des Fronters übernommen und kann in dieser Funktion durchaus überzeugen. Die Abmischung des Sound haut mich zwar nicht vom Hocker, doch an der musikalischen Leistung der Band gibt es im Prinzip nichts auszusetzen. JADED HEART bestehen bereits seit 1990 und werden wahrscheinlich auch nie der große Wurf werden, dazu fehlt es ihnen zu sehr an Eigenständigkeit und eigenen Trademarks. Trotz allem machen die Jungs einen guten Job und funktionieren als gutklassiger Einheizer, ein paar Feuerspuck-Einlagen von Herrn Fahlberg inklusive.

Mit Freude warten wir auf den Hauptact des Abends, der aber leider einige Zeit auf sich warten lässt. Bühnentechnisch tut sich zwar nicht viel, aber soundmäßig wird noch herum geschraubt, bis die Herren von PRIMAL FEAR dann endlich die Bühne betreten, die zu beiden Seiten von großen Leinwänden flankiert wird. Unverständlicherweise ist die Besucheranzahl noch immer nicht wirklich angestiegen und das obwohl es sich hierbei um einen Headliner mit Knalleffekt handelt, kommen PRIMAL FEAR doch mit brandneuem und vor allem auch hochklassigem Album im Gepäck nach Nussdorf/Debant. Ralf Scheepers und Co. lassen sich aber nichts anmerken und ziehen eine perfekt einstudierte Metal-Show ab, die sehr professionell, aber nie aufgesetzt wirkt. Fronter und Muskelpaket Scheepers singt hervorragend und beweist einmal mehr, dass seine hohe Stimme nicht nur auf Konserve funktioniert. PRIMAL FEAR bieten eine ausgewogene Mischung aus traditionellen und frischen Songs. „Riding The Eagle“ und „16.6…“ dürfen dabei vom neuen Album natürlich nicht fehlen und vor allem die Gänsehaut-Ballade „Fighting The Darkness“ mit anschließendem Gitarrensolo weiß zu gefallen. Ein anständiges Drumsolo und ein paar typische Metaller-Posen dürfen bei einem solchen Auftritt natürlich auch nicht fehlen. Das soll kein Vorwurf sein, aber PRIMAL FEAR leben einfach in dem harten und vor allem truen Klischee der Metal-Welt. Es wirkt nicht lächerlich, diese Jungs sind einfach so! An der Setlist des Auftrittes gibt es absolut nichts zu rütteln, die passt einfach von vorne bis hinten. Mat Sinner und seine Kollegen legen einen fehlerfreien Gig hin, der sich mit Sicherheit sehen lassen kann und für Unterhaltung sorgt.

Als Rausschmeißer fungiert dann die einheimische Band PAINKILLA. Nette Rock-Unterhaltung zum Abschluss, nicht mehr aber auch nicht weniger! Mit einem beinahe betäubenden Rauschen in den Ohren verlasse ich die Tennishalle und kann mich später zufrieden zurücklehnen. Was hatte ich mir eigentlich erwartet? Mehr? Weniger? Genau das? Ich weiß es selbst nicht. Auch wenn nicht alles eitel Wonne war, muss man die „Night Of Rock 2009“ getrost als absolut gelungen bezeichnen. Das Line-up hätte nicht viel besser sein können, die Bands waren gut aufgelegt und spielfreudig, die Organisation hat perfekt funktioniert und… Ja, und? Die Zuschauerzahlen haben mich leider etwas enttäuscht. Da strengen sich manche Menschen so an, um einmal etwas Abwechslung in die volkstümlichen Ländereien zu bringen und wie wird ihnen das gedankt? Mit gepflegtem Fortbleiben! Für mich war die „Night Of Rock“ auf alle Fälle gelungen und es bleibt mir eigentlich nur zu hoffen, dass im nächsten Jahr ein Fortsetzungskapitel geschrieben wird. Vielleicht ja mit GOTTHARD als Headliner (?!), aber das soll nur als kleiner Tipp nebenbei fungieren ;-)!!!


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