18.10.2009, Arena

MUDHONEY

Text: bender
Veröffentlicht am 21.10.2009

MUDHONEY sind neben PEARL JAM die einzigen Grunge Veteranen, die seit den frühen 90er Jahren durchgehend aktiv sind, und in der Zeit auch regelmäßig neue Alben veröffentlicht haben. Doch obwohl beide Bands aus der Urmutter GREEN RIVER hervorgegangen sind, hätten sie sich kaum unterschiedlicher entwickeln können. Denn während PEARL JAM problemlos die größten Hallen dieser Welt füllen, müssen sich MUDHONEY nach wie vor mit kleineren Clubs zufrieden geben. Und so war auch die Arena an diesem Abend zwar ganz gut gefüllt, aber bei weitem nicht ausverkauft, obwohl es der erste Wien Besuch der Band seit 15 Jahren war. Einige Zuschauer haben zu diesem Anlass sogar ihre alten Holzfällerhemden ausgegraben, wofür sie vom Großteil des Publikums jedoch milde belächelt wurden.

1994 sind die Jungs der Vorgruppe KILLED BY 9V BATTERIES vermutlich erst in den Kindergarten gekommen, was sie aber nicht davon abhält, mittlerweile auf den Spuren von SONIC YOUTH zu wandeln. Vom Ansatz her war ihre Musik ja durchaus gefällig, aber mit der Zeit machte sich die fehlende Abwechslung doch negativ bemerkbar, und Emo-Schreieinlagen scheinen bei jüngeren Bands ohnehin schon Standard zu sein, egal wie unpassend diese auch sein mögen. Wenn die Band auf der Bühne nicht so statisch gewesen wäre, hätte sie vielleicht einen besseren Eindruck hinterlassen, aber so reichte es gerade einmal für wohlwollenden Beifall.

Da wirkten selbst die deutlich älteren MUDHONEY noch viel agiler und kraftvoller, denn die konnten von Anfang an ordentlich Druck erzeugen, und wurden dabei kräftigst von der nicht zu unterschätzenden Lautstärke unterstützt. Bei der Songauswahl versuchte man zwar von jeder Platte zumindest eine Nummer einzubauen, aber hauptsächlich konzentrierten sich MUDHONEY auf die Stücke ihres aktuellen Albums „The Lucky Ones“, sowie auf die Songs ihrer ersten beiden Veröffentlichungen. Die kamen dann beim Publikum natürlich auch am besten an, und wurden begeistert gefordert und abgefeiert. Neben dem intensiven „When Tomorrow Hits“, markiert der Bandklassiker „Touch Me I`m Sick“ den Höhepunkt eines kurzweiligen Abends, der nach nur knapp 80 Minuten viel zu früh vorüber war.

Das lange Warten hat sich aber auf alle Fälle gelohnt, denn MUDHONEY haben nichts von ihrer eigenwilligen Art verloren, und dadurch ihre Sonderstellung im Grunge Kosmos weiter untermauert.


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