21.11.2009, Olympiahalle München

EUROPE + GOTTHARD

Text: manfred
Veröffentlicht am 07.12.2009

Wenn ich in die Olympiahalle komme, denke ich immer wieder an meinen ersten Besuch hier. Judas Priest hatten ihr Gastspiel im Rahmen der Painkiller Tour. Als Supportbands fungierten Annihilator und Pantera. Ich war mit ein paar Freunden dort, die im Gegensatz zu mir nur Sitzplatzkarten hatten. So vereinbarten wir uns fürs Konzertende einen Treffpunkt, den ich nachher aber leider nicht mehr wusste. Somit war ich gezwungen, die ganze Nacht in München zu bleiben. Der Axemann von Pantera, Dimebag Darell, der mir später über den Weg lief, lachte sich krumm, als ich ihm mein Missgeschick erzählte, sein Gelächter kann ich heute noch hören. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Auch nicht mehr gerade die Jüngsten sind die Mannen von Europe, aber wie es uns in diesen Tagen die Hardrock Veteranen KISS eindrucksvoll bewiesen haben, schützt Alter nicht immer vor Erfolg. Vor über 20 Jahren wurde Europe gegründet, und ihr absoluter Überhit „The Final Countdown“ findet sich auch heute noch in allen 80iger Hitlisten. Während die neueren Scheiben nicht gerade einen Run auf die Cd Läden hervorriefen. Dennoch war die Olympiahalle mit ca. 6000 Leuten, wobei manchen so aussahen, als ob sie die Glanzzeiten der Schweden hautnah miterlebt hätten, sensationell gefüllt. Europe starteten ihr Set mit “Last Look at Eden“ - wie schon beim Masters of Rock in Tschechien. Schon vom Anfang an war klar, dass dieses Mal der Schwerpunkt bei der aktuellen Scheibe liegen würde. Aber egal, immer wieder wurden zwischen neueren Songs Gassenhauer der Marke, “Superstitious“, „Let the Good times rock“, „Carrie“ (Accoustic Version) oder auch „Rock The Night“ gespielt. Die Musiker sind noch immer ein Garant für tolle Konzerte. Joey Tempest und John Norum sind ein kongeniales Dreamteam, das sich auf der Bühne immer wieder zu Höchstleistungen anstachelt. Fazit: Für mache sind die Schweden noch immer eine Band die außer ihren Megahit nichts zu Stande gebracht haben, aber liebe Leute heute haben sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Respekt für dieses tolle Konzert. Ach ja, natürlich war ihr Megahit der Rausschmeißer des Abends.

Schon nach den ersten Tönen von Gotthard wurde deutlich, in welche Richtung das Herz der anwesenden Menschenmasse schlug. Selten habe ich so eine Stimmung erlebt, wie an diesen Abend. Natürlich muss ich dazu sagen, dass ich Gotthard nicht zum ersten Mal live gesehen habe. Im Salzburger Rockhouse waren sie ja so was wie Stammgäste und spielten immer vor ausverkaufter Hütte. Aber heute, waren sie phänomenal. Die Fans hatten sich scheinbar ihre ganze Energie für die Schweizer Ausnahmeband aufbewahrt. Glasklar und mit einem Bombensound kracht gleich der Opener „ Unspoken Words“ Aus den Boxen. Gefolgt von „Gone to far“ und „Top of the World“ Die Musiker waren ständig in Bewegung, begeisterten die Fans wieder mit ihrer Lässigkeit und mit spielerischem Können. Was Sänger Steve Lee fabrizierte war für mich unglaublich und nicht nur ich konnte seine Darbietung nicht fassen. So perfekt und vor allem mitreißend zu singen, verdient das Prädikat Weltkasse und wenn Steve jetzt vor mir stünde, würde ich mich vor ihm ehrfürchtig verneigen. Natürlich soll das die Leistung seiner Mitmusiker nicht schmälern. Eine perfekt aufeinander abgestimmte Einheit, glänzte an diesen Abend. Um diesen Abend gebührend zu feiern, ließ man sich speziell für München, was ganz besonderes einfallen. Beim Song „Uncoditional Faith“ kamen gegen Ende des Songs ein Abordnung von den „Lucerne Caledonians“ (lucaledonians.ch) rund um Matthias Kühn, manche in Braveheart Tracht und mit Dudelsack bewaffnet, auf die Bühne um diesen Song zu was ganz besonderem zu machen. Beim Accoustic Set war die Stimmung dann am Siedepunkt. Kein Wunder, durften die Fans doch die Songauswahl bestimmen. Nach „Lift u Up,“ war aber Schluss und die Schweizer Eidgenossen verabschiedeten sich zum ersten Mal und bedankten sich beim Publikum. Nach diesem grandiosen Auftritt war es jedoch klar, dass es noch ein paar Zugaben in Form von „Sister Moon“ und „Anytime, Anywhere“ geben würde. Danach sollte eigentlich wirklich Schluss sein, aber die Fans peitschten Gotthard zu absoluten Höchstleistungen. Als Dankeschön legten die Schweizer noch „Mighty Queen“ nach und Gitarrist Freddy Scherrer versicherte mir nach dem Gig, das dieser Song nicht mehr geplant war. Hut Ab.

Fazit. Heute wehte wieder der Spirit der 80iger durch die Olympiahalle und man hat gesehen dass dieses Package auch für die Olympiahalle prädestiniert ist, obwohl mancher im Vorfeld diesbezüglich Bedenken hatte. Erstklassiges Publikum, Gotthard am Zenit ihres Schaffens, denn besser geht fast nicht mehr und mit Europe ist ebenfalls wieder zu rechnen.

Mein persönlicher Dank geht an die charmante Sandra Eichner, die uns ermöglichte die Bands zu treffen und die Olympiahalle einmal Backstage zu sehen. THANKS!


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