04.02.2010, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

SONATA ARCTICA

Veröffentlicht am 15.02.2010

Eine der wenigen Bands aus dem Melodic Metal-Sektor, die auch alpenländische Gefilde mit einer gewissen Regelmäßigkeit heimsuchen, sind mit Sicherheit die finnischen Wölfe von SONATA ARCTICA. Und auch auf ihrer aktuellen Promo-Tour zum neuen Album "The Days Of Grays" hatten die Mannen um Fronter Tony Kakko natürlich ein paar Österreich-Dates eingeplant; ursprünglich hätten diese Shows ja allerdings schon im vergangenen November stattfinden sollen. Auf Grund einer Erkrankung von Sänger Tony allerdings mussten diese Konzerte auf Februar 2010 verschoben werden, und so wurde der Wien-Gig nun am 4. Februar 2010 im Gasometer nachgeholt! Nach den offenbar nicht ganz die Erwartungen erfüllenden Ticketverkäufen beim letzten Gastspiel von SONATA ARCTICA in Wien im Winter 2008 hatte man diesmal die Finnen ursprünglich in der Szene Wien eingeplant; doch diesmal ließ sich die ausgehungerte Melodic Metal-Fangemeinde nicht lumpen, und so wurde ob der großen Nachfrage flugs die Show in die gößere Halle des Gasometer verlegt.

Der geplante Toursupport DELAIN aus den Niederlanden konnten zwar wegen der Terminverschiebung bei den nachgeholten Shows nicht dabei sein, daher durften wir von THE DRAGONSLAYER PROJECT den Abend für SONATA ARCTICA in Wien eröffnen, und die Wartezeit auf den Main Act für das Publikum ein wenig verkürzen; und bei der guten Stimmung die im Publikum eigentlich von Anfang an herrschte, war das auch für uns natürlich ein großartiges Erlebnis. Vom originären Billing waren allerdings glücklicherweise WINTERBORN noch übrig geblieben, und diese Herrschaften überzeugten mit druckvollem, heftigen Sound und technisch herausragender Performance; leider wurde dennoch das eigentlich starke Songmaterial der Band beim Publikum nicht ganz so angenommen, wie man das so einer starken Band eigentlich wünschen würde! Besonders beeindrucken konnte einerseits Säner Teemu Koskela mit einer amtlichen Reibeisenstimme, die den Vergleich mit jenen von Berufskollegen wie Jorn Lande oder Russell Allen keineswegs zu scheuen braucht, und andererseits die Gesamtperformance der Band, die durchaus tight und gut aufeinander eingespielt agierte. Vielleicht lag die etwas verhaltene Publikumsreaktion ein bisschen an der etwas behäbigen Stage-Performance, oder am zusätzlichen Härtegrad des Songmaterials im Direktvergleich zu den sicher leichter bekömmlichen Songs und Sounds von SONATA ARCTICA, aber nach Songs wie "Black Rain" oder dem abschließenden "Last Man Standing" bekamen die Finnen dennoch formidablen Applaus, und wurden sohin gebührend in den verdienten Feierabend verabschiedet.

Schließlich war es dann nach erneuter Umbauphase soweit, und SONATA ARCTICA durften die Bretter der Planet.tt-Halle im Gasometer - wieder mal - erobern. Und das gelang auch hervorragend; von den ersten Tönen des eröffnenden "Flag in the Ground" an war das etwa 800 Nasen zählende Publikum natürlich voll auf der Seite der Finnen, und feierten die Herren bei Songs wie den "Ecliptica"-Gassenhauern "Full Moon", "8th Commandment" und "Replica" genauso ab wie bei Tracks jüngerer Generation, wie etwa dem schönen "The Last Amazing Grays" vom aktuellen Scheibchen. Auch die üblichen Keyboard- und Gitarrensoli von Henrik und Elias an ihren respektiven Instrumenten durften natürlich nicht fehlen, ebensowenig wie die Göttergabe "The Cage" vom "Winterheart's Guild"-Album, mit dem auch der reguläre Teil abgeschlossen wurde. In hervorragender Form und bester Laune präsentierte sich übrigens auch Sänger Tony, der ja früher live immer mal wieder etwas zu kämpfen hatte. Heute ist er aber über alle Zweifel erhaben, und liefert nicht nur absolut erstklassige Performances sogar von schwierigen (weil sehr schnellen) Songs wie "Black Sheep" oder eben "The Cage" ab, sondern findet auch noch Zeit, kurz mal "Total Eclipse of the Heart" anzusingen, oder mit dem Publikum dann eine schnelle Runde "We Will Rock You" zu inszenieren. Hin und wieder fallen seine Ansagen vielleicht etwas lange aus (möglicherweise hätte man da stattdessen noch den einen oder anderen Song im Set untergebracht), aber unterm Strich beweisen SONATA ARCTICA nach den abschließenden Zugaben "Black and White" und natürlich dem monumentalen "Don't Say A Word" an diesem Abend, warum sie völlig zurecht zur absoluten Speerspitze des melodischen Metalls weltweit zu zählen sind.

Man kann ja über SONATA ARCTICA sagen was man will - manch einem mögen sie vielleicht gar zu kitschig und breitentauglich sein mittlerweile, aber handwerklich sind die Herren halt einfach Top, und der Erfolg gibt ihnen Recht; insofern wird auch nach dieser Klasseshow davon auszugehen sein, dass die Finnen auch auf ihrer nächsten Tour wieder bei uns vorbeischauen - und das ist auch verdammt noch mal gut so! Setlist SONAT ARCTICA: Flag In The Ground Paid In Full Full Moon 8th Commandment As If The World Wasn't Ending Last Amazing Grays Juliet Replica Black Sheep The Cage ---- Black & White Don't Say A Word Vodka


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