06.07.2010, ((szene)) Wien

GWAR

Text: nagelfar
Veröffentlicht am 15.07.2010

Auch nach 25+ Jahren gibt es immer noch Leute, die angesichts seltsam gekleideter GWAR Fans ungläubig fragen, ob das getragene Tshirt immer schon diesen seltsamen Batik Look besessen hat oder doch beim letzten Hippie Revival übergeblieben ist.

Nachdem man diese Unwissenden dann in die Feinheit GWARscher Bühnenarbeit (grün-blaues Sperma, Enthauptungen und generell viel spritzendes Blut) eingeführt (oder, perfider Weise die eigenen Freunde unter falschen Voraussetzungen a la: Die sind wie DEICHKIND, mit Show und so! in die Szene gelockt) hat, denken die meisten noch, dass man nun endgültig den Verstand verloren habe oder, dass es doch nicht so schlimm werde könne.

Glücklicherweise erkennt aber auch der verbohrteste Zweifler nach den ersten 50 Litern Kunstblut, das auch die hintersten Winkel der Szene an diesem Abend kaum Schutz vor dem über sie hereinbrechenden Spektakel aus Metal, guts and blood bietet. Sei es nun der überdimensionale Schwanz von Oderus Urungus, der abgeschlagene Kopf des Jewcifers oder diverse Körperöffnungen des Nazipope, alle spritzen fröhlich, mehr oder weniger im Takt der Musik ihr innerstes Innerstes in die freudestrahlende Menge. Selten, dass ein kollektives Blut Bukkake soviel positive Energien freisetzt!

Netterweise hat auch die Musik bei GWAR mittlerweil ein qualitatives Level erreicht, das es mit jenem der Show durchaus aufnehmen kann, vor allem da diese im Vergleich zum Auftritt in der Arena vor einigen Jahren weniger auf die Deko Elemente sondern (noch) mehr auf die handelnden Personen/Monster/Celebrities setzt.

Dieser sozialkritische Streifzug durch die aktuelle Weltpolitik ist natürlich der amüsanteste Teil einer GWAR Show auch wenn im österreichisch/deutschen Raum Figuren wie Hitler-Jesus immer wieder zu Diskussionen führen (Ja dürfen die denn das?!). Leider ist an diesem Abend schon nach einer Stunde Schluss, etwas enttäuschend bei 18 Euro und keiner Vorband! Die Blicke ahnungsloser Passanten in der UBahn angesichts einer Horde rosa gesichtiger Metaller entschädigt aber auch für diesen Punkt und so darf man gespannt sein, welche Promis beim nächsten Konzert der "Schockrocker" dran glauben müssen.


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