24.09.2010, Viper Room

TIM "RIPPER" OWENS

Veröffentlicht am 28.09.2010

Ende letzten Jahres zauberten die Herrschaften von Catapult Promotions mit der Solo-Tour von PAUL DI'ANNO ja einen regelrechten Überraschungshit aus dem Hut, und vor wenigen Tagen legte man dann mit einer weiteren Sänger-Legende des Rock- und Metalzirkus lautstark nach: Niemand geringerer als die ehemalige JUDAS PRIEST- und ICED EARTH-Frontröhre TIM "RIPPER" OWENS gab sich im Wiener Viper Room die Ehre, und glänzte nicht nur stimmlich, sondern auch durch eine starke Setlist und gute Stimmung! Den Anfang des Abend bestritten aber zunächt ENCLAVE aus Mödling, und die Jungs heizten dem bereits vorhandenen Publikum mit ihrem stimmigen melodischen Thrash-Metal auch ordentlich ein! Gut, stilistisch passte die Truppe wahrscheinlich noch am wenigsten ins Gesamtpaket, ließ sich dadurch aber nicht beirren, und lieferte eine solide, starke Show ab, wobei besonders die Tightness der Jungs sehr positiv auffiel. Eigentlich hätten an diesem Abend ja auch noch CRIMES OF PASSION spielen sollen, diese mussten aber leider krankheitsbedingt absagen, und so konnten ENCLAVE immerhin etwas später beginnen, was für die Jungs rein publikumstechnisch auch sicherlich nicht von Nachteil war.

Nach der durchaus überzeugenden Show von ENCLAVE durften als nächstes dann die Wiener Lokalmatadoren (und -innen) von ECLIPTICA ran. Und dass die Kapelle rund um Bandleader Markus Winkler und Frontröhre Tom Tieber (ex-VIVIAN) nicht zuletzt auf Grund von zahlreichen Support-Shows für Acts wie IN EXTREMO, AXXIS und einem Gig beim Wacken Open Air bereits viel Erfahrung sammeln konnte, ist bekannt. Und diese Erfahrung machte sich auch an diesem Abend wieder bezahlt, und das nicht zuletzt, weil man erstmals mit dem fixen neuen Mann an den Kesseln spielte! Gerade mal einen knappen Monat ist Roman Daucher (manch einem vielleicht auch als Fitness-Guru von "Café Puls" bekannt!) bei den Eclipticans dabei, und abgesehen von ein bisschen Nervosität beim Opener, ließ er bei seinem Band-Einstand nichts anbrennen - und die routinierte Performance der restlichen Band half ihm dabei ganz gut auch über die eine oder andere versteckte Unsicherheit hinweg. Mit viel Spielfreude, aber wenig Platz auf der Bühne (gab es doch - wieder mal - 2 Drumsets auf der winzigen Viper Room-Bühne) zockten sich ECLIPTICA so durch Hits und Kracher ihres Debütalbums "Impetus" wie "Land Of Silence", "My Paradise", "Jester In The Ballroom" und "Carry On", daneben brachte man auch noch den neuen Song "Fire Burn" vom aktuell in Arbeit befindlichen Album, ehe man dann mit einer originellen Klingelton-Einleitung von Sänger Tom das Set mit "Twilight Hall" ausklingen ließ. Zwar gab es für ECLIPTICA ob der Vielzahl an Bands heute nur etwas knappe 35 Minuten Spielzeit, aber die wusste man zu nutzen - und konnte nach dem Gig wieder einige neue Fans (u.a. aus England) begrüßen. Ebenfalls in verdammt starker Form präsentierten sich die wie schon bei PAUL DI'ANNO mitgereisten THUNDERBOLT aus Norwegen. Besonders Sänger Tony versteht es, mit seinem sehr druckvollen Organ den klassischen Heavy Metal und Hard Rock der Truppe zu veredeln, und Freunde von Bands wie SAXON, PEGAZUS und - no na - JUDAS PRIEST wurden hier bestens bedient; und sodann auch THUNDERBOLT von der versammelten Meute frenetisch abgefeiert. Dies zwar nicht zu Unrecht, war die Performance der Band doch wie erwähnt hervorragend - mir fehlt aber bei den Songs ein wenig das "gewisse Etwas" - so plätscherten die Nummern zwar sehr gut gespielt, aber irgendwie beliebig vor sich hin, und kaum einer der Hooks war wirklich zündend, und krallte sich gleich im Ohr fest. Eine gute Performance, die aber leider schnell wieder vergessen wird... irgendwie schade, denn technisch und spierlerisch haben es THUNDERBOLT allemal drauf.

Das wahre Highlight des Abends stand uns aber natürlich noch bevor, und wie - wenn man sich schon vorher ein paar Setlists der jüngeren Vergangenheit von Mr. Owens Solo-Tour angesehen hat - zu erwarten, startete der "Ripper" auch gleich mal mehr als amtlich mit DER Priest-Nummer schlechthin "Painkiller" in sein Set, und legte mit "The Ripper" und "Burn In Hell" auch gleich noch fett nach; und auch die folgende BEYOND FEAR-Nummer "Scream Machine" knatterte stolz und druckvoll ins Publikum; und spätestens jetzt fraßen dem Ripper die versammelten (ca. 200) Leute brav aus der Hand. "Running Wild" wurde geboten, dann auch noch "One on One" aus Tim Owens eigener JUDAS PRIEST-Ära; und mit "The Ides Of March", gefolgt vom Gassenhauer "Wrathchild", wurden auch die IRON MAIDEN-Fans der Runde bedient. Gänsehaut war dann bei des Rippers DIO-Tribute-Session angesagt - spontan wurden da erstmal "Heaven and Hell" und "Man on the Silver Mountain" angezockt, die eigentlich gar nicht in der Setlist vorgesehen waren, ehe es dann mit "Children Of The Sea" einen BLACK SABBATH-Klassiker in wunderbarer Form zu hören gab. Damit aber noch nicht genug - schließlich gab's dann auch noch den RAINBOW-Hammer "Gates Of Babylon" zum Drüberstreuen. Dann ging's aber wieder in die JUDAS PRIEST-Klassiker-Abteilung, und der Ripper beendete das reguläre Set noch mit den absoluten Gassenhauern "Desert Plains" und natürlich "Breaking The Law", ehe er von der tobenden Menge lautstark zum Zugabenblock gerufen wurde. Der hatte es dann auch nochmal ordentlich in sich, immerhin legte man noch mit "Hell Bent For Leather", "The Hellion/Electric Eye" und dem abschließenden "Living After Midnight" ein paar ordentliche Partykracher nach. Alles in allem ein rundum gelungener Gig des sympatischen Amerikaners, der sich in bester Laune und hervorragender stimmlicher Verfassung (natürlich am deutlichsten bei den spitzen Halford-Schreien bemerkbar, die Rob Halford selbst heute leider nur mehr bedingt gut schafft) präsentierte und mit einer Hammer-Setlist natürlich für strahlende Gesichter bei den versammelten Fans des klassischen Schwermetalls sorgte. Gut, bemängeln könnte man vielleicht, dass keine Songs von ICED EARTH gebracht wurden, auch keine der Ripper-Ära bei den Florida-Powermetallern; aber andererseits sind wohl die Priest-Klassiker doch die zwingenderen Nummern als etwa ein "When The Eagle Cries" oder "Declaration Day". Und Tim "Ripper" Owens selbst hat dann nochmal persönlich dafür sorge getragen, dass diese Klassiker auch halten, was sie versprechen. Sehr feine Show, hoffentlich bald wieder! Setlist TIM "RIPPER" OWENS (ohne Gewähr für Richtigkeit & Vollständigkeit): Painkiller The Ripper Burn In Hell Scream Machine Running Wild It Is Me Heaven & Hell / Man On The Silver Mountain Jam Children Of The Sea The Ides Of March Wrathchild One On One Gates Of Babylon Desert Plains Breaking the Law ------------- Hell Bent For Leather Starting Over The Hellion / Electric Eye Living After Midnight


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