17.11.2010, Escape Metalcorner

WEHRMACHT

Text: bender
Veröffentlicht am 21.11.2010

Über 20 Jahre lang war die Thrashcore Legende mit dem zweifelhaften Bandnamen völlig von der Bildfläche verschwunden, weshalb ihre plötzliche Reunion in Originalbesetzung schon für eine ziemliche Überraschung gesorgt hat. Erfreulicherweise haben sie es im Rahmen ihrer „Fast as a Shark Attack“ Tour nun auch erstmalig nach Wien geschafft, woraufhin wider erwarten relativ viele Menschen ins Escape gepilgert sind.

Der Abend wurde zunächst von der jungen Thrash-Metal Band FLESHSTORM aus Wien eröffnet, die trotz leichter Defizite auf der musikalischen Seite mit humorigen Ansagen sowie einer großen Prise Selbstironie zu überzeugen wussten. Konsequenterweise wurde der Auftritt mit einer deutlich härteren Version des TEENAGE MUTANT HERO TURTLES Titelsongs von Frank Zander beendet, nur der Boden hat trotz vollmundiger Ankündigung dann doch nicht gebrannt.

Danach kamen die reiferen Herren von FOLTERKAMMER auf die Bühne, die mehr als zwei Jahrzehnte gebraucht haben ehe ihre erste Platte veröffentlicht wurde. In dieser langen Zeit haben die Musiker immerhin ein annehmbares technisches Niveau erreicht, aber da ihre Songs dennoch keinerlei Wiedererkennungswert besitzen wurde die Sache ziemlich schnell langweilig. Vor allem der prollige Sänger ging mit seinem stumpfem Gegröle und diversen peinlichen Posen ziemlich auf die Nerven, weshalb die Band samt ihrem sinnfreien Kult um den Mungluz Gurgur wohl für immer eine kaum beachtete Lachnummer bleiben wird.

Als WEHRMACHT nach einer knapp halbstündigen Verspätung erwartungsgemäß mit „Shark Attack“ loslegten, wurde die aufkeimende Euphorie zunächst noch ein wenig vom recht schwache Sound gebremst. Doch zum Glück besserte sich dieser mit der Zeit etwas, und danach gab es auch beim Publikum kein Halten mehr. Sänger Tito kündigte zwar beinahe jede Nummer mit dem gleichen Spruch an („The Next One is a Classic!“), aber irgendwie hatte er damit ja auch verdammt recht, denn Nummern wie „You Broke My Heart (So I Broke Your Face)“, “Gore Flix”, “United Shoebrothers” sowie das überaus geniale “Radical Neck Dissection” haben auch nach 20 Jahren noch nichts von ihrem Reiz verloren. Der Auftritt wurde nur leider viel zu früh beendet, denn nach einer knappen Stunde war der Spaß auch schon wieder vorbei. Dennoch dürften die meisten Besucher zufrieden nach Hause gegangen sein, und wenn uns die Band demnächst vielleicht noch mit einem neuen Album überrascht, dann sollte auch genug Material für ein längeres Konzert vorhanden sein.

WEHRMACHT Setlist : (ohne Gewähr) Shark Attack You Broke My Heart (So I Broke Your Face) Drink Beer Be Free The Wehrmacht Drink Jack Gore Flix Suck My Dick Barrage of Skankers Balance of Opinion Radical Neck Dissection Jabberjaw United Shoebrothers Biermacht Fast As A Shark Night Of Pain E


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