04.12.2010, All-Karthalle Kaufbeuren

AVANTASIA

Text: manfred
Veröffentlicht am 08.12.2010

„Es wird eine einmalige Angelegenheit sein!" war sich Tobias Sammet, Schöpfer von AVANTASIA sicher, als sich das Allstarprojekt vor einigen Jahren aufmachte, die Magie ihrer Alben mit all den Gaststars aus der Rock- und Metalszene weltweit auf die Bühnen zu bringen. Und was im Vorfeld viele für unmöglich gehalten hatten, wurde dann tatsächlich nach langer Vorbereitungszeit, bei den atemberaubenden AVANTASIA-Headlinershows auf den Sommerfestivals 2008 im großen Stil umgesetzt. Noch heute reden viele Fans von den beeindruckendsten Momenten, die sie als Konzertbesucher erleben durften.

Der Wunsch nach Hallenshows war immer da, doch das Risiko und der Aufwand waren einfach zu hoch. Doch zum Winterbeginn 2010 war es dann wirklich soweit. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut – AVANTASIA ging wieder auf Tour. Wir hatten das Glück, sie am 4. Dezember in Kaufbeuren live zu erleben. Mit uns warteten ca. 2500 Besucher auf das Gesangsspektakel von Herrn Sammet mit Jorn Lande, Michael Kiske, Bob Catley, Amanda Somerville, Kai Hansen und auch Gitarrist Oliver Hartmann steuerte Vocals bei.

Obwohl ich dieses Jahr schon einige Konzerte sah, wartete ich mit noch nie dagewesener Spannung auf den Augenblick bis AVANTASIA die Bühne stürmten. Gleich der Opener „Twisted Mind“ kam arschtight aus den Boxen, nur ein wenig gewöhnungsbedürftig weil man da einfach den Gesang von Roy Khan (KAMELOT) gewohnt war. Weiter ging es mit „The Scarecrow“ und „Promised Land“, bei dem Sänger Jorn Lande sich brillant in Szene setzte. Überhaupt hat sich Jorn in den letzten Jahren mit seiner tollen Ausstrahlung zu einem richtig unverkennbaren Ausnahmesänger entwickelt. Als dann Mr. Bob Catley die Bühne betrat und „The Story ain´t over“ anstimmte, war ein Hauch von Nostalgie in der Halle zu spüren. Der bestens gelaunte MAGNUM Sänger veredelte den Track mit seiner außergewöhnlichen und traumhaften Stimme und sorgte für Gänsehautalarm. Nun kam der Augenblick auf dem so viele Leute seit Jahren warteten: Michael Kiske enterte die Bühne und sang die Übertracks „Reach out for the Light“ und „The Tower“. Nichts aber auch gar nichts hat dieser Mann von seiner Stimme eingebüßt. Ein hoch motivierter und immer zu Faxen aufgelegter Sänger präsentierte sich in überragender Form, obwohl ihm eine Erkältung zu schaffen machte und er unbedingt pullern musste. Bei „Death is just the Feeling“ kam Kai Hansen mit Zylinder und Stock, doch ohne seine heißgeliebten Gitarre bewaffnet, auf die Bühne und brachte ein wenig Entertainment in die Kart Halle. John Oliva zu ersetzten ist ein schwieriges Unterfangen, aber Kai Hansen meisterte dies mit Bravour. Mit „Lost in Space“ kam dann ein Song zum Zuge, den laut Herrn Sammet alle Leute Scheiße finden. Nichts desto trotz wurde er fleißig von den Besuchern mitgesungen.

Die Setlist dieser Tour ist ja wirklich eine Aneinanderreihung von Hits. Man muss wirklich dabei gewesen sein, denn man kann ein Ereignis mit solchen Top-Sängern kaum beschreiben. Ein riesengroßer Höhepunkt war "Stargazers", wo auch Gitarrist Oliver Hartmann zeigte, dass er nicht nur die Axt schwingen kann und sich Jorn und Kiske ein atemberaubendes Gesangsduell lieferten. Bob Catley ist auf der Bühne sowieso ein Bild für sich. Mit seinen ausholenden Gesten, mit denen er seinen Gesang untermalt, grenzt es fast an ein Wunder, dass er bei dem ganzen Trubel auf der Bühne niemanden niedergeschlagen hat. Kleinere Pannen, wie Text vergessen und nicht funktionierende Gitarren, konnten dem ganzen Spektakel aber keinen Abbruch tun und wurden mehr oder weniger gekonnt überspielt. Den Abschluss, wo Publikum und Band wirklich noch mal alles gaben, bildeten „Avantasia“ und „Sign of The Cross“/“The Seven Angels“, wo nochmals nach allen Regeln der Kunst abgefeiert wurde. Das komplette Konzert war eine musikalische Reise durch alle Alben und man konnte fast 3 Stunden in die Welt von AVANTASIA eintauchen und den Alltag ein wenig vergessen. Zutiefst beindruckt von der musikalischen Darbietung aller Protagonisten des Abends verlies ich die Halle. Der Mythos den sich Herr Sammet mit seiner Rockoper erarbeitet hat, wird weiterleben auch wenn diese Hallentour eine einmalige Gelegenheit war. An diesen für mich denkwürdigen Abend wurden die Herzen vieler Menschen aus Nah und Fern erobert. Danke Kaufbeuren, ihr ward ein tolles Publikum und wir kommen gerne wieder. Die Show war Genus in großer Dimension. Perfekt.

Setlist Twisted Mind The Scarecrow Promised Land Serpents In Paradise The Story Ain’t Over Prelude Reach Out For The Light The Tower Death Is Just A Feeling Lost In Space In Quest For Runaway Train Dying For An Angel Stargazers Farewell The Wicked Symphony - The Toy Master Shelter From The Rain Avantasia Sign Of The Cross / The Seven Angels


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