07.12.2010, Arena - kleine Halle

SWALLOW THE SUN

Veröffentlicht am 14.12.2010

Bei den Temperaturen der letzten Tage dürften sich zumindest zwei der heutigen Bands heimelig fühlen. Der frostige Abend lockte etliche Besucher in die Nähe der Arena. Vor den Eingängen teilt sich die Menge jedoch, denn die große Halle bietet heute Platz für die SWANS. Wir jedoch begeben uns linker Hand in die kleine Halle, in welcher MAR DE GRISES, SOLSTAFIR und SWALLOW THE SUN darauf warten, ein spannendes Programm präsentieren zu können. Die chilenischen MAR DE GRISES touren derzeit, um ihr neues Album „Streams Inwards“ zu promoten. Nicht nur progressiver Doom im Downtempo, sondern auch qualvoll ergreifender Gesang ist in diesem Meer der Trauer zu finden. Juan Escobar, ein Name der typisch südamerikanisch scheint, begibt sich schleunigst hinter sein Keyboard und schreit gleichzeitig lauthals ins Mikrophon. Die doomige Combo weiß mit ihren Instrumenten umzugehen und sogar am Schlagzeug werden Sustain- Effekte verwendet mit ordentlich Hall auf der Snare. Der lange Nachhall der einzelnen Riffs erzeugt ein dunstiges Ambiente und somit bestreitet das Quintett das erste Drittel des Konzertabends ausgezeichnet.

Die kleine Halle der Arena füllt sich, als sich die Isländer auf der Bühne ankündigen. SOLSTAFIR, welche ihr Viking Image schon vor einigen Jahren gekonnt gegen ein Post Rock/ Doom Image eingetauscht haben, betreten zu brennend heißen und wüstenhaften Klängen die Bühne. Das dazu passende Bühnenoutfit scheint von Clint Eastwood beeinflusst und auch der Whiskey, der zwischendurch auf der Bühne genossen wird, trägt zum „Wild West“ Flair bei. Sänger und Gitarrist Tryggvason ist zwar anfangs gar nicht gut bei Stimme, jedoch bessert sich das bald und heute spart die Band ohnehin am Gesang. So stehen eher bleiern schwere Gitarrenriffs im Vordergrund, welche mittels Magnetmodulation so lange als möglich ausgehalten werden. Die Setlist beinhaltete zwar einige bekannte Nummern des 2009er Album „Köld“ jedoch wurden durch das leider viel zu kurze Set einige Klassiker vernachlässigt.

Leider sind die Isländer nicht einmal zu einer Zugabe zu bewegen und auch für viele Besucher scheint der Konzertabend auch schon zu Ende zu sein. SWALLOW THE SUN spielen also vor einem Publikum, das gerade auf die Hälfte zusammengeschrumpft ist. Nichtdestotrotz strengt man sich auf der Bühne an und im Publikum gibt man sich Mühe, das auch lautstark zu würdigen. Der melodiös-doomige Sound und die vielen Tempowechsel und -variationen sorgen für Wiedererkennungswert. Da „New Moon“, das letzte Album der Band, zwar nicht ruhig aber dennoch etwas langsamer ausgefallen ist, werden auch für die Liveshow eher gemächlichere Nummern ausgewählt. Außerdem fehlt es ein bisschen an stimmlicher Härte. Trotzdem hängt sich Keyboarder Aleksi Munter voll ins Zeug und beweist, dass man nicht nur mit Gitarre und Bass auf der Bühne für Bewegung sorgen kann.

Grundsätzlich lässt sich ein stilgerechter Abend feststellen, denn der Sound der drei Bands passte ausgezeichnet zusammen. Lässt man außer Acht, dass SOLSTAFIR ein zu kurzes und SWALLOW THE SUN ein etwas zu ruhiges Set gespielt haben, kann man wahrscheinlich glücklicher sein, seine Zeit in der kleinen Halle der Arena verbracht zu haben als nebenan bei den SWANS.


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