10.02.2011, Tonhalle München

ACCEPT

Text: manfred
Veröffentlicht am 13.02.2011

Am Donnerstag dem 10. Februar 2011 machten wir uns wieder mal auf nach München, um einem Konzert der Solinger Stahlschmiedeinstitution ACCEPT beizuwohnen. Zuvor mussten wir uns aber noch die letzten Töne der NASTY NUNS, bzw. Nasty Nonsens, wie sie von uns umgetauft wurden, anhören. Viel konnte man nicht mehr ausmachen, aber dem Look nach schien es sich um eine Hair-Metal-Revival-Band zu handeln. Als zweite Vorband am Abend wurde uns STEELWING präsentiert, deren Promotion-Maschinerie auf Hochtouren läuft, sodass sie nach der hervorragenden BLIND GUARDIAN Tour nun für ACCEPT eröffnen dürfen. Leider blieb von der ganzen Chose nicht viel hängen. Lediglich der letzte Song „Roadkill (or be killed)“ grub sich einigermaßen in die Gehörgänge. Irgendwie hat man den Eindruck, sie versuchen so dermaßen hart nach 80er Metal auszusehen, dass sie vergessen sie selbst zu sein. Es fehlt die Authentizität und wirkt mehr nach Theater, jedoch ohne den selbstironischen Humor von z.B.STEEL PANTHER.

Nach kurzer Umbaupause geht es los mit der Hauptattraktion des Abends. Wolf Hoffmann und seine Jungs haben mit dem neuen Sänger und dem aktuellen, überaus starken Album „Blood of the Nations“ zwei Asse in der Hinterhand, die eine stahlharte Show versprechen. Eröffnet wird der Gig gleich mit dem Brecher „Teutonic Terror“ von besagtem neuen Album. Der Großteil der ca. 1200 Besucher ist ohne Aufwärmphase sofort auf 110 und ohne Atem zu hohlen wird auch gleich der „Bucket full of Hate“ ausgeschüttet.

Danach wird auch schon in der Klassiker-Kiste gewühlt. Es folgen „Starlight“, „Love Child“ und der erste Überhammer „Breaker“. Mit „New World Comin’“ begibt man sich für einen Augenblick wieder in die Neuzeit bis man mit „Restless and Wild“ erneut ordentlich die Sau raus lässt. In dieser Marschrichtung geht es auch weiter. Ich reiße die einzelnen Punkte nur mal kurz an: „Son of A Bitch“, „Monsterman“, „Metal Heart“, „Neon Nights“, „Bulletproof“, „Losers and Winners“ und „Aiming High“. Die Songauswahl lässt im Prinzip keine Wüsche offen (na ja, keine "London Leatherboys" diesmal), aber man kann nicht alle Gassenhauer in eine Show packen. Beim grandiosen „Princess of the Dawn“ mit tollem Basssolo kommt endlich auch das Publikum zum Zug und es wird ordentlich mitgesungen. Nach „Up to the Limit“ neigt sich mit „Burning“ die Show dem Ende zu. Natürlich fehlen noch zwei obligatorische Songs und die Solinger wollen uns diese selbstverständlich nicht schuldig bleiben. Zum bekannten Heidi-Heido-Heida Intro geht es mit „Fast as a Shark“ zurück auf die Bühne. Zu „Balls to the Wall“ und „Pandemic“ wird noch ein letztes Mal ordentlich die Matte geschwungen, bis der Vorhang leider endgültig fällt.

Die Spielfreude der gesamten Band war und ist einfach sagenhaft. Wolf Hoffmann zieht Grimassen, Peter Baltes und Herman Frank posen was das zeug hält und Stefan Schwarzmann trommelt als wäre es der Einzug des Jüngsten Gerichts. Mark Tornillo hat sich dermaßen gut ins Bandgefüge eingepasst, dass er Udo Dirkschneider fast vergessen macht. Er ist wirklich das Beste was der Band passieren konnte, denn seien wir uns ehrlich: So restless and wild wie ACCEPT momentan sind, ist Udo schon lange nicht mehr.

Ein erster Konzerthöhepunkt des noch jungen Jahres. Die zufriedenen Gesichter beim Verlassen der Halle sprechen für sich. Und ehrlich gesagt war der Auftritt beim Masters of Rock schon erste Sahne ,aber so eine Galavorstellung hätte ich heute nicht erwartet. TEUTONIC TERROR vom Allerfeinsten. TOP Accept Tonhalle, München, Setlist 10. Februar 2011 ((ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit): Teutonic Terror Bucket Full of Hate Starlight Love Child Breaker New World Comin' Restless and Wild Son of a Bitch Monsterman Metal Heart Neon Nights Bulletproof Losers and Winners Aiming High Princess of the Dawn (with bass solo) Up to the Limit Burning Encore: Fast as a Shark Pandemic Balls to the Wall


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