03.06.2011, Posthof

METAL OVERDOSE #36 - SERGEANT STEEL Album Release Party

Veröffentlicht am 08.06.2011

Die im Linzer Posthof beheimatete „Metal Overdose“-Konzertreihe stellt in Oberösterreich eine wahre Institution dar. Heimische Heavy-Bands bekommen hier die Chance, sich in einer von Mitteleuropas bestausgestattesten Venues zu präsentieren. Die 36. Auflage des Happenings stellte eine Besonderheit dar. Immerhin feierten die Lokal-Matadoren SERGEANT STEEL den weltweiten Release ihres aktuellen Longplayers „Lovers & Maniacs“ über Refused Records (Vertrieb: Twilight). Außerdem lag der Schwerpunkt nach diversen Death-, Thrash-, und Blackmetal Abenden erstmals auf melodischen, wie auch rockigen Klängen. Den Opener machten die Stahlstädter SCAVENGER OF SOULS. Die mit Abstand härteste Formation im Billing rumpelte sich durch melodischen Deathmetal inklusive modernen Core-Elementen. Trotzdem die ausgesprochen junge Truppe bereits um 19:30h die Bühne betreten musste, versammelte sich bereits eine respektable Fanschar vor der Lichttechnisch hervorragend in Szene gesetzten Bühne des mittleren Saals.

Für den Übergang von melodischem, aber derbem Sound, zu true-eren Klängen zeichneten sich die Wiener Fantasy-Metaller von DRAGONY verantwortlich. Der an BLIND GUARDIAN und natürlich HELLOWEEN gemahnte Sound machte nicht nur mit der Band vertrauten Fans, sondern auch so manchen zuvor unbedarften Linzer Metalhead neugierig. Die Drachen-affinen Bundeshauptstädter konnten erst jüngst mit Ralf Scheepers (ex-GAMMA RAY, PRIMAL FEAR, SCHEEPERS) einen prominenten Gastsänger für Ihr anstehendes Studio-Debüt „Legends“ gewinnen. Der Auftritt lässt in jedem Fall die Vorfreude auf dessen Release steigen. Vor allem die dramatische Performance von Sänger und Powermetal-Feschak Sigi, die Spielfreude von Sixstringer Daniel, und das tighte Drumming machten einen ausgezeichneten Eindruck auf die Oberösterreichischen Konzertbesucher.

Anschließend gab’s mit DOCTOR ROCK den ersten, reinrassigen Rock-Act des Abends zu genießen. Die in Steyr und Linz mittlerweile legendäre Combo überzeugt seit über einem Jahrzehnt mit super-eingängigem Material in der Schnittmenge von D-A-D und locker-flockigem 80er-Jahre Sunshine-Hardrock. Die mega-routinierten und hervorragend eingespielten Rockdoktoren verstärkten das Line-Up in den vergangenen Jahren u.a. mit Mario Sterns („der österreichische Ritchie Kotzen“), und ex-SERGEANT STEEL Tieftöner Christoph Moser. Als Opening-Track wählte man das neue „Faster & Harder“. Anschließend wurden altbekannte Band-Hymnen wie „Always Remember“ und „Clock Strikes Midnight“ zum Besten gegeben, und vom heimischen Publikum textsicher und lauthals mitgegrölt. Ein kleiner Wermutstropfen: Kurz vor Ende des Sets gab der Bass-Amp den Geist auf. Setlist DOCTOR ROCK: 1. Faster & Harder 2. Keep Coming 3. Always Remember 4. Bitch Is Back 5. Time For Everything 6. Dreaming of D-Land 7. Clock Strickes Midnight 8. Doctor Rock [Phil Vanderkill]

Langsam aber sicher näherte sich dann der Abend dem Ende; vor dem Headliner sollten aber dann nochmal die Kollegen von ECLIPTICA aus Wien ran, und ihre mittlerweile auch jenseits der Landesgrenzen bekannte Mixtur aus Hard Rock und klassischem Heavy Metal kam auch in der „Steel City“ Linz sehr gut an! Fronter Tom Tieber war natürlich wieder mal eine Klasse für sich, aber auch die zweistimmigen Parts mit Sängerin Sandra harmonieren bereits bestens. Aufgepeppt wurde das aus neuen Hits und alten Bandklassikern vom Debütalbum „Impetus“ zusammengesetzte Set dann noch durch ein paar feine Backing-Chöre, und stimmungsvoll viel natürlich wie immer der Balladenteil des Sets aus, das stilecht mit Westerngitarren vorgetragen wurde. Etwas schmerzlich vermisste ich persönlich das zuletzt in der Szene Wien noch fulminant gebrachte ROXETTE-Cover „Sleeping In My Car“ (wollte man etwa den Altmeistern, die am selben Tag in Graz gastierten, nicht die Show stehlen? ;) ), aber auch so wussten ECLIPTICA mit ihrem routinierten, aber nie langweiligen Spiel zu überzeugen, und konnten mit Sicherheit auch in Linz einige neue Fans dazugewinnen! Setlist ECLIPTICA: 1. Fire! Burn! 2. Dreamland 3. My Paradise 4. Blackened Day 5. Without You 6. Ready for a Ride 7. Love and Misery 8. Land of Silence

Und schließlich durften zu guter Letzt die Lokalmatadoren von SERGEANT STEEL, die ja eigentlich auch zur CD-Releaseparty von „Lovers & Maniacs“ geladen hatten, noch den gelungen Abend bei der Metal Overdose #36 mit einer Überdosis Glam Rock beschließen! Und natürlich wurden die Stadionrocker rund um Glitzermantel-Jack und Fronter Phil Vanderkill auch gleich lautstark abgefeiert, und dass bei amtlichen Partykrachern wie „Hammer of Love“, „Nuts of Steel“ oder „Still In Love“ sofort ordentlich die Mähnen geschüttelt und die Luftgitarren beglückt werden, ist ebenfalls klar. Apropos beglücken: Der Preis für das wohl geilste (im wahrsten Sinne des Wortes) Merchandising geht an diesem Abend wohl eindeutig ebenfalls an die Lovers & Maniacs von SERGEANT STEEL, hat man doch nebst den obligatorischen CDs und Shirts auch noch eigens angefertigte Kondome (mit Schokogeschmack!) im Sortiment! Man sieht, „Safety First“ gilt auch im Stadion-Rock (und grade dort braucht man für gewöhnlich ja auch viel Security)! Alle drei Daumen hoch dafür! Freilich unterhält man die hungrige Meute allerdings nicht nur mit eigenen Songs (von denen übrigens auch bereits ein brandneuer präsentiert wurde, der seinen Weg auf das kommende Album der Linzer Rocker finden soll, nämlich … ), sondern kann auch mit der einen oder anderen gelungen Cover-Nummer aufwarten, um das Publikum zusätzlich anzuheizen – und dass sowas mit Tracks wie dem AC/DC-Gassenhauer „You Shook Me All Night Long“ und der QUEEN-Hymne „We Will Rock You“ wunderbar funktioniert, liegt auf der Hand. Und so rocken sich die Herren in ihren spektakulären Outfits durch eine energiegeladene Show, die durch viel Spielfreude und Einsatz, aber auch durch hochklassige Performances geprägt ist. Die Jungs wissen schon ganz genau, wo ihre Stärken liegen, und wie man Glam Metal richtig fein zelebriert; darum, liebe Leute, solltet ihr demnächst die Möglichkeit haben, so wird tunlichst angeraten, sich SERGEANT STEEL einmal livehaftig einzuverleiben – den Rundumschlag mit dem „Hammer of Love“ wird man nicht so schnell vergessen! Setlist SERGEANT STEEL 1. Cry out your Heart, Baby! 2. Hammer of Love 3. Chasing Love 4. Still in Love 5. Taker of my Love 6. Some girls are Ladies 7. You shook me all night long (ac/dc) 8. Give me a Call 9. Mama horny 10. Jailhouse Rock (zz crüe-version) 11. Nuts of Steel zugabe: 12. Looking for an Angel 13. We will rock you (queen) [Dragonslayer]


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