29.06.2011, Arena

PRIMUS

Text: bender
Veröffentlicht am 08.07.2011

13 lange Jahre haben sich PRIMUS in Europa nicht mehr sehen lassen, und ihr letztes Album „Antipop“ ist jetzt auch nicht mehr besonders aktuell. Doch im Gegensatz zu so manchen anderen Helden vergangener Tage wie z.B. den MEAT PUPPETS oder auch VOIVOD, die sich allesamt mit einer äußerst spärlichen Kulisse zufrieden geben mussten, war das PRIMUS Konzert in der Arena bereits seit längerem restlos ausverkauft.

Vorgruppe waren die bei uns noch völlig unbekannten HOT HEAD SHOW aus London, in deren Reihen sich der Sänger und Gitarrist Jordan Copeland befindet, dessen Vater der POLICE Schlagzeuger Stewart Copeland ist, der ja wiederum mit Les Claypool gemeinsam die Band OYSTERHEAD gegründet hat. Musikalisch passte das Trio auf alle Fälle ganz gut ins Programm, klangen sie doch wie eine nervöse Mischung aus PRIMUS und SOUL COUGHING, weshalb sie vom Publikum auch durchaus wohlwollend aufgenommen wurden.

Danach wurde es in der übervollen Arena zusehends immer enger, und als PRIMUS dann endlich die Bühne betraten kannte die Begeisterung keine Grenzen mehr. Die Zuschauer bejubelten bereits beim Opener „Southbound Pachyderm“ nahezu jeden einzelnen Ton, und somit war von Anfang an klar, dass die Band an diesem Abend eigentlich so gut wie gar nichts falsch machen konnte. Wenn man etwas an dem Auftritt von PRIMUS kritisieren möchte, dann vielleicht am ehesten noch ihre leicht gewöhnungsbedürftige Songauswahl. Es wurden doch relativ viele bislang noch unbekannte Stücke dargeboten, die zwar allesamt durchaus zu gefallen wussten, zu deren Gunsten allerdings unzählige heiß ersehnte Lieblingsstücke auf der Strecke geblieben sind. Bei der Euphorie die bekanntere Hits wie „Frizzle Fry“, „Ground Hog`s Day“ und natürlich „Jerry was a Race Car Driver“ entfachen konnten, hätte es ruhig noch der ein oder andere Gassenhauer mehr sein dürfen. Nach der einzigen Zugabe „American Life“ war dann trotz einer Spielzeit von knapp 100 Minuten viel zu früh Schluss, denn PRIMUS hätten ruhig noch stundenlang weiterspielen können. Aber im September soll ja endlich ihr lang erwartetes neues Album „Green Naugahyde“ erscheinen, und vielleicht kann man die Band dann doch recht bald auch wieder bei uns bestaunen.

Setlist PRIMUS (ohne Gewähr): 1. Southbound Pachyderm 2. Those Damned Blue-Collar Tweekers 3. Lee van Cleef 4. Toys Go Winding Down 5. Over the Falls 6. Jilly's on Smack 7. Frizzle Fry 8. Ground Hog's Day 9. The Eyes of the Squirrel 10. Jerry was a Race Car Driver 11. American Life


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