01.10.2011, ((szene)) Wien

HARMANIC & CEMETERY GARDEN Double CD-Release

Text: Luka
Veröffentlicht am 03.10.2011

In einer österreichischen Co-Produktion laden HARMANIC und CEMETARY GARDEN zu einer gemeinschaftlichen CD-Release Party in der Wiener Szene. HARMANIC hat mit „Chronicles Of Devastation“ nach der EP „Forsaken Soil“ das erste Full-Length-Album am Start; auch CEMETERY GARDEN legen mit „„Personal Integrity" ihr Erstlingswerk vor. Unterstützt werden sie dabei durch weitere aufstrebende österreichische Bands. Nachdem mir die Wiener Linien wieder Mal eine ausgiebige Verspätung verursacht haben (Exkurs, der nichts mit dem Konzert zu tun hat: wieso gibt’s eigentlich immer Probleme, Verzögerungen, Notbremsungen etc. wenn man eh nur drei mal im Jahr öffentlich unterwegs ist? Murphys Law schlägt mal wieder zu…), komme ich gerade zu den letzten zwei Songs von LOWBAU an. Damit habe ich leider KILL THE LYCAN verpasst. Und nimmt man die letzten zwei Songs von LOWBAU als Maßstab, wäre es definitiv besser gewesen, früher anzukommen: der alternative Rock/Metal á la CLUTCH der Wiener kann live durchaus punkten. Die Bühnenshow passt auch: Sänger Deguyten verwendet ein Megaphon als Gesangseffekt, Drummerin Bea haut voller Inbrunst in die Felle, und die Saitenfraktion hat sichtlich auch Spaß an der Sache. Als nächstes sind dann BLACK INHALE an der Reihe. Die Jungs konnten mit der selbstproduzierten EP „Inner Pain“ sogar Kollegen Reini überzeugen. Warum, wird schon beim ersten Song klar: hier wird mächtiger, moderner Groove Metal im Stile von (neueren) LAMB OF GOD oder PANTERA geboten. Von letzteren haben sich BLACK INHALE den fetten Groove abgeholt, von ersteren die harmonisch interessanten doppelläufigen Gitarrenparts. Die Mischung zündet live super, und die Szene wird ziemlich schnell voll. Einen weiteren Hinweis auf PANTERA geben die Dimebag-Gitarren der Gitarristen Raffael Trimmel und David Gludovatz; eine weitere solche Gitarre wird dann bei CEMETARY GARDEN zum Einsatz kommen, was noch mehr Dimebag Darrell-Sentimentalität aufkommen lässt. Dann kommen CEMETERY GARDEN an die Reihe. Aufgrund der Vorschusslorbeeren (dritter Platz beim „Metalchamp“-Contest) war man schon gespannt was die Jungs so draufhatten. Leider konnte man das aber nicht beurteilen, da der Sound, der bei den Vorbands schon nicht optimal, aber halbwegs OK war, vollkommen in die Binsen ging. Man hörte hauptsächlich das Schlagzeug und die Vocals, von den Gitarren keine Spur. Soli waren nur an den Handbewegungen der Gitarristen erkennbar. Daher war die musikalische Einordnung recht schwierig – aufgrund der Vocals und mancher Schlagzeugpassagen tippe ich einfach mal auf eine Mischung aus Death und Thrash Metal. Bedingt durch den grottenschlechten Sound verlagerte sich ein Großteil des Publikums leider dann auch in Richtung lauschigen Gastgarten. Schade darum, die Jungs (und das Mädel am Bass) waren sichtlich motiviert und hätten sich etwas mehr verdient. Als Höhepunkt des Abends waren dann HARMANIC dran. Aufgrund der T-Shirt-Verteilung im Publikum war ganz klar, dass die meisten Anwesenden hauptsächlich wegen ihnen gekommen waren. Die Jungs sind schon seit längerem ein Geheimtipp, und bei der heutigen Show wird ganz schnell klar, dass sie mächtig Potential haben: mörderischer Groove, herrliche Gitarrenläufe, starke Gesangsleistung – hier hat einfach alles gepasst. Das eher stoische Publikum (das wohl nicht nur aus lauter Metalheads bestand, sondern auch aus Freunden und Familien der Bands – Kommentare wie „das ist aber schon sehr laut“ wurden an diesem Abend öfter gehört…) wurde dann aufgrund der fetten Riffs zum Headbangen fast gezwungen. Dass HARMANIC noch keinen internationalen Plattenvertrag haben, ist eine verdammte Schande – sie können mit bekannteren Bands definitiv mithalten. Insgesamt hat der Abend gezeigt, dass die junge Metal-Szene in Österreich definitiv am Leben ist. Von Bands wie LOWBAU, BLACK INHALE und HARMANIC wird man hoffentlich noch öfter und mehr hören (von CEMETERY GARDEN auch – aber dann bitte mit besserem Sound).


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