23.11.2011, Wiener Stadthalle

RAMMSTEIN

Text: Markus Mairhofer
Veröffentlicht am 25.11.2011

Lindemann und seine Jungs zählen wahrscheinlich zu den besten „Live-Act‘s“ dieses Planeten. Dies wurde mir am 23.11.2011 vor Augen geführt. Um 17:00 Uhr kam ich zur Stadthalle und ich erwartete eine ellenlange Warteschlange vor den Türen. Meine Vermutung bestätigte sich, denn die ersten Fans warteten seit 7:00 Uhr am Morgen vor den geschlossenen Türen. Leider war es nicht nur eine Warteschlange, sondern mindestens drei. Nach langer Wartezeit wurden um 19:30 die Türen geöffnet. Die „RAMMSTEIN-Fanatiker“ rannten sofort in die Halle, um sich einen Platz in der ersten Reihe sichern zu können, also lohnte sich das Warten für diese Leute. Nach kurzem „shoppen“ ging es dann in die Stehparterre. Gerade noch konnte ich mir einen Platz im ersten Wellenbrecher sichern. Dunkelheit überfiel die Veranstaltungshalle. Gegen 21:00, als die Herren durch einen Seiteneingang mit einer RAMMSTEIN- und einer Österreich-Flagge bewaffnet zu einer beleuchteten Plattform gingen, die sich nach einer Zeit in die Luft hob. Die Brücke zur Bühne wurde heruntergelassen, sodass sie diese auch nach diesem glorreichen Intro erreichen konnten. Wie versteinert standen sie da – und den Fans gefiel es. Eine gewisse Hysterie brach aus und alle schrien nur noch. Dann begann Till von eins bis neun zu zählen. Für Fans war klar: Das ist „Sonne“! Als die ersten brachialen Töne erklangen, hob sich die Stimmung der Menge drastisch. Natürlich kannte fast jeder die gesamten Texte, so wie auch bei diesem Lied. Wegen Feuerfontänen am Vorder- und Hinterteil der Bühne, und natürlich auch wegen der großartigen Musik, wurde den Jungs ein riesen Applaus gespendet. Logischerweise folgten „Sonne“ auch noch andere Hits, wie zum Beispiel: „Ohne Dich“, „Feuer Frei“, „Links 2 3 4“ oder auch „Mein Teil“. Durch diesen brachialen Sound und diese großartige Bühnenshow zogen RAMMSTEIN die Fans auf ihre Seite. Ein weiteres Highlight bot auch der Song „Bück Dich“. Die Brücke, über die die Jungs auf die Bühne kamen, wurde wieder heruntergefahren. Während „Kruspe“ diesen Prozess mit dem Keyboard einleitete, trieb „Doom“ die Sklaven „Lindemann“, „Riedel“, „Landers“ und „Flake“ über die Brücke zu der Plattform, die am Anfang in Erscheinung trat. Diese krochen allerdings auf allen Vieren und es wurde der Titel des Songs gut zur Geltung gebracht. Und auch mit ein paar sexuellen Anspielungen vom Frontmann der Band wurde teilweise für Gelächter bei den Fans gesorgt. Die drei Songs „Ohne Dich“, „Mann gegen Mann“ und, wie schon erwähnt, „Bück Dich“ fanden im Mittelpunkt der Halle statt. Nach dem letzten dieser Songs begab sich die Band auf die richtige Bühne zurück und verkündeten ihren Abschied. Kurze Zeit verschwanden sie von der Bildfläche, doch das konnte man als Fan nicht einfach so auf sich sitzen lassen. So begannen alle Zuschauer eine Zugabe zu fordern. Nach ein paar Minuten kamen sie zurück auf die Bühne. Mit „Mein Herz brennt“ wurde der Grundstein der Zugabe gesetzt. Darauf folgten „Amerika“, Ich will“, „Engel“ und „Pussy“. Wie auch in der gesamten Show kamen hier auch viele Spezialeffekte zum Einsatz. Jedoch möchte ich bei „Pussy“ die Peniskanone hervorheben. Durch die fordere Öffnung spritzte Schaum in die Menge, die Spaß daran hatte, das weiße Zeug abzubekommen. Manche shampoonierten sich ihre Haare, manche warfen das Zeug durch die Halle, aber auch manche schien der Schaum im Gesicht kaum zu stören. Die „Made in Germany“-Tour bot mir zum ersten Mal die Chance, so ein grandioses Konzert live erleben zu dürfen und es hat sich mehr als nur ausgezahlt. Die 73€, die man für ein Ticket verlangte, waren meiner Meinung nach perfekt investiert gewesen und ich denke, dass es so ziemlich alle Besucher so sehen. Für mich ist „Rammstein“ die beste Band, die ich jemals live gesehen habe. Der brachiale Sound und die geniale Show führten zu diesem Ergebnis, jedoch ist und bleibt das Ansichtssache.


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