01.12.2011, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

THE SMASHING PUMPKINS

Text: bender
Veröffentlicht am 14.12.2011

Die SMASHING PUMPKINS werken schon seit längerer Zeit an ihrem mehrteiligen „Teargarden By Kaleydoscope“-Opus herum und wenn alles glatt geht, wird den beiden bislang veröffentlichten EPs nächstes Jahr das dazugehörige „Oceania“-Album folgen. Von dem sollte es an diesem Abend auch bereits einige Hörproben geben und vielleicht kann sich die Band ja doch wieder ihrer alten Tugenden besinnen, denn alles was die Gruppe seit der 1998er Scheibe „Adore“ veröffentlicht hat, war dann doch eher zu vergessen (und so war es wohl auch kein Zufall, dass kein einziger Song aus dieser Phase den Weg in die Setlist gefunden hat).

Vorgruppe waren zunächst RINGO DEATHSTARR aus Texas, die klassischen Shoegaze-Rock im Stile von MY BLOODY VALENTINE, THE JESUS & MARY CHAIN oder auch SLOWDIVE zu bieten hatten. Ihre Songs klangen zwar allesamt recht gefällig, aber leider verlief der gesamte Auftritt auch ziemlich unspektakulär. Ihr erst dieses Jahr erschienenes Debütalbum „Colour Trip“ ist noch durchaus stimmig ausgefallen, aber auf der Bühne fehlte es der Band einfach an der nötigen Ausstrahlung.

Von der ursprünglichen Besetzung ist bei den SMASHING PUMPKINS ja ohnehin nur Alleinherrscher Billy Corgan übrig geblieben, und obwohl erneut ein asiatischstämmiger Gitarrist gefunden wurde und der Bass wie immer von einer Frau bedient wird, kann die aktuelle Band in Sachen Charisma keineswegs mit ihren Vorgängern mithalten. Die ersten 90 Minuten dieses Auftritts gestalteten sich dann auch noch äußerst zäh, da sich die Band hier vor allem auf noch unveröffentlichtes Material sowie diverse B-Sides konzentriert hat. Es wurden zwar gelegentlich bekanntere Stücke wie „Geek U.S.A.“ und „Soma“ eingestreut, aber irgendwie konnten diese Nummern keine wirklichen Akzente setzen. Erst gegen Ende begann sich die Hitdichte ab „Thru The Eyes Of Ruby“ deutlich zu verdichten und Billy Corgan schaffte es sogar erstmals einige Worte zu sprechen, doch gerade als die Stimmung im Publikum nach „Zero“ und „Bullet With Butterfly Wings“ ihren Höhepunkt erreicht hatte war das Konzert auch schon wieder vorbei.

Bei einer Spielzeit von über zwei Stunden sollte man sich ja eigentlich nicht beschweren dürfen, und in seiner Gesamtheit war die Songauswahl eigentlich auch recht ausgewogen, aber irgendwie wurden am Ende dann doch zu viele großartige Nummern vermisst. Vielleicht lag es auch an der gesichtslosen neuen Begleitband von Billy Corgan (die Bassistin machte durchgehend nur eine einzige Bewegung und dem Gitarristen war offensichtlich langweilig), dass der Funke an diesem Abend irgendwie nie so richtig überspringen wollte.



Setlist THE SMASHING PUMPKINS:

1. Quasar 2. Panopticon 3. Starla 4. Geek U.S.A. 5. Muzzle 6. Window Paine 7. Lightning Strikes 8. Soma 9. Siva 10. Oceania 11. Frail And Bedazzled 12. Silverfuck 13. Pinwheels 14. Pale Horse 15. Thru The Eyes Of Ruby 16. I Am One 17. Cherub Rock 18. Tonight, Tonight Zugaben: 19. For Martha 20. Zero 21. Bullet With Butterfly Wings


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