14.12.2011, Wembley Arena

DEF LEPPARD , MÖTLEY CRUE, STEEL PANTHER

Text: manfred
Veröffentlicht am 21.12.2011

Die Weihnachtszeit ist wirklich nicht Jedermanns Sache. Selbstmordgefährdete Handelsangestellte werden von kaufsüchtigen Pensionisten genervt und dem Metal Fan will bei Songs wie „Oh Tannenbaum“ oder „ Leise rieselt der Schnee“ das Bangen nicht so recht aus dem Nackenwirbel rutschen. Doch es geschah ein Wunder und ein prächtiger Donner erlöste die Metal Fans von ihrem Übel: STEEL PANTHER, MÖTLEY CRUE und DEF LEPPARD kamen auf Tour nach Großbritannien und ließen die Glocken, aber auch die Titten bimmeln wie noch nie. Und fünf wackere Salzburger, die der Weihnachtshektik entfliehen wollten, machten sich auf die Reise nach London, um den letzten Gig dieser großartigen Tour live in der Wembley Arena zu erleben. Also lest selbst. STEEL PANTHER im Vorprogramm einheizen zu lassen, dazu brauchen die zwei Headliner wirklich Selbstvertrauen. Seit einiger Zeit eilt den vier aufgestylten und schwanzgesteuerten Herren der Ruf voraus, den Top Acts die Show zu stehlen. Auch wenn STEEL PANTHER noch in der Sparte Newcomer gehandelt werden, Neulinge und Dilettanten an den Instrumenten sind sie ganz sicher nicht. Die vier amerikanischen Fickmonster, die oft behaupten, sie haben mehr Girls beglückt als eine englische Rugbymannschaft auf Gastspielreise, waren der prädestinierte Opener für dieses denkwürdige Konzert. Und Sie legten nach dem Intro des neuen Albums „Balls Out“ auch gleich mit „Supersonic Lovema-chine“ los. Vor allem lag das Hauptaugenmerk der Show auf der Promotion des aktuellen Materials, welches sich aber keinesfalls vor den „Klassikern“ verstecken muss. Nach „Tomorrow Night“ und seichtem Comedy-Banter, mit welchem sie die Show auflockerten, ging es zum ersten Höhepunkt der Show: „Asian Hooker“ – wovon Great Britain angeblich recht viele haben soll, zumindest laut Sänger Michael Starr. Nach „Just like Tiger Woods“, einem Gitarren-Solo von Satchel und dem ebenfalls vom neuen Album stammenden „Gold Digging Whore“ kam die gottgleiche Ballade „Community Proberty“ welche von nahezu dem gesamten Publikum in der Wembley Arena mitgesungen und abgefeiert wurde. In einem weiteren Song – „17 Girls in a Row“ beschreiben die vier Musiker, die mit gewissen Sexgott-Eskapaden aufwarten, wie sie 17 Girls hintereinander gebürstet haben. Mit dem All-Time-Fave „Death to all but Metal“ ging die tolle und kurzweilige STEEL PANTHER Show zu Ende. Natürlich wurden STEEL PANTHER für dieses tolle Konzert von den weiblichen Fans (ach ja ein 150 kg Brocken von Mann war auch dabei) gebührend entschädigt. Ich kann mich nicht erinnern, dass irgendwann mal bei einen Konzert so viele nackte TITTEN ausgepackt wurden und der Band präsentiert wurden. Hell Yeah -war das im wahrsten Sinne des Wortes geil. Spitz wie Nachbars Lumpi konnte ich kaum die nächste Band, nämlich MÖTLEY CRUE erwarten.

Setlist STEEL PANTHER

Supersonic Sex Machine Tomorrow Night Asian Hooker Just Like Tiger Woods Gold-Digging Whore Community Property 17 Girls In A Row • Death to all but Metal

Mit „Wildside“ beschleunigten die Herren MARS, SIXX, LEE und NEIL auch sofort von null auf hundert. Klar, kraftvoll und mit einem brillanten Sound rummste es aus den Boxen. MÖTLEY CRUE sind live nach wie vor richtig dröhnend heavy. Den gesetzten Mittvierziger neben mir, der sich nach Arbeitsschluss, gepflegten Goodtime Heavy Rock zu Gemüte führen wollte, kippte es angesichts dieser geballten Darbietung fast aus den Latschen. „Looks that kill“, „Shout at the Devil „ „Live Wire“ oder auch „Girls Girls Girls“ kamen mit einer Präzession und Heavyness aus der Anlage, dass einem das Blut aus der Nase schießen lässt. „Home Sweet Home“ wurde auf dem großen Laufsteg vor der Bühne inbrünstig von den Fans mitgesungen und diente nur zu Kühlung der Ohrmuscheln. Als dann noch Drummer Tommy Lee auf das überdi-mensionale Riesenrad gezogen wurde und er sein Drumsolo hängend an der Decke spielte, gab es für die Fans kein Halten mehr. Ich denke, ich hätte mich bei dieser Aktion von oben bis unten angekotzt. Nach knapp neunzig Minuten dampfte die Halle und die Herren verabschiedeten sich mit einer saugeilen Version von „Kickstart my Heart“. VINCE NEIL ist sicher als Shouter kein Rob Halford, Dio oder Geoff Tate und hatte auch ein paar gesangliche Aussetzer, aber er gehört in die Galerie der ganz großen Rock’n‘ Roll Sänger, die in zerfetzter Jeans und schweren Stiefeln eine Halle zum Kochen bringen. MÖTLEY CRUE waren live wie ein Orkan und eigentlich kann nichts Größeres mehr folgen.

Setlist MÖTLEY CRUE

• Wild Side • Saints of Los Angeles • Live Wire • Shout at the Devil • Same Ol' Situation (S.O.S.) • Primal Scream • Home Sweet Home • Looks That Kill • Drum Solo • Guitar Solo • Dr. Feelgood • Mutherfucker of the Year • Girls, Girls, Girls • Smokin' In The Boys Room (Brownsville Station Cover) • Kickstart My Heart

Falsch gedacht, denn als DEF LEPPARD die Bühne betraten, fallen die Engländer vor Freude fast über die Absperrung. Die Herren eröffneten ihr Set mit „Undefeated“ einem für mich deplatzierten Opener. Denn hier hätte ich eher einen Song wie „Stagefright“ erwartet. Fanatische Jubelstürme begrüßten die Band auf der Bühne und unterbrachen Joe Elliots Ansagen zwischen den einzelnen Songs. Die unglaubliche Reaktionen schienen die Band und ihre Musik zu neuen Formen des Perfektionismus auflaufen zu lassen. Die Specialeffects und die Lasershow waren unglaublich spektakulär und trugen erheblich zum Erfolg bei, erdrückten aber nie die Performance der Band. Auch Sänger JOE ELLIOT hat sich gegenüber dem letzten gesehenen Konzert in München gesanglich wieder enorm gesteigert. DEF LEPPARD 2011 boten nichts anderes als eine famose BEST OFF Zusammenstellung aus der beeindruckenden Bandgeschichte „Animal“, „ Hysteria“ „Love Bites“, „Bringing on the Heartbreak“, „Women“, „Photograph“, „Armageddon It“, etc. Es war schlicht und ergreifend gesagt eine Wucht! Man kann dieser Band vorwerfen was man will, ihre Liveshows sind immer und in allen Belangen ein Erlebnis. Sehr druckvoller, guter Sound, der von einer überdimensionalen Videoleinwand, die simultan zum Gig benutzt wurde, wirkungsvoll visuell unterstützt wurde. Mit der Zugabe „Lets Get Rocked“ donnerten DEF LEPPARD nach knapp eineinhalb Stunden schließ-lich zum letzten Mal über die restlos begeisterten Fans hinweg, dass der Putz nur so bröckelte. Das war genau der richtige Abschluss, bedenkt man, dass die komplett gefüllte Arena sowieso am Siedepunkt kochte. Wahre Helden sind eben nicht totzukriegen, wie an diesen Abend MÖTLEY CRUE und DEF LEPPARD auf glorreiche Art und Weise vorexerziert haben. GROSSARTIGES KONZERT von allen Bands und wir kommen sicherlich wieder- DANKE WEMBLEY, ihr ward großartig und schöne Frauen mit mächtigen T….n, also Prachtexemplare in fast allen Größen haben wir auch gesehen. Herz was will du mehr. Einfach nur phantastisch. Ach ja, obwohl die Merchpreise relativ hoch waren, wurden die Stände im Sturm genommen und fast restlos geplündert. Und für diejenigen, die kein Shirt ergattern konnten, gab es vor der Halle noch die Bootleg Händler, die auch noch schnell ihre Shirts an den Mann brachten – Unglaublich.

Setlist DEF LEPPARD

Undefeated Rocket Action (Sweet Cover) Let It Go C'mon C'mon When Love and Hate Collide Women Two Steps Behind (Acoustic) Bringin' on the Heartbreak (Acoustic Intro) Switch 625 Hysteria Animal Armageddon It Photograph Pour Some Sugar on Me Encore: • Love Bites • Let's Get Rocket

Fazit- England war eine Reise wert. Es war ein toller Roadtrip, der mir wieder vor Auge führte, welch famose Bands in den 80igern am Werk waren. Das war Nostalgie und pure Magie, die dieses Konzert zu einem unvergesslichen Abend gemacht haben. Und wenn dann noch ein betrunkener Österreicher einem Engländer mit viel Charme erklärt, wie man bei uns ein Stück Landjäger Würstel bestellt, dann bleibt kein Auge trocken.

Dieser Trip wird immer in positiver Erinnerung bleiben und es wird spannend, ob jemals ein Engländer mit diesen Worten „PLEASE CUT ME A BICYCLE FROM THE COUNTRY HUNTER DOWN“ sein Würstel bestellt- Aber zur Verteidigung des armen Stormbringer Englischgenies, der schon einiges intus hatte, sei gesagt- „I THINK I SPIDER THE DOG IS CLOSED“. Also auf Deutsch- Ich glaube ich spinne, der Hund ist zua. Flasche leer danke und aus.


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