04.03.2012, ((szene)) Wien

BLACK STONE CHERRY

Veröffentlicht am 20.03.2012

Ich war ja nicht schlecht überrascht, als mir die Jungs aus Kentucky, die da gemeinsam BLACK STONE CHERRY darstellen, im Rahmen ihres Support-Gigs für ALTER BRIDGE vergangenen November mit ihrem erdigen Southern Rock ordentlich die Ohren durchgeputzt haben, und mir - wie ich offen zugeben kann - auch weitaus besser gefallen haben als der eigentliche Headliner des Abends. So war es natürlich Ehrensache, auch bei der Headliner-Show von BLACK STONE CHERRY Anfang März 2012 wieder live dabei zu sein, und auch diesmal sollte ich nicht enttäuscht werden. Den Opener durften an diesem Sonntag Abend ROKKITÄHTI machen - bei den "Rockstars" (so etwa die Übersetzung des finnischen Bandnamens) handelt es sich jedoch keineswegs auch tatsächlich um Finnen, sondern um vier Jungs aus dem gänzlich unfinnischen Mattersburg. Stilistisch waren sie ja auch gar nicht schlecht gewählt, die Burschen, denn mit ihrem rockigen Cocktail aus Elementen von TURBONEGRO und den HELLACOPTERS, sowie ein bisschen QUEENS OF THE STONE AGE and den FOO FIGHTERS kommen sie auch beim BLACK STONE CHERRY-Publikum gut an. Zwar sollte man im Anschluss dann doch einen recht formidablen Qualitätsunterschied zum Headliner sowohl in Punkto Bühnenshow als auch musikalischer Profizienz bemerken, aber als Opener erledigen die Jungs ihren Job nicht schlecht, und das wird ihnen auch mit anerkennendem Applaus entlohnt. Ein bisschen wird man jedoch noch an sich arbeiten müssen, denn das gewisse Etwas fehlt noch ein wenig im Gesamtpaket. Trotzdem gelungene Show! Der Headliner dann ließ jedoch nichts anbrennen: Nach originellen Intros aus dem Hip Hop(!)-Bereich und dem (dann schon etwas besser passenden) "East Bound & Down" von Jerry Reed legen die Gentlemen rund um Frontröhre Chris Robertson auch gleich mit Vollgas los, und pfeffern "Change" und "Maybe Someday" in die ausverkaufte Szene. Beeindruckend dabei der sowohl transparente als auch unfassbar druckvolle Sound, und natürlich das unverkennbare Organ von Chris Robertson, der mich wieder einmal restlos begeistert: Da schaut der Mann aus wie das unbeliebte, ein bisschen dickliche Kind aus der Unterstufe, aber wenn der den Mund aufmacht, dann gibt's außer Rock'n'Roll, Soul und Blues nicht mehr viel, was der geneigte Hörer noch mitbekommt. Dass Robertson dann nebenbei auch noch ein richtig guter Sänger ist, und perfekt intoniert, setzt dem Gesamtpaket dann noch das Sahnehäubchen auf. So ist es dann auch beinahe nur Formsache, dass Nummern wie "Blind Man", "In My Blood" und das famose "Rain Wizard" auf Höchstniveau performt werden; auch das kurze Drumsolo von Wuschelkopf John Fred Young, der sich überhaupt das ganze Set lang hinter seinem Drumkit wegrockt, als ob es kein Morgen gäbe, wird frenetisch nach einer glanzvollen Performance von "White Trash Millionaire" abgefeiert. Danach gibt's dann das wohl heimliche Highlight der Show: Denn die Jungs drehen kurzzeitig die Verstärker ab, und performen einige Songs im Akustik-Gewand, wobei hier vor allem das wunderbare "Things My Father Said" hervorzuheben ist. Nach "Devil's Queen" gibt's dann noch ein besonderes Gustostückerl: So wurde nämlich während des gesamten Gigs von einem begeisterten Fan mittels Schild der Song "Peace Is Free" gefordert, und schließlich erbarmte sich Sänger Chris dieses Fans und BLACK STONE CHERRY performten die Nummer kurzerhand, die bislang nicht im Set enthalten war - und das sollte sich als wahrer Glücksgriff entpuppen. Denn hier übernimmt das Publikum dann das Ruder, und singt die gesamte Nummer quasi im Alleingang. Ein sensationeller Moment, der sogar die Band leicht sprachlos zurücklässt. Schließlich beendet man dann das Programm mit dem Stimmungskracher "Blame it on the Boom-Boom" und - natürlich - "Sweet Home Alabama" von LYNYRD SKYNYRD; und mit dem "Lonely Train" werden ein zufriedenes Publikum und eine erschöpfte Band in den Feierabend verabschiedet. Fazit: BLACK STONE CHERRY untermauern hier in eindrucksvoller Weise ihren Status als eine der besten Live-Rockbands dieses Planeten; wer die Jungs noch nicht gesehen hat, sollte das tunlichst nachholen. Mehr Blues kann man in seinen Southern Rock eigentlich nicht mehr reinpacken, und viel präziser und druckvoller kann man ihn auch kaum performen. Erneut eine rundum gelungene Show und mit Sicherheits ein frühes Highlight im noch jungen Konzertjahr 2012.

Setlist BLACK STONE CHERRY:

Change Maybe Someday Blind Man Such A Shame Soulcreek In My Blood Rain Wizard Like I Roll Killing Floor White Trash Millionaire Drum Solo Rocky Mountain Way (JOE WALSH Cover) Stay Things My Father Said Won't Let Go Devil's Queen Peace Is Free Blame It On The Boom-Boom Sweet Home Alabama (LYNYRD SKYNYRD Cover) Lonely Train


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