21.03.2012, Livestage

ERIC SARDINAS & BIG MOTOR

Veröffentlicht am 28.03.2012

ERIC SARDINAS betourte mit seiner neuen CD „Sticks & Stones“ den europäischen Kontinent und brachte den Blues in die beschauliche Alpenstadt Innsbruck. Bestens eingestimmt durch einen Ausflug auf die eindrucksvolle Festung Kufstein konnte auch das heutige Konzert energetische Spielfreude und wahre Wogen der Begeisterung beim Meister entfachen. Als Support-Act wurden CHERRY BOMB verpflichtet, die sich ja bekanntlich nach einem Song des amerikanischen Ausnahmekönners benannten. CHERRY BOMB Um 20.30 Uhr hieß es „Showtime!“ Das Trio CHERRY BOMB – 2 Amazonen und ein Gitarrist traten mit einem feinen Set aus Coverversionen an, das schon zahlreich anwesende Publikum anzuheizen. Allesamt bühnen- und liveerfahren schüttelte die Saitenfraktion (welche ohne Drummer angetreten war) hochprofessionell und routiniert Rock-Klassiker der Musikgeschichte wie „Fortune Son“ (CCR), „Old Time Rock N' Roll“ (BOB SEGER) oder „Fat Bottomed Girls“ (QUEEN) aus dem Ärmel und machte („weil ja der Frühling naht“) auch nicht vor dem Baywatch-Classic „I'm Always Here” Halt. Besonders spritzig und agil zeigte sich Frontfrau Sonja mit der roten Mähne, die hinter ihrem Mikroständer kräftig abrockte. Aber auch Basserin Irene verstand sich auf das entsprechende Posing und ein entsprechend hartes Gezupfe ihrer Bassgitarre. Besonders beeindruckend war weiters das scheinbar blinde Verständnis bei den mehrstimmigen Refrains, weitere Farbtupfer vermochten weiters die beiden von Gitarrist Heppo dargebotenen Songs („Man Of Constant Sorrow“ von BOB DYLAN und ROLLING STONES´ „Dead Flowers“) zu setzen. Eine intensive Coverversion von BILLY IDOLs „Rebel Yell“ rundete die fetzige Exkursion in die Rockgeschichte mehr als würdig ab und beschloß ein mitreißendes, abwechslungsreiches und erdiges Konzert.

ERIC SARDINAS & BIG MOTOR Stilecht ausgestattet mit Ledercowboyhut enterte der amerikanische Gitarrist samt seiner BIG MOTOR - Crew um 21.45 Uhr die LiveStage – Bühne und fand eine sehr gut gefüllte Halle vor. Die Mission hieß den Geist des klassischen, authentischen Blues-Rock unters Volk zu bringen. SARDINAS stellt optisch das personifizierte rauchige Bikerkneipenflair dar. Diesem sehr hohen Coolnessfaktor konnte nur noch Basser Levell Price das Wasser reichen, der mit seinem mächtigen Gesichtsbewuchs unter dem Cowboyhut wie ein Bär wirkte und ebenso Authentizität inmitten des Mississippi–Soundtracks versprühte. Mit expressiver Mimik bearbeitete der Meister seine durch zahlreiche Gigs in Mitleidenschaft gezogene Sechssaitige und fühlte sich richtiggehend in den kernigen Bluesrock, der aus den Boxen strömte, hinein. Generell hatte man das Gefühl, dass bei SARDINAS förmlich aus jeder Pore der Spirit des Blues herausquillt und die erdigen akustischen Schwingungen durch seine gesamte Körpersprache visualisiert und gelebt werden. Wie es eine Bekannte treffend formulierte: „Der macht ja richtiggehend Liebe mit seiner Gitarre“

Diese spürbare Leidenschaft schlug förmlich auf das Publikum um und brachte die Zuschauer zum Wippen, Nicken sowie die zahlreichen weiblichen Fans, die sich durch die Präsenz, das Können und auch vermutlich auch das Aussehen des Meisters animiert fühlten, kräftig zum Abrocken und zum Abtanzen. Der männliche Teil des Bluespublikums bestand aus reiferen Bluesrockern, aber auch Jungspunden, von denen wahrscheinlich nicht wenige dem Saitenhexer ERIC SARDINAS die einen oder anderen Kniffe auf der Gitarre abschauen wollten. Der STEVE VAI-Intimus ließ sich folglich auch nicht lange bitten und gab Saitenakrobatik galore zum Besten und malträtierte seine angekokelte und rostige Resonator Gitarre. Beste Stimmung herrschte also unter den geschätzt 150 Zuschauern, die von einem gut eingespielten, tight agierenden Trio bestens unterhalten wurden. Besonders ins Ohr und ins aufstampfende Rhythmusbein gingen dabei Nummern wie "Full Tilt Mama", „Flames Of Love", "Road To Ruin" oder "Piece Of Me", die durch mehr oder weniger improvisierte Soloeinlagen variiert oder verlängert wurden.

Intime Clubatmosphäre versprühten jene Momente, in denen SARDINAS abseits des Mikros zum Publikum sprach und seine Stromgitarre entsaftete. Generell suchte der sonst eher als introvertiert geltende Boogieman den Kontakt zum Publikum und übte sich in Rocker- und Animationsposen. Das gab Bonus- und Sympathiepunkte in der Publikumswertung! In den Pausen zwischen den Songs übernahm auch hin und wieder das Bassmonster Price die Publikumsunterhaltung, der bei den zahlreichen gutgelaunten Fans offene Türen einrannte. Nach dem einprägsamen und energetischen „Down To Whiskey“ kam der Fanmob noch in den Genuß eines Schlagzeugsolos von ex-WHITESNAKE Drummer Chris Frazier, um der Saitenfraktion eine Inspirationspause zu gönnen.

Nach über 100 Minuten dichtem Cajun-Rock war mit den beiden Zugaben "Piece Of Me" und "Behind The 8" ein weiteres Tirol-Gastspiel des Ausnahmekönners zu Ende. Der Bluesrocker entließ das Publikum wahlweise in die laue Nacht oder an den Merchandise-Stand, an dem die neue CD um stolze 17 Euro zu erwerben war, was doch einen Minuspunkt darstellt, der jedoch dadurch aufgewogen wurde, dass Sardinas bereitwillig alles signierte was ihm unter die Nase gehalten wurde (hierbei sollte die eigens mitgebrachte Gitarre des Herrn Weber nicht ungenannt bleiben, hallo Norbert!).


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: Benediction - Scriptures
ANZEIGE