25.04.2012, ((szene)) Wien

KILLING JOKE

Text: bender
Veröffentlicht am 04.05.2012

Auch wenn ihnen der ganz große Erfolg bislang verwehrt geblieben ist, so dürfte der Einfluss von KILLING JOKE auf Bands wie z.B. NIRVANA, METALLICA, MINISTRY oder auch TOOL unbestritten sein. Die Briten waren mittlerweile schon knappe zehn Jahre nicht mehr in Österreich, und diesmal haben sie mit „MMXII“ nicht nur ein überaus starkes aktuelles Album zu präsentieren, man konnte sie nach Ewigkeiten sogar wieder in der Originalbesetzung bestaunen.

Die Vorband THE CRYING SPELL musste zunächst noch in einer fast komplett leeren Halle spielen, da die meisten Leute zu diesem Zeitpunkt dem überfüllten Raucherhof den Vorzug gaben. Dabei konnte die Gruppe aus Seattle, die optisch wie musikalisch direkt aus der 80er Gothic-Wave Szene zu kommen schien, durchaus überzeugen. Ihr hünenhafter Sänger war auf alle Fälle ein ziemlicher Blickfang, und so mancher Song hätte durchaus das Potential sich zu einem kleinen Szenehit zu entwickeln.

Bei KILLING JOKE war der Saal dann recht gut gefüllt, und gleich vom ersten Song an konnte die Band ihre ganz eigene Magie entfalten. Die Gruppe ist zwar sichtlich in die Jahre gekommen (der Tourkeyboarder und hauptberufliche INERTIA Sänger Reza Udhin würde fast als ihr Enkel durchgehen), und bis auf Jaz Coleman (der diesmal nicht als Harlekin erschien sondern im Michael Myers Outfit umherstapfte) agierten sie auch allesamt sehr zurückhaltend, aber von ihrer urtypischen Energie haben KILLING JOKE noch rein gar nichts verloren. Bei der Songauswahl legte man das Hauptaugenmerk vor allem auf Nummern ihres Debüts sowie der aktuellen Scheibe „MMXII“, weshalb viele Alben leider kaum bis gar nicht berücksichtig werden konnten. Selbst der sonst auf dieser Tour oft dargebotene Hit „Love Like Blood“ wurde in Wien nicht gespielt, aber dafür bekam man das nur selten auftauchende „Madness“ vom „What`s THIS for…!“ Album als ansprechende Entschädigung präsentiert. Das gesamte Konzert über gab es keine Durchhänger oder gar Schwächephasen, weshalb die Zeit wie im Flug verging und ganz plötzlich viel zu früh Schluss war. Mit „Wardance“ sowie der leider einzigen Nummer ihres „Pandemonium“ Meisterwerks gab es noch flott zwei Zugaben, und es werden hoffentlich nicht wieder zehn Jahre vergehen, ehe KILLING JOKE auch bei uns wieder den Soundtrack zum Weltuntergang zelebrieren.

KILLING JOKE Setlist: 1.Requiem 2.European Super State 3.Sun Goes Down 4.Rapture 5.Fema Camp 6.Pole Shift 7.Chop Chop 8.Change 9.Bloodsport 10.Primobile 11.Madness 12.Asteroid 13.The Great Cull 14.Corporate Elect 15.The Wait 16.Pssyche Zugaben: 17.Wardance 18.Pandemonium


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