06.07.2012, Salzburgarena

BRYAN ADAMS

Text: mat
Veröffentlicht am 08.07.2012

What you want is what you get! So oder so ähnlich könnte man einen Konzertabend mit dem kanadischen Rock/Pop-Schmusebarden Bryan Adams beschreiben. Und das ist an dieser Stelle überhaupt nicht negativ oder abwertend gemeint; ganz im Gegenteil, denn Adams - übrigens 1959 in Kingston, Ontario geboren - und seine Band gehören seit Beginn der 1980er Jahre zu den absoluten Topstars der eingängigen Rockmusik. Das ist auch gut so, denn immerhin zeichnet Bryan Adams für unvergleichliche Balladen wie "Please, Forgive Me" und "Everything I Do (I Do It For You)" verantwortlich und hat auf seinen bis dato zehn veröffentlichten Studioscheiben ebenso bewiesen, dass er göttlich rocken kann. Vor Jahren scheint es noch ziemlich ungeil gewesen zu sein, Bryan Adams und seine Musik zu mögen, mittlerweile hat sich aber auch der eingefleischte Alt-Rocker mit den langen grauen Haaren, der sich in der hintersten Reihe der Salzburgarena herumdrückt, selbst eingestanden, dass er fast jeden Song der aktuellen BA-Setlist mitsingen kann. Peinlich? Überhaupt nicht, denn Adams und seine fitten und motivierten Musiker lieferten in Salzburg, am Freitag, den 6. Juli 2012, eine absolut geniale Rock-Show ab, die seinesgleichen lange suchen muss!

Zuerst muss aber noch festgehalten werden, dass Adams überraschenderweise ohne jeglichen Support nach Salzburg gekommen ist und seine Show bereits kurz nach 20.00 Uhr startete, was dazu führte, dass wir zu spät in der Arena am Messezentrum eintrudelten und somit den ersten Teil der Show leider verpassten. Passend zu "I'm Ready" und dem darauf folgenden, etwas ausufernden "Hearts On Fire" betraten dann aber auch wir den Konzertsaal, der nicht ganz so gefüllt war, wie zuerst von mir erwartet. Das tat der Stimmung und der Atmosphäre aber keinerlei Abbruch, denn Adams, der sympathische Weltstar, bewies, warum er es mit seiner musikalischen Karriere soweit gebracht hat. Der Mann arbeitet übrigens mittlerweile nebenbei auch vermehrt als Fotograf und sein Hang zu Ästhetik hat bestimmt auch die Gestaltung des Bühnenbilds beeinflusst: Eine riesige Videowall, die direkt hinter den Musikern für visuelle Appetithäppchen sorgte und zwei kleinere Monitore an den Seiten sicherten ab, dass wirklich jeder in der Salzburgarena der Show problemlos folgen konnte. Gekonnte Liveaufnahmen, Videoeinsprengsel, Licht- und Filtereffekte sorgten für einen Mega-Anblick, vor dem ein unglaublich motivierter Bryan Adams Hits wie "Summer Of 69", "Cuts Like A Kniffe" und "Back To You" herunterzockte. Von routinemäßiger Abgebrühtheit war dabei aber nichts zu merken; die Jungs scheinen nach Jahrzehnten auf der Bühne immer noch hochmotiviert zu sein. Beispiele? Einen rauschenden Lautsprecher quittiert Adams mit einem kurzen Blick, einem Lächeln und der Wiederholung der eben gesungenen Liedzeile. Gitarrist Keith Scott stürmt völlig durchnässt über die Stage und bedient sein rocktechnisch abgewetztes Arbeitsgerät mit Fingern, Zunge und Füßen. Zwischendurch trommelt er auch mit seinem Drummerkollegen auf alten Töpfen, während Adams mit der akustischen Gitarre seine Hits neu interpretiert.

Überhaupt bleibt an diesem Konzertabend keine Zeit für Langeweile. Entweder holt Adams eine junge Frau aus Traun/Oberösterreich zu sich auf die Bühne, um mit ihr "When You're Gone" (im Original zusammen mit Ex-SPICE GIRL Mel C) zu singen oder er lenkt die Aufmerksamkeit auf eine Zuschauerin, die alle paar Sekunden ihre blanken Brüste aus dem Publikumsraum aufblitzen lässt. Stimmlich befindet sich Adams sowieso in einem unvergleichlichen Zustand, obwohl der Sound in der Halle nicht für jeden Song perfekt eingestellt war. Das ist im Grunde aber komplett gleichgültig, denn bei den abschließenden Titeln "Cloud #9", "The Only Thing That Looks Good On Me Is You" bzw. "Run To You" wird sowieso lauthals mitgesungen. Als Rausschmeißer präsentiert der Kanadier dann noch Akustikversionen von "Straight From The Heart" und dem All-Star-Hit "All For Love", bei denen er abschließend ganz allein auf der Bühne steht und ausgestattet mit Mundharmonika, Gitarre und Mikro die Lieder intoniert. Alles in allem eine wirklich geniale Show, die nicht zu glatt und perfekt geraten ist, sondern genug raue, bodenständige Elemente zu bieten hat, um auch Rock-Fans nicht zu verprellen. Natürlich ist Bryan Adams musikalisch an sich nicht unbedingt der interessanteste Künstler, dass der Mann aber einzigartige Welthits geschrieben hat, die einfach jeder Musikfan kennt, steht außer Frage und genau deshalb gehört er zu den ganz Großen. Mit solch superben Auftritten zementiert er auf alle Fälle seinen Ruf als Ausnahmekönner! Danke dafür!


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