30.10.2012, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

ULTRAVOX

Text: bender
Veröffentlicht am 07.11.2012

Mit dem etwas durchwachsenen Comebackalbum „Brilliant“ im Gepäck sind die Synth-Pop Urgesteine von ULTRAVOX ausgiebig durch Europa getourt, und da durfte ein Auftritt in der Stadt die ihrem wohl größten Hit den Namen gab natürlich nicht fehlen. Die Band ist momentan auch wieder in ihrer erfolgreichsten Besetzung mit Midge Ure als Sänger unterwegs, und so war die ursprünglich als Location vorgesehene Szene Wien relativ schnell ausverkauft und das Konzert musste kurzfristig in den Gasometer verlegt werden.

Als die Briten dann ohne eine Vorband überpünktlich um 20:30 auf der Bühne erschienen und mit dem Titelsong ihres aktuellen Albums loslegten war die Halle relativ gut gefüllt, wobei auch sofort der für Gasometer Verhältnisse überraschend gute Sound auffiel. Die Band ist zwar sichtlich bereits sehr in die Jahre gekommen, aber ihr Manko an Beweglichkeit machten sie mit ihrer sympathischen Ausstrahlung mehr als nur wett. Die erste Hälfte des Auftritts bot eine gelungene Mischung aus neueren Stücken (die live deutlich besser wirkten als auf Platte) und einigen älteren Nummern (allesamt aus der Zeit mit Midge Ure), während die ersten drei Platten mit John Foxx ebenso ignoriert wurden wie die gesamte Phase nach ihrer 1984er Scheibe „Lament“. Spätestens ab dem im Mittelteil untergebrachten Überhit „Vienna“ ging es jedoch erst so richtig los, denn da folge eine große Nummer auf die nächste und bis zum Ende schlich sich auch kein einziger Hänger mehr ein. Es ist wirklich beeindruckend wie viele Songs die eine ganze Generation geprägt haben diese Band eigentlich geschrieben hat („Dancing With Tears In My Eyes“, „Hymn“, „One Small Day“), und trotz moderner MacBook Unterstützung hat der Sound an diesem Abend auch nichts von seinem ursprünglichen Flair verloren.

Nach dem großartigen „The Voice“ und einer kurzen Percussion Einlage waren zwei kurzweilige Stunden viel zu früh vorbei, und man wird hoffentlich keine weiteren 25 Jahre auf eine erneute Rückkehr von ULTRAVOX warten müssen. Viele Comebacks ehemaliger Kultbands sind ja mit Vorsicht zu genießen (das diesjährige NEW ORDER Konzert an gleicher Stelle war ja eine herbe Enttäuschung), aber ULTRAVOX haben alle Zweifler Lügen gestraft und einen wirklich gelungen Auftritt hingelegt, der angenehm nostalgisch aber keineswegs altbacken war.

ULTRAVOX Setlist: 1. Brilliant 2. New Europeans 3. Mr. X 4. Reap the Wild Wind 5. Change 6. White China 7. Rise 8. Rage in Eden 9. Sleepwalk 10. Lament 11. I Remember (Death in the Afternoon) 12. Live 13. Astradyne 14. Vienna 15. Flow 16. One Small Day 17. Passing Strangers 18. Love's Great Adventure 19. All Stood Still 20. Dancing With Tears in My Eyes 21. Hymn Zugaben: 22. The Thin Wall 23. The Voice


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