21.11.2012, Escape Metalcorner

WARRIOR SOUL

Text: bender
Veröffentlicht am 01.12.2012

WARRIOR SOUL waren das letzte Mal 1995 als Vorgruppe von VOODOOCULT (dem kurzlebigen Metal Projekt von PHILLIP BOA) in Wien, ehe sie für knapp 15 Jahre beinahe vollständig von der Bildfläche verschwunden sind. Ihr charismatischer Sänger KORY CLARKE hatte in der Zeit diverse Gastspiele bei Bands wie DIRTY RIG und sogar TROUBLE, aber wirklich viel Produktives ist dabei nicht herausgekommen. Also wurden WARRIOR SOUL 2008 reformiert und auch wenn die seitdem erschienenen beiden Comeback-Alben nicht wirklich das Niveau der ersten fünf Scheiben (die allesamt Klassiker der frühen 90er Jahre sind) besitzen, so ist es dennoch schön, diese großartige Band noch einmal live erleben zu dürfen.

Zunächst mussten jedoch bereits ab 19 Uhr zwei lokale Vorbands vor einer spärlichen Kulisse von ungefähr zehn Zuschauern auftreten. THE ACIDRAIN nahmen sich selbst und die ganze Situation nicht allzu ernst, mit ihrem durchschnittlichen Allerweltsrock würden sie allerdings selbst bei einem beliebigen Schülerbandwettbewerb hoffnungslos untergehen. REWIND wirkten da schon um einiges ernsthafter und professioneller, ihre Sängerin bemühte sich auch redlich etwas Stimmung in den leeren Raum zu bekommen, aber an die recht belanglose Musik konnte man sich schon nach fünf Minuten nicht mehr erinnern.

Als WARRIOR SOUL die Bühne betraten waren dann so ungefähr 30-40 Leute anwesend, was einem wieder einmal vor Augen führt, wie ungerecht die Musikwelt eigentlich ist. Der Band war das jedoch scheinbar völlig egal, denn die hätte wohl auch für zwei zahlende Gäste alles gegeben. KORY CLARKE und seine Jungs begeisterten von Anfang an mit einer unnachahmlichen Spielfreude (obwohl der Sänger optisch wie stimmlich schon ziemlich kaputt wirkte) und bis zum Ende gab es keinen einzigen Durchhänger. Es wurde einem im Laufe des Konzertes auch immer mehr bewusst, wie viele großartige Nummern WARRIOR SOUL in ihrer Karriere eigentlich geschrieben haben, und trotz der ausgezeichneten Songauswahl mussten viele persönliche Lieblingsstücke zwangsweise auf der Strecke bleiben. Nach dem hervorragenden „Downtown“ von ihrem Debüt „Last Decade Dead Century“ war das Konzert dann leider schon viel zu früh vorbei und wenn sich die Band auch weiterhin nicht unterkriegen lässt, dann kommen beim nächsten Mal hoffentlich wieder mehr Zuschauer.



Setlist WARRIOR SOUL:

1. Intro 2. Interzone 3. Junky Stripper 4. A Drink To All My Friends 5. Love Is A Drug 6. Punk & Belligerent 7. Rotten Soul 8. Love Destruction 9. Blown 10. Shine Like It 11. She's Glaswegian 12. Charlie's Out Of Prison Zugabe: 13. The Party 14. Fuck The Pigs 15. Downtown


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