22.03.2013, Komma

SERENITY, VISIONS OF ATLANTIS

Veröffentlicht am 28.03.2013

Die einheimischen Symphonic Metaller SERENITY luden zum Album-Release ins Wörgler Komma und wussten anlässlich des gleichzeitigen Kick-Offs ihrer „War Of Ages“-Tour gemeinsam mit ihren Kollegen VISIONS OF ATLANTIS sowie dem heißen Metal-Eisen SOULDRINKER zu begeistern. Die zum Sextett angewachsenen Hoffnungsträger aus heimischen Landen lieferten eine überzeugende Performance ab, welche den ungebrochenen Höhenflug der Band untermauerte. Aufgrund der stetigen Qualität der Alben sowie beharrlicher Tourneen und Liveauftritte außerhalb der Landesgrenzen darf wenigstens im Falle von SERENITY der Prophet auch im eigenen Lande etwas gelten. So zumindest bei den über 250 anwesenden Fans und Zuschauern, welche die Band gebührend abfeierten und den Abend zu einem vollen Erfolg werden ließen.

SOULDRINKER

Als Opener absolvierten heute SOULDRINKER ihren erst dritten Gig überhaupt. Doch trotz dieser Tatsache vermochte die Band, die sich aus MYSTIC PROPHECY und WATCH ME BLEED-Mannen rekrutiert, eine überzeugende Live-Performance auf die Bühnenbretter zu zaubern. Man merkte den Beteiligten deutlich die teils über die Jahre gewonnene und gereifte Professionalität an. Selbst die Rhythmussektion brachte sich in das Showgeschehen ein, das eigentlich von der THE MYSTERY-Sängerin Iris und ihrem Growl – Partner-in-Crime Alex ohnehin schon mehr als ausgefüllt war. Gitarrist Markus Pohl konzentrierte sich auf sein Gitarrenspiel, während vor allem die mit einer rauchig-energischen Stimme ausgerüstete Sängerin den entsprechenden Kontakt zum (schon vor 20 Uhr) zahlreich anwesenden und mehr als Höflichkeitsapplaus spendenden Publikum suchte. Der Höhepunkt der aus dem Material der „Semper Fidelis“-EP bestehenden knapp halbstündigen Show war naturgemäß der Video-Track „Sixteen Men Of Tain“, der mit dem nötigen Nachdruck und der entsprechenden Power ins Publikum geblasen wurde. Dass die Soundbalance nicht immer ganz stimmig war, beeindruckte die Female Fronted Band recht wenig, Alex Gindu fegte frech von der Leber weg über die Bühne und duellierte sich mit seiner Gesangspartnerin, die erdverbunden die Szenerie dirigierte und mit ihrer Röhre begeisterte. Für zusätzliche Dynamik sorgte die schon beim Opener eingesetzte Windmaschine und die ebenfalls opener-unübliche üppige Lichtshow.

Als finaler Schlusspunkt wurde schließlich noch „Nightcrawler“ angestimmt, das SOULDRINKER stimmungsvoll in Szene setzten und dem mächtigen JUDAS PRIEST-Juwel ihren spezifischen Stempel aufdrückten. Die anwesende Schönwettermetal-Fraktion war sowieso schon an der Bar (in der später das Länderspiel gegen die Färöer-Insel übertragen wurde) zu finden, die im Saal Verweilenden hatten die härteste Band des heutigen Abends überstanden. Der sich vom letzten Album „Ethera“ schwer begeistert zeigende Redaktionskollege Manfred Thanner (der auch für alle Livepics verantwortlich zeichnete) wird nun im Rahmen einer allseits ausgewogenen Berichterstattung von diesem Konzertabend seine Eindrücke vom VISIONS OF ATLANTIS-Gig schildern:

(Thomas Patsch)



VISIONS OF ATLANTIS

Die zweite Band des Abends legte nach dem Intro gleich mit „The Ark“ los. Besser gesagt sie wollten, denn gleich am Anfang fiel ein Teil der Musik aus, sodass die verdutzen Musiker noch mal neu beginnen mussten. Sieht man auch nicht alle Tage, aber das kann beim ersten Konzert der Tour schon mal passieren. Vor allem lag das Hauptaugenmerk der Show auf der Promotion des aktuellen Materials, welches sich aber keinesfalls vor den „Klassikern“ verstecken musste. Es gab auch noch eine Änderung an den Vocals, denn der etatmäßige Sänger Mario Plank war leider verhindert. Sein Ersatz Babis Nikou, Sänger der Band ASTRAL DNA machte die Sache recht ordentlich und lieferte sich mit der großartig agierenden Maxi Nil einige tolle Gesangsduelle. Tracks wie „Memento", „Avatara", „Machinage" oder „Elegy of Existence" wurden brav abgefeiert, und wenn auch der Sound nicht ganz top war, lieferten VISIONS OF ATLANTIS eine amtliche Show. Kein absolutes Highlight (wie beim Masters of Rock 2011) für mich, aber auch keine Enttäuschung. Tourstart trotz einer kleinen Fehlzündung somit geglückt.

(Manfred Thanner)

Setlist VISIONS OF ATLANTIS: 1. Intro & The Ark 2. New Dawn 3. Memento 4. Vicious Circle 5. Avatara 6. Seven Seas 7. Hypnotized 8. Burden Of Divinity 9. Machinage 10. Elegy Of Existence 11. At The Back Of Beyond 12. Passing Dead End



SERENITY

Nach der von VISIONS OF ATLANTIS verursachten Verspätung lag es am Headliner, den Abend würdig zum Ende zu bringen. Das heutige Konzert stellte den Auftakt der Tour dar, welche den Tross die nächsten Tage durch insgesamt sieben Länder führen sollte. Zudem galt es, das neue Album, das am heutigen Tage veröffentlicht wurde, zu promoten. „War Of Ages“ wurde im Vorfeld fast ausnahmslos mit guten Kritiken bedacht und demzufolge reihte sich das neue Songmaterial auch perfekt in die mit Klassenummern vollgepackte Setlist ein. Die großen, mit dem äußerst stilvollen Coverartwork ausgestatteten Side/Backdrops kündeten vom Symphonic Metal-Spektakel, das in Wörgl abgefeiert werden sollte. Zudem war dies meine Livepremiere in Sachen SERENITY-„Neu“, schließlich durfte sich die Band über Zuwachs in ihren Reihen freuen. Sängerin Clémentine Delauney wertete die ohnehin großformatig agierende Band nicht nur optisch, sondern vor allem auch gesangstechnisch auf. Großes Melodic-Kino war heute im Komma angesagt, ausladende Songarrangements, Melodiebögen und große Gesten standen am Programm. Das neue, gereifte Songmaterial von „War Of Ages“ umschlang geschmeidig Band-Standards wie „Rust Of Coming Ages“, „Fairytales“ oder die zahlreichen Tracks von „Death & Legacy“. Inmitten der überzeugenden musikalischen Darbietung erschien vor allem das Wechselspiel Clémentine/Georg spielerisch leicht, augenscheinlich vertraut und geriet zum zentralen Dreh- und Angelpunkt der in Duett-Performance dargebotenen Songs. Die bezaubernde Französin enterte die Bühne, ihr Haar wurde von der Windmaschine nach hinten gewirbelt und ihre sehr ansprechende Gesangsperformance adelte das ohnehin hochklassige Songmaterial, bevor sie die Bühne wiederum für das ältere Material, das von Georg allein performt wurde, räumte, nur um später mit gewechselter Robe wieder auf die Bühnenbretter zurückzukehren.

Der von seinen Mitmusikern vocaltechnisch bestens unterstützte Sänger Georg Neuhauser war aufgrund des Tourauftakts bestens bei Stimme und auch in Entertainerlaune, feierte Band und Publikum und genoß sichtlich das euphorisch bejubelte Heimspiel. Besonders herzlich begrüßt wurden Fans, die extra aus Belgien angereist waren. Drummer Andi konnte nicht nur mit seinem Spiel, sondern auch als Backgroundsänger überzeugen. Der mittlerweile fest im Bandgefüge verwobene Basser Fabio hat der Band auch merklich seinen Stempel aufgedrückt, Gitarrist Thomas Buchberger schien den Abend trotz aller Konzentration auf sein Instrument (eine 7seitige Gitarre) in vollen Zügen zu genießen, überließ die Bühne aber – abgesehen von wenigen Einlagen - dem kongenialen Gesangspärchen. Besonders sentimental geriet die spezielle und überraschende Gast-Performance des zuletzt ausgestiegenen Keyboarders und Band-Mitbegründers Mario Hirzinger, der zum Bandclassic „Reduced To Nothingness“ hinter dem Keyboard Platz nahm und Erinnerungen an alte Tage aufkommen ließ. Das eindringliche „Coldness Kills“ war neben dem von Albrecht Dürer inspirierten „When Canvas Starts To Burn“ ein Highlight dieses Tour-Kick-Offs. Die Inszenierung des Konzertauftritts beinhaltete mal mehr, mal weniger Theatralik, war jedoch – unterstützt durch die absolut stimmige und effektive Lichtshow - zu jedem Zeitpunkt headlinerwürdig. Mit dem seltener gespielten „The Chevalier“ steuerte die Show in die Endphase, nach dem wie immer großen und theatralischen „Velatum“ fand die Show um ca. 23.15 Uhr mit „Serenades Of Flames“ ihr würdiges Ende.

Die Band hatte am heutigen Abend – trotz Zeitdruck und leicht gekürzter Setlist - wiederum ihre Visitenkarte abgegeben und präsentierte sich in der heute zur Schau gestellten Form und Professionalität, dem in einer Liga mit den Genregrößen (KAMELOT & Co.) anzusiedelnden Songmaterial und einem Fronter wie Georg reif für die großen Bühnen der Rockwelt. Der heutige Tourauftakt geriet zum erwarteten Heimsieg, das Publikum lag den Lokalmatadoren zu Füßen, die Fans auf den nachfolgenden Dates durften nach dieser Premierenshow wohl eine bestens aufgewärmte Band genießen…

(Thomas Patsch)

Mehr Livepics von der Wörgl-Show könnt ihr HIER sehen! Setlist SERENITY: 1. Age Of Glory 2. Far From Home 3. Coldness Kills 4. The Matricide 5. For Freedom’s Sake 6. Rust Of Coming Ages 7. When Canvas Starts To Burn 8. Reduced To Nothingness 9. Heavenly Missions 10. Fairytales 11. Wings Of Madness 12. The Chevalier 13. Velatum 14. Serenade Of Flames


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