09.06.2013, Wiener Stadthalle (Halle F)

DEAD CAN DANCE

Text: bender
Veröffentlicht am 13.06.2013

Die letzten Jahre haben DEAD CAN DANCE im Zuge ihrer Reunion-Shows Österreich stets ausgelassen, und bei der groß angelegten Welttournee zum aktuellen Album "Anastasis" standen wir zunächst wieder nicht auf dem Programm. Aber zum Glück haben sie sich dafür entschieden die Tour zu erweitern, und so konnte man die Band nach über 20 Jahren schlussendlich doch noch einmal in Wien live erleben.

Eine Vorgruppe im eigentlichen Sinne hat es an diesem Abend nicht gegeben, stattdessen durfte der Percussionist von DEAD CAN DANCE David Kuckhermann kurz einige seiner Instrumente vorstellen. Für Musiker mag das ja vielleicht eine interessante Angelegenheit, gewesen sein, es gab vom Publikum immerhin auch artig Applaus, aber vom Unterhaltungswert her tendierte diese Präsentation doch eher gegen Null.

Dafür war danach auch keine wirkliche Umbaupause mehr nötig, und nach einer kurzen Unterbrechung standen auch schon DEAD CAN DANCE auf der Bühne. Von ihren Gothic-Wurzeln ist optisch wie auch musikalisch so gut wie nichts mehr übrig geblieben, aber dennoch findet ihre Musik vor allem in den Kreisen der schwarzen Szene besonders viel Anerkennung. Es wurde sogleich mit zwei Nummern von ihrem aktuellen Album "Anastasis" begonnen, das im Laufe des Abends auch komplett dargeboten wurde. Danke der stimmungsvollen Lichtshow sowie des kraftvollen Sounds wirkten die Stücke deutlich intensiver als auf Platte, weshalb sich die neuen Nummern live gar nicht hinter den alten Klassikern verstecken mussten. Dennoch sorgten gerade diese für die meiste Gänsehaut, und Publikumslieblinge wie "Rakim", "Black Sun", "The Host Of Seraphim" oder "Cantara" wurden bereits nach den ersten Tönen von den Zuschauern euphorisch bejubelt. Lisa Gerrard und Brendan Perry konzentrierten sich mit ihren fünf Begleitmusikern jedoch ausschließlich auf die Perfektion ihrer Musik, weshalb sowohl untereinander als auch mit dem Publikum so gut wie keine Kommunikation stattfand.

Im Zugabenblock wussten neben "The Ubiquitous Mr. Lovegrove" (der einzigen Nummer von ihrem vielleicht perfektesten Album "Into The Labyrinth") noch die beiden Coverversionen "Dreams Made Flesh" (THIS MORTAL COIL) und "Song To The Siren" (TIM BUCKLEY) zu begeistern, ehe "Return Of The She-King" einem überaus denkwürdigen Abend viel zu Früh ein Ende setzte. Es ist fraglich ob sich DEAD CAN DANCE noch einmal den Strapazen einer kompletten Welttournee stellen werden, aber wenn es ein nächstes Mal geben sollte, dann wollen wir bitte nicht wieder eine halbe Ewigkeit auf ein Wiedersehen warten müssen. DEAD CAN DANCE Setlist: 1. Children Of The Sun 2. Agape 3. Rakim 4. Kiko 5. Amnesia 6. Sanvean 7. Black Sun 8. Nierika 9. Opium 10. The Host Of Seraphim 11. Ime Prezakias 12. Cantara 13. All In Good Time 14. The Ubiquitous Mr. Lovegrove 15. Dreams Made Flesh 16. Song To The Siren 17. Return Of The She-King


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