03.10.2013, Wiener Stadthalle

PETER GABRIEL

Text: bender
Veröffentlicht am 18.10.2013

Obwohl PETER GABRIEL ohne einem aktuellen Album auf Tour geht (die letzte Platte "Up" ist auch schon über zehn Jahre alt), schafft er es immer noch die Stadthalle in Wien ziemlich gut zu füllen. Seine "Back To Front" Tournee hatte ohnehin einen stark nostalgischen Charakter, wurde diesmal doch sein erfolgreichstes Album "So" in ganzer Länge dargeboten, und dann auch noch mit exakt jener Band die dieses 1986 auch eingespielt hat.

Das Publikum war größtenteils deutlich sichtbar über 50 Jahre alt, und auch auf der Bühne waren nur die beiden Backgroundsängerinnen wesentlich jünger. Die durften als Vorgruppe zunächst noch mit einigen eigenen Stücken im Rampenlicht stehen, ehe sie sich in den Hintergrund begaben um für PETER GABRIEL samt Band Platz zu machen. Der machte dem Publikum den Einstieg allerdings nicht gerade leicht, da er am Anfang gleich einmal ein neues Lied zum Besten gab, dem noch akustische Versionen von "Come Talk To Me" und "Shock The Monkey" folgten, die in ihren reduzierten Versionen bei vollem Hallenlicht jedoch nicht wirklich begeistern konnten.

Erst als man inmitten von "Family Snapshot" direkt zum elektrischen und wohl auch interessantesten Teil überging wurde es dunkel im Saal, und die Stimmungskurve des Publikums schnellte sofort spürbar nach oben. Songs wie "The Family And The Fishing Net" oder "No Self Control" konnten mit schrägen Sounds überraschen und eine intensive Atmosphäre erzeugen, ehe es bei "Solsbury Hill" in der Halle erstmals so richtig laut wurde. Mit einem weiteren neuen Songs namens "Why Don`t You Show Yourself" endete dieser Teil jedoch bereits viel zu früh, und es folgte wie angekündigt das komplette "So" Album. Nach dem düsteren "Red Rain" kam mit "Sledgehammer" relativ zeitig gleich der größte Hit des Abends, doch die folgenden Stücke schafften es (wie auch auf der Platte) nicht die Stimmung weiter hoch zu halten, und spätestens nach "Big Time" begann sich sichtbar eine gewisse Langeweile auszubreiten. Erst die beiden Zugaben, das experimentelle "The Tower That Ate People" sowie der emotionale Abschluss "Biko" konnten das Publikum wieder etwas wachrütteln. Vom einstigen Glanz des PETER GABRIEL scheint mittlerweile jedoch leider nicht mehr besonders viel übrig zu sein, denn auch wenn zwischenzeitlich immer wieder kurz sein Genie aufzublitzen schien, so wirkte er manchmal doch etwas unbeholfen bis demotiviert, und auch stimmlich hat man ihn früher schon deutlich besser erlebt.

SETLIST: 1. Obut 2. Come Talk to Me 3. Shock the Monkey 4. Family Snapshot 5. Digging in the Dirt 6. Secret World 7. The Family and the Fishing Net 8. No Self Control 9. Solsbury Hill 10. Why Don't You Show Yourself 11. Red Rain 12. Sledgehammer 13. Don't Give Up 14. That Voice Again 15. Mercy Street 16. Big Time 17. We Do What We're Told (Milgram's 37) 18. This Is the Picture (Excellent Birds) 19. In Your Eyes Zugaben: 20. The Tower That Ate People 21. Biko


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