22.02.2014, Planet.tt, Bank Austria Halle, Gasometer

SCHANDMAUL

Text: mat
Veröffentlicht am 25.02.2014

Was habe ich mich gefreut. Zuerst auf das neue Album der Spielmänner und -frauen von SCHANDMAUL. Und dann auf die Ende Februar in Zürich beginnende "Unendlich"-Tour, die bereits am zweiten Tourtag in der Wiener Planet.tt, Bank Austria-Halle beim Gasometer Halt machte. Mit schönen Erinnerungen an den genialen Gig im Grazer Orpheum vor rund fünf Jahren, machte ich mich auf, die mittlerweile bei einem großen Publikum bekannten und beliebten Schandmäuler ein weiteres Mal live zu sehen. Und eines ist klar: Es zahlte sich aus! Doch lieber von vorne, denn SCHANDMAUL wurden bei ihrem Auftritt in Wien gleich von zwei Bands unterstützt. Einerseits von DIE KAMMER, die für gechillte, mitteralterlich angehauchte Singer/Songwriter-Melodien stehen und einen kurzen, gediegenen, aber gelungenen Auftakt in den Konzertabend darstellten. Viel mehr Power brachten dann anschließend die "Lokalmatadoren" von RUSSKAJA in die Halle. Den meisten ist diese Band ja vor allem als Support der ORF-Satiresendung "Willkommen Österreich" mit Dirk Stermann und Christoph Grissemann bekannt, die Jungs und das Mädel sind aber auch immer wieder solo auf Tour und konnten mit ihrem, 2013 erschienenen, Album "Energia!" eine brachiale Punktlandung vorweisen. In die allseits bekannten roten Outfits gehüllt, wirbelten Georgij und seine Mannschaft wie wild über die Bühne, brachten das Publikum zum Hüpfen und Tanzen und punkteten, trotz gewöhnungsbedürftiger Setlist, mit russischen Melodien, Sprüchen und ihrem wilden stilstischen Crossover aus allem Möglichem. Anstrengend? Ja! Aber auch richtig, richtig energievoll und gut - sogar der überraschende Rausschmeißer, der ein Cover des derzeitigen AVICII-Hits "Wake Me Up" darstellte, konnte überzeugen...

Und dann die Umbauphase. Die leider dieses Mal etwas zu lange dauerte, denn erst gegen 22.00 Uhr betraten die sechs Schandmäuler die Bühne. Doch halt - etwas stimmte da nicht und Fronter Thomas klärte das erstaunte Publikum natürlich gleich auf. Die sympathische Geigenvirtuosin Anna konnte aufgrund einer Schwangerschaft dieses Mal leider nicht mit auf Tour gehen und wurde durch eine blonde Fee, deren Name mir akustisch leider entfallen ist, ersetzt. Und dann ging es auch schon los mit einer wunderbaren Mischung aus alten und neuen Hits. Eine perfekt aufeinander abgestimmte Instrumentierung, ein charismatischer, erzählfreudiger Thomas, der wiederum mit seiner glasklaren Stimme überzeugen konnte und ein Publikum, das bei jedem Song mitging - was will man mehr? SCHANDMAUL spielten einmal mehr ein hervorragendes, mitreißendes Konzert, das seinesgleichen sucht. Und das, obwohl der Sound bei den ersten drei Songs noch nicht wirklich ideal eingestellt war und mir persönlich - aber das ist rein subjektiv - die Zusammenstellung des ersten Setlist-Teils nur marginal zugesagt hat. Mit "In meinem Namen", "Auf hoher See" und dem zwar neuen, aber etwas unausgegorenen "Trafalgar" tat ich mir ehrlich gesagt etwas schwer, der Rest war aber SCHANDMAUL-Kost vom Feinsten. Egal ob die neue "Sauf-Zugabe" "Der Teufel hat den Schnaps gemacht", bei dem auch Georgij von RUSSKAJA und ein weiterer Sänger noch ihren Senf dazugeben durften, oder der allererste Song aus der SCHANDMAUL-Stube "Teufelsweib". Egal ob "Der letzte Tanz", "Bunt und nicht braun" oder das mystische "Seemansgrab" - es rockt, fiedelt und schwingt an allen Ecken und Enden. Und weil diese Stimmung zwischen Band und Publikum einfach perfekt funktionierte, verwunderte es auch nicht, dass Thomas und Co trotz zweier Vorbands und nach 19 gespielten Titeln (samt dem perfekten Rausschmeißer "Dein Anblick", der mit minutenlangen Refrainwiederholungen durch die Fans beendet wurde) noch nicht genug hatten. Drei Zugaben, die unter anderem den balladesken Evergreen "Willst du", das geniale "Vogelfrei" und natürlich die "Walpurgisnacht" beinhalteten, legten SCHANDMAUL noch drauf - erst danach war Schluss. Und wir Fans verließen den gut gefüllten Gasometer. Müde, "gefolkt" und glücklich! Denn gut war's und schön war's. "Tschüss, auf Wiedersehen, bis zum nächsten Mal und macht's gut!"

Setlist (ohne Gewähr):

In Deinem Namen Auf hoher See Tippelbruder Teufelsweib Der Kurier Leb! Das Tuch Anderswelt Trafalgar Das Seemannsgrab Little Miss Midleton Der Pakt Bunt und nicht Braun Der letzte Tanz Krieger Traumtänzer Lichtblick Kaspar Dein Anblick Zugabe 1: Der Teufel hat den Schnaps gemacht Vogelfrei Walpurgisnacht Zugabe 2: Euch zum Geleit Willst Du? Zugabe 3: Auf Euch


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