22.02.2014, WUK - Werkstätten- und Kulturhaus

GARY NUMAN

Text: bender
Veröffentlicht am 07.03.2014

GARY NUMAN gehört zweifelsohne zu den bedeutendsten Pionieren des Electro-Pop, und so konnte er bereits Ende der 1970er Jahre mit seiner Band TUBEWAY ARMY, und danach auch als Solokünstler, erste respektable kommerzielle Erfolge verbuchen. Nach einer Reihe bestenfalls durchschnittlicher Alben sollte er jedoch bald in der Versenkung verschwinden, aus der er erst Mitte der 90er völlig überraschend wieder auftauchen konnte. Mit seinem neuen (deutlich härteren) Industrial Sound war eine Rückkehr an die Spitze der Charts natürlich nicht mehr möglich, aber dafür konnte er musikalisch mehr denn je überzeugen.

Wer an diesem Samstag also nur wegen seiner frühen Hits und in Erwartung einer nostalgischen Synth-Pop Show den Weg ins WUK gefunden hat, der dürfte wohl gleich beim bedrohlichen Intro "Resurrection" sowie dem folgenden "I Am Dust" eines besseren belehrt worden sein. Von einem nahezu perfekten Sound unterstützt schrie und wand sich GARY NUMAN zu düsteren Industrial Klängen, dass man schon beinahe glauben könnte man befände sich auf einem NINE INCH NAILS Konzert anno 1994. Dabei wirkt der mittlerweile auch schon 55 Jahre alte Sänger im direkten Vergleich zum aufgepumpten TRENT REZNOR auf der Bühne aktuell sogar deutlich beweglicher und leidenschaftlicher, denn wie ein unruhiger Löwe im Käfig konnte er das gesamte Konzert über keine einzige Sekunde lang still an einer Stelle verweilen. Und obwohl REZNORS Einfluss auf den Sound seines eigenen Vorbildes mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen ist, so ist GARY NUMANS letzte Platte "Splinter: Songs From A Broken Mind" den neueren NINE INCH NAILS Veröffentlichungen doch allemal vorzuziehen. Wenig überraschend wurde die aktuelle Scheibe an diesem Abend dann auch beinahe komplett dargeboten, wobei dazwischen immer wieder ausreichend Platz für den ein oder anderen Hit aus seinen Anfangstagen war. Diese Mischung funktionierte das ganze Konzert über völlig reibungslos, und so durfte man sich am Ende über eine stets spannende und abwechslungsreiche Setlist freuen.

Die Zeit verging auf alle Fälle viel zu schnell, und nach dem gefeierten Klassiker "Are Friends Electric?" sowie der melancholischen Schlussnummer "My Last Day" war die mehr als nur beeindruckend intensive Show auch schon wieder vorbei. GARY NUMAN hat seinem Publikum definitiv ein besonderes Konzerterlebnis beschert, und es bleibt nur zu hoffen, dass man bei uns nicht noch einmal 14 Jahre auf seine Rückkehr warten muss.

Setlist GARY NUMAN: 1. Resurrection 2. I Am Dust 3. Metal 4. Everything Comes Down to This 5. Films 6. Here in the Black 7. The Fall 8. The Calling 9. Down in the Park 10. Lost 11. Cars 12. Pure 13. Splinter 14. When the Sky Bleeds, He Will Come 15. We're the Unforgiven 16. Love Hurt Bleed 17. A Prayer for the Unborn Zugaben: 18. I Die: You Die 19. Are 'Friends' Electric? 20. My Last Day


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