16.03.2014, Livestage

CAULDRON, VOLTURE

Veröffentlicht am 21.03.2014



Der als Autor genannte STORMBRINGER-Redakteur darf im Folgenden von der sehr gelungenen Live-Premiere der angeblackten Thrash-Partie OLD SKULL berichten, wohingegen euch Metal-Fanatiker und Gastautor DANIEL LAICH dankenswerter Weise durch den restlichen Abend geleiten wird, der den Fans unter dem Banner „Canadian Assault“ Österreich-exklusiv eine fette Packung geilen Metal verpaßte. Es sollte kein Wunsch offen bleiben, jugendlich-spritzige Dynamik ging eine unheilige Allianz mit dem Spirit der glorreichen Achtziger-Metal-Daze ein! Die frenetischen Frontrow-Banger dankten es den beiden Bands von Crazy Canucks mit gepflegtem Abschädeln und ansprechenden Merchandise-Umsätzen.

Mit ALPINE STEEL mausert sich langsam aber sicher eine Tiroler Heavy Metal-Institution zu größerer Bekanntheit und das heutige Konzert sollte diesen Status der Veranstalter wieder untermauern. Und so pilgerte der harte Kern der heimischen Szene an diesem Sonntagnachmittag zu einer auf die Verfassung der Anwesenden am nächsten Arbeitstag bedachten Early Show (Doors: 17:30 Uhr) in die Innsbrucker Livestage. Die Veranstalter mit Hang zu Oldschool-Combos trafen auch dieses Mal mit ihrer Bandauswahl voll ins Schwarze und erfreuten das Herz eines jeden 80ies Style Fans. Die blutjunge Black Thrash Kapelle OLD SKULL machte den Anfang und zerlegte die Bühne gekonnt, um die anwesenden Headbanger für VOLTURE anzuheizen. Der finale Overkill wurde von den an diesem Tag grandios aufspielenden CAULDRON geliefert. Wer diesen Sonntagnachmittag auf seiner Couch vor dem Televisionsempfänger mit Chips und drittklassiger FreeTV-Unterhaltung verbrachte, soll gewiss sein eine kultige Oldschool-Vollbedinung verpasst zu haben! Tom wird euch nun vom Opener des heutigen Metalabends berichten:

OLD SKULL Das heutige Konzert sollte nach den bereits hier veranstalteten Parties und einigen Konzerten im nahen Hall (etwa SIGN OF THE JACKAL) das erste amtliche Metal-Event von Alpine Steel in der Livestage werden, weitere heiße Metal-Eisen werden im Laufe des Jahres folgen. Heute Abend lautete das Motto jedenfalls "Canadian Assault" und der harte Kern der Innsbrucker Metalszene folgte dem Ruf des Stahls, einem tollen Underground-Event mit CAULDRON und VOLTURE die Ehre zu erweisen und dem Premierengig der heimischen Thrasher OLD SKULL beizuwohnen. Als Arbeitgeber-freundliche Sonntags-Early-Show (mit 21.30 Uhr-Curfew) angekündigt, starteten die Newcomer OLD SKULL recht pünktlich um 18 Uhr ihr Set und heizten die Metal Hearts der rund 80 anwesenden Enthusiasten an. Emporgestiegen aus den Überresten der Vorgängerband EPIDERMIS schickte sich das Trio an, das Vermächtnis jener Combo unter dem neuen, bedingt originellen Namen OLD SKULL fortzuführen. Deutlich angeschwärzter als zuvor legten die drei Jungspunde heute ihren Premiereng-Gig auf´s Parkett. Und der war nicht gerade von schlechten Eltern. Von Beginn an regierte schwarzer Thrash Metal archaischer Prägung das knapp 40minütige Set der Unterländer. In bester Achtziger Thrash und Proto-Black Metal-Tradition züngelten die Höllenfeuer unter den niedrigen Brettern der Livestage und befeuerten das nächste heiße Extrem-Metal-Eisen aus hiesigen Landen. Die schon auf dem Demo-Tape "Summon the Ancient Lords" gezeigten Qualitäten der auf diesen Seiten zurecht als Unsigned Tipp gefeatureten Band vermochten auch live zu gefallen. Auf einem Promopics fast wie Mantas (Gitarrist Olfpulsus), Abbath (Fronter Possessor) und ein Mitglied von SARCOFAGO (Drummer Chapel Destroyer) rüberkommend, huldigten die Drei den Großmeistern der europäischen und deutschen Thrash-Garde wie auch den südamerikanischen Berserkern (Früh-)SEPULTURA oder SARCOFAGO und hauten neben dem Insidern bereits bestens bekannten "Rotten And Forgotten" den SODOM-Killertrack "Outbreak Of Evil" raus. Dies zeigt woher die Band einen Großteil ihrer Inspiration bezieht und bezeichnet den heute vor den effektvoll drapierten Kerzenständern zelebrierten angeblackten Thrash-Gig. Die Mini-Horde fuhr jedenfalls volles Old School-Programm auf und vermochte den Großteil der Anwesenden mit einer sehr überzeugenden Liveleistung zu verblüffen. Auch wenn das Timing nicht immer ganz perfekt war, war ich mehr als überrascht und sehr beeindruckt von dieser musikalisch kompakten und credibilitytriefenden Performance. So muß das!

Setlist

- The Necromancer - Unleash The Evil - Artillery - Rotten And Forgotten - Blasphemic Alliance - Outbreak Of Evil (SODOM Cover) - Ghosts Along The Candles [Tom Patsch]

VOLTURE Nachdem OLD SKULL amtlich die Bude zerlegt hatten, ging die musikalische Reise in absolut andere Gefilde. Heavy/Speed Metal im 80er Stil war angesagt und sollte nun von VOLTURE zelebriert werden. Das im Vorfeld konsumierte 2013er Full Length Debütalbum "On The Edge" ließ mich aufgrund des speziellen Organs von Vocalist Jack Bauer daran zweifeln, ob mir diese heutige Darbietung musikalisch zusagen würde...aber mehr dazu im Folgenden: VOLTURE betraten die Bühne und meine gespitzten Ohren waren gespannt, was sich nun darbieten würde und siehe an, live konnte mich diese aus den US and A, genauer gesagt aus Virginia, stammende Formation um einiges mehr begeistern, als es die in Vinyl gepressten Riffs vermochten. Der "Rulebreaker" bahnte sich den Weg durch die Boxen und wurde von einer sympathischen, mit dem Publikum interagierenden Band begleitet, was Sympathiebonuspunkte einbrachte. Nummern wie "Ride The Nite" oder "Heavy Metal Machine" transformierten den 80ies Spirit gekonnt ins Jahr 2014. Das WEAPON-Cover "Set The Stage Alight" wurde gekonnt interpretiert und so gezockt, dass der Kultfaktor des Originals nicht verloren ging, aber doch die persönliche VOLTURE-Note eindeutig erkennbar war, was eindeutig der eingangs erwähnten Stimmlage des Vocalisten zu schulden ist. Mit "Brethren Of The Coast" schloß das 45 minütige Set und es bleibt zu sagen: Hundertprozentig warm werde ich mit dieser Band wohl nie werden, jedoch handelte es sich bei der heutigen Performance um eine qualitätsmäßig hochwertige Show, die es Wert war, gesehen und honoriert zu werden! Auf andere Meinungen zu den musikalischen Qualitäten von VOLTURE sei zu sagen: Musikgeschmäcker sind verschieden und das ist gut so! ;)

Setlist:

- Rulebreaker - On The Edge Volture - Ride The Nite - Nightrance - Heat Seeker - Deep Dweller - Heavy Metal Machine - Set The Stage Alight (WEAPON Cover) - Brethren Of The Coast

CAULDRON In die nun folgenden Headliner CAULDRON wurden hohe Erwartungen gesetzt, erinnerte man sich doch noch zu gut an die vergangenen drei Longplayer und hoffte, dass die sympathischen Kanadier ihre musikalischen Qualitäten heute voll ausspielen können würden. Und zur Freude aller anwesenden Headbanger wurde diese Hoffnung nicht enttäuscht. Um kurz vor 20:30 Uhr enterte die aus der Heavy/Doom-Band GOAT HORN hervorgegangene Dreier-Combo rund um Fronter Jason Decay die Bühne, um ihr gut einstündiges Set abzufeuern. Der erste Riff erklang und der starke Opener vom letzten Album "Tomorrow´s Lost" schallte aus den Boxen. Von Song zu Song steigerte sich die Qualität der Show und anfängliche soundtechnische Unstimmigkeiten waren spätestens ab dem Kracher "Restless" von der "Into The Cauldron"-LP überwunden. Die Band schien sichtlich Spaß am heutigen Auftritt zu haben und die Performance wurde von den Zuschauern mit rotierender Haarpracht und ausgelassener Stimmung am frühen Abend belohnt. Langsam aber sicher kam echtes 80ies-Oldschool-Gefühl auf und Nummern wie "Burning Fortune" und das großartige "Nitebreaker" wurden mit Moshpit und Stagediving zelebriert. Nach dem für meine Ohren etwas ungewöhnlichen, aber dennoch interessant klingenden VENOM-Cover "Die Hard" setzte die Band mit "Chained Up In Chains" zum finalen Schlag an. Der schön kultig klingende Refrain animierte ein letztes Mal zum Mitgrölen und Headbangen bis der Nacken bricht. Im Gesamten gesehen lieferten CAULDRON heute trotz der kurzen Soundprobleme bei den ersten zwei Songs eine exzellente Performance ab. Genau so muss Heavy Metal klingen, um eine richtig fette Party zu feiern!

Setlist:

- End Of Time - Midnite Hour - Restless Fight For - Day Rapid City / Unchained Assault - Moonlight Desires - Taken By Desire - Burning Fortune - Digital Bitch (BLACK SABBATH Cover) - Nitebreaker - All Or Nothing - Miss You To Death - Die Hard (VENOM Cover) - Chained Up In Chains

So konnte nun die Heimreise von einem voll zufriedenstellenden Konzertabend angetreten werden und es blieb nur der bittere Beigeschmack der geringen Zuschauerzahl. An dieser Stelle seien alle heimischen Metalheads gescholten, die es bei einem Kampfpreis von 15 Euronen nicht für Wert befunden hatten, das heutige Konzert zu besuchen, in welches die Veranstalter wie immer ihr ganzes Herzblut investiert hatten. Für die Zukunft würde man sich wünschen, dass das Motto "Support Your Local Scene" nicht nur eine hohle Phrase wäre, sondern stärker gelebt werden würde! Die nächste Chance dazu besteht beim wieder von Alpine Steel veranstalteten OSTROGOTH-Gig am 05.04.2014 in der Livestage.


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