07.03.2014 - 08.03.2014, Kyttaro Live Club

UP THE HAMMERS FESTIVAL IX

Veröffentlicht am 30.03.2014

Womit lässt sich ein kurzer Wochenendtrip nach Athen am besten versüßen? Richtig, mit einer ordentlichen Dosis Schwermetalls aus dem Untergrund! Und da am 7. und 8. März 2014 die neunte Ausgabe des UP THE HAMMERS-Festival im Kyttaro Club in Athen stattfand, konnten wir uns das natürlich nicht entgehen lassen, und sahen uns dieses Event mal genauer an! Da ich selbst es leider am Freitag nicht zum Festival schaffte, konnten wir dankenswerterweise Paris Zempeikos – seines Zeichens szenebekannt als DJ im Escape Metalcorner – als Berichterstatter gewinnen, der uns ein paar seiner Eindrücke vom ersten Festivaltag schilderte!

Freitag, 7. März 2014

Die erste Band des Tages waren die Italiener von

IN AEVUM AGERE

. Ich hatte voher noch nie etwas von der Band gehört, und wusste nur, dass sie Doom Metal spielen. Naja, es war eine solide Performance und ein sehr passender Opener für den Tag, obwohl dieses Genre vielleicht manchmal nicht das „ideale“ ist, um einen Event zu eröffnen. Der Club war auch noch nicht sehr gefüllt, aber den anwesenden Leute schienen die Doom-Metaller zu gefallen, und feierten die Band mit vielen Runden verdientem Applaus ab. Es folgten dann

DESPERATION

aus Belgien, die ich ebenfalls nicht kannte. Obwohl die Band schon seit einiger Zeit existiert, haben sie jetzt erst ihre erste Single veröffentlicht. Sie spielen traditionellen Metal mit einigen epischen Elementen. Sie hatten ihre Momente, aber insgesamt haben mir doch die Opener etwas besser gefallen. Als nächstes waren die Griechien von

ARPYIAN HORDE

am Zug. Man könnte sie als eine griechische „All-Star“-Band beschreiben, denn all ihre Mitglieder spielen in anderen recht bekannten Bands (BATTLEROAR, MARAUDER, WRATHBLADE…). Ich denke, die Band hat nun nach vielen Jahren Inaktivität auch offiziell wieder zusammengefunden, und wird ihre Energie in neues Material stecken, da die früheren Sachen ziemlich interessant sind. Sie spielen einen netten Mix aus traditionellem Heavy- und Power Metal – und das lässt sich bei den Stilrichtungen ihrer anderen Bands auch erwarten. Dann war die erste Band dran, die ich auch schon vorher kannte, nämlich

TRIAL

aus Schweden. Eine relativ junge Truppe, die ebenfalls traditionellen Heavy Metal im Stile von IRON MAIDEN oder MERCYFUL FATE spielen, aber dennoch eine persönliche Note haben. Die Band war schon auf Platte sehr interessant zu hören, live auf der Bühne kam sie aber noch besser rüber. Eine sehr starke und energiegeladene Performance der Band, die zum ersten mal an dem Tag die meisten Köpfe zum bangen brachte. Glücklicherweise kannten die meisten Gäste auch die Texte, was sich natürlich als hilfreich fürs Mitsingen erwies. Ich habe mir viel von dieser Show erwartet, und wurde nicht enttäuscht. Ich hoffe, die Jungs machen so weiter.

ARRYAN PATH

spielten zwar nicht zum ersten Mal in Griechenland, aber es war dennoch die erste Gelegenheit für mich, die Band aus Zypern live zu sehen, da ich schon in Österreich lebte, als ihre erste CD erschien. Ich liebe die Alben der Band und freute mich schon lange, sie endlich mal live zu sehen. Tja, das Warten hat sich gelohnt: Eine großartige Performance der gesamten Band, deren Musik als Power Metal mit vielen epischen Elementen, cleverem Einsatz von Keyboards, Lyrics die auf historische und mythologische Figuren Bezug nehmen, und schließlich einem fantastischen Sänger (der ebenfalls für die mächtigen WARLORD im vergangenen Sommer singen durfte) beschreiben lässt. Die Band spielte Songs von allen Alben, und das gesamte Publikum – mich eingeschlossen – sang lautstark mit und feierte die Zyprioten ab. Setlist ARRAYAN PATH: Clepsydra Angel With no Destination Stigmata Pharaoh's wish Minas Tirith The Fall of Mardonius Midnight and the first-born Massacre Molon Lave Road to Macedonia Von den folgenden

PARAGON

aus Deutschland sah ich leider auf Grund einer nötigen Essenspause nur zwei Songs; beim Publikum kam die Truppe aber offensichtlich sehr gut an, und es wurde auch wieder tatkräftig mitgesungen. Der nächste Act war eine keine Überraschung:

WINTERHAWK

, die bereits bei der Warm-Up Party zum Festival am Donnerstag aufgetreten waren, spielten am Freitag erneut drei Songs auf Grund hoher Nachfrage seitens des Publikums. Die Amerikaner spielen einen in den 70igern verwurzelten Hard Rock, mit vielen progressiven und epischen Elementen, und können auch einen hervorragenden Gitarristen sowohl in musikalischer als auch in Performance-technischer Sicht vorweisen. Ein unerwarteter Bonus zum Abend, der erneut sehr wohlwollend aufgenommen wurde. Schließlich kommen wir zu den Headlinern des Abends, den Japanern von

BLAZE

. Habt ihr schon mal jemanden sagen hören: „Diese oder jene Band kommt live einfach viel besser?“ Ich bin sicher, dass das vielen von euch schon widerfahren ist; bei BLAZE trifft es aber zu 100% zu. Die Band spielt einen netten Mix aus gitarrenlastigem Hard Rock und Heavy Metal. Ich hatte deren erstes Album zuvor gehört und mochte es auch ganz gerne, aber ich war nicht sofort hin und weg von dem Album. Das muss ich jetzt aber revidieren, denn diese Band ist dafür geboren, live zu spielen – eine großartige Performance, voller Energie! Auch diese Band kann einen starken Gitarristen vorweisen, aber das ist längst noch nicht das letzte As im Ärmel der Band; es ist einfach ihre Bühnenpräsenz. Ich glaube, die Band war selbst überrascht, wie frenetisch sie vom Publikum willkommen geheißen wurde, das sofort mitsang und voll bei der Sache war. Der Sänger bedankte sich laufend beim Publikum (nicht, dass ich sonst etwas von dem verstehen konnte, was er sagte) und das Publikum erlaubte der Band auch nicht, die Bühne zu verlassen – selbst zur fortgeschrittenen Stunde von ca. ein Uhr früh. Die Japaner spielten 90 Minuten und verließen erst nachdem sie alle ihre Songs (und einen Song sogar zweimal) gespielt hatten die Bühne. Ein fantastischer Abschluss für den ersten Tages UP THE HAMMERS IX! [Paris] Setlist BLAZE: One Way Flight Right in White Light Heart of Gold Wiseacre in the Land of Nod Lady of Starlight Picture on the wall Walkin' on the Cloud Nightwalker Shed Light on Dark Underground heroes On the Run The Going Gets Rough Place in the Sun ----- See the Light Fool's Mate ----- Answer

Samstag, 8. März 2014

Da wir es auch an diesem Tag leider erst recht spät zur Venue schafften, kamen wir gerade rechtzeitig zu den Griechen von

WARDRUM

an. Die erst 2010 gegründete Band hat aber immerhin schon drei(!) Alben veröffentlicht, und als Lokalmatadoren konnte die Truppe natürlich auch beim Publikum ordentlich punkten. Besonders Sänger Yannis Papadopoulos fällt mit klarer, durchsetzungsfähiger Stimme sehr positiv auf, und die Band motivierte durchaus den einen oder anderen Fan zu Sanges- und Headbang-Einlagen. Das richtig amtliche und überraschende Highlight des Abends waren aber sicherlich die englischen Thrash-Legenden von

XENTRIX

, die nach jahrelanger Pause wieder zueinander gefunden haben und nicht nur live für Furore sorgten, sondern auch an neuem Songmaterial arbeiten, wie uns Sänger und Gitarrist Chris Astley wissen ließ. Aber man schreibt nicht nur, sondern spielt auch – und so wird der brandneue Song „Word Of Mouth“ als Weltpremiere beim UP THE HAMMERS IX auch gleich entjungfert! Und ob der energiegeladenen, druckvollen und tighten Performance der Band geht’s auch im Publikum rund, und schnell bildet sich auch der eine oder andere Circle Pit (auf doch recht überschaubarem Raum), und es werden zahlreiche Stagedives versucht – auch wenn vielleicht gerade mal zwanzig Leute unmittelbar in Fangreichweite vor der Bühne versammelt waren. Die Fans schienen jedoch auch diverse Bruchlandungen nicht zu stören, und so wurden Tracks wie „Shadows Of Doubt“ und „Balance Of Power“ auch lautstark abgefeiert. Als Abschluss gab’s dann neben einem originellen „Ghostbusters“-Cover auch noch das mächtige „Dark Enemy“, ehe die Band eine ausgepowerte Meute sich für den Headliner vorbereiten lässt. Setlist XENTRIX: No Compromise Questions For Whose Advantage? Black Embrace Crimes Reasons for Destruction Back in the Real World World of Mouth Shadows of Doubt Another Day Balance of Power ----- Ghostbusters Dark Enemy Den machen an diesem Abend die Amerikaner von

LIEGE LORD

, ebenfalls ein absoluter Geheimtipp der True Metal-Szene. In den frühen Achtzigern gegründet, feierte man insbesondere mit dem 1988er-Album „Master Control“ Achtungserfolge; danach wurde es jedoch still um die Band, und erst 2012 tauchte die Truppe aus der Versenkung auf, verstärkt u.a. durch VIRGIN STEELE-Drummer Frank Gilchriest. Beim UP THE HAMMERS IX bildete die Band jedoch einen hervorragenden Headliner, und lieferte eine schweißtreibende Show gefüllt mit klassischem Heavy Metal in den oberen Geschwindigkeitsregionen. Sänger Joe Comeau (seines Zeichens auch schon mal in Diensten von ANNIHILATOR und OVERKILL gestanden) ist zwar streckenweise zu leise gemischt, das macht aber nichts - den spätestens bei Tracks wie „Master Control“, dem DIO-Cover „Kill The King“ oder dem fulminanten „Rage Of Angels“ singt ohnehin das gesamte Publikum mit. Die Stimmung kocht, das Festival ist auch für Veranstalter Manolis Karazeris ein voller Erfolg, und auch der Chef will „seine“ Headliner noch nicht vorzeitig gehen lassen: Erst nach nochmaliger Performance von „Rage Of Angels“ und „Master Control“ darf man schließlich die Bühne verlassen. Setlist LIEGE LORD: Fear Itself Eye of the Storm Dark Tale Cast Out Kill the King Feel the Blade Rapture Speed of Sound Rage of Angels Vials of Wrath Fallout Master Control ----- Wielding Iron Fists Broken Wasteland ----- Rage of Angels Master Control Und so endet ein wunderbares Wochenende voll klassischen und kultigen Metalls in der griechischen Hauptstadt – wenn ihr also gerade einmal zufällig in Athen seid, und es wieder Zeit ist für das UP THE HAMMERS-Festival, dann solltet ihr jedenfalls einen Besuch riskieren; es gibt einiges schwermetallisches Kleinod zu entdecken, das man sonst wohl nur auf dem KEEP IT TRUE zu sehen bekommen könnte! [Dragonslayer]


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