16.04.2014, PMK, Innsbruck

GUERILLA POUBELLE

Text: Laichster
Veröffentlicht am 21.04.2014

Nach Tagen des nervenaufreibenden Lernens in den Osterferien sehnt sich der Schreiberling nach Abwechslung zum mathematischen Wahnsinns seiner Studienrichtung und ein Blick in den Veranstaltungskalender offenbart ihm am heutigen Tag den Auftritt der französischen Punkrocker von GUERILLA POUBELLE in der Innsbrucker p.m.k. Als Support KEVIN APER mit Akustik Performance und das alles zum unschlagbaren Preis von 5 Euronen. Im absoluten Unwissen was an diesem Abend musikalisch geboten wird startet man spontan in Richtung Location um die ansonsten eher fremde Punkrock Welt zu erkunden. Von den Erfahrungen in fremden Gefilden sei im folgenden berichtet:

KEVIN APER:
Die ursprünglich geplanten THE MURDERBURGERS mussten aufgrund Terminschwierigkeiten absagen und so schwingt sich heute der Organisator der Veranstaltung KEVIN APER von der Rotterdamer Punkrockformation THE APERS selbst auf die Bühne. Der mittlerweilen in Tirol lebende KEVIN APER sollte in unseren Breite kein Unbekannter sein, handelt es sich doch um den als hyperaktiven Fronter der heimischen Thrashkapelle Insanity Alert bekannten Heavy Kevy, dessen erste Band THE APERS sich leider in unseren Breiten geringerer Bekanntheit erfreut. Um 22:15 Uhr betritt der Protagonist, bewaffnet mit Miniaturgitarre und Dosenbier die kleine Bühne des p.m.k. um schon mit seiner 5 minütigen englisch/deutschen Comedy Show Ansage klarzustellen: egal ob Punkrock, Thrash Metal oder Akustik Auftritt, dieser Vollblutmusiker gibt immer 110 Prozent um sein Publikum zu erfreuen!

Dargeboten wird ein Querschnitt aus THE APERS Songs, privaten Favorites des Künstlers und nie veröffentlichten Eigenkompositionen. Gerade letztere machen mit ihren schrägen, sarkastisch überspitzten Geschichten in Kombination mit dem grandiosen Stageacting das Highlight des heutigen Auftritts aus. Mit "Jamie Oliver" wird die Unmöglichkeit des Herstellens von Gerichten des Namensgebers in der heimischen Küche humoristisch zerlegt und schießt in Kombination mit dem über die Bühne hüpfenden Unterhalter endgültig den Vogel ab. Nach 45 Minuten geht KEVIN APER mit den Worten: "Das war die erste Akustik Show von mir, ich weis nicht ob die Welt noch eine braucht?" unter Applaus von der Bühne. Von meiner Seite sei geantwortet: "Kevin, ich will das unbedingt wieder sehen!" Setlist: 1. Wednesday Night Killed 2. One more second Chance 3. Frontrow Tickets 4. Even Hitler had a Girlfriend 5. Something more 6. Wait a little longer 7. Dear Ben 8. Longest Line 9. Hamburger 10. Jamie Oliver 11. Whatever it takes

GUERILLA POUBELLE:
Übersetzt "Mülleimer Guerilla" sind in ihrer Heimat Paris eine lokale Bekanntheit, jedoch im Rest Europas eher nur Punkrockliebhabern bekannt. Gegründet wurde die Kombo 1998 und wandelte sich vom Fun Punk zu einer Band mit sozialkritischen Texten und haben gerade erst ihr neues Album "Amor Fati" aufgenommen. Dem Schreiberling war die Band jedoch, wie eingangs erwähnt, bis zum heutigen Abend absolut unbekannt und so war man gespannt ob man nun drittklassigen Punkrock oder doch eine echte Underground Perle präsentiert bekommt. 23:00 Uhr und die Franzosen betreten die Bühne und hämmern ohne große Ansage drauf los. Musikalisch gekennzeichnet von typischen Punkrockriffs, jedoch in härterer Spielweise und Drummer Axel der auf sein Schlagzeug einprügelt als müsse er sich gegen ein wildes Tier verteidigen, ergeben eine außergewöhnliche Klangkombination die alle Befürchtungen von Punkrockeinheitsbrei pulverisiert. Die Refrains der durchgehend auf Französisch dargebotenen Songs entwickeln enormen Druck aufgrund des Umstandes, dass sowohl Gitarrist, Bassist und Drummer sich die Seele aus dem Leib ins Mikro brüllen.

Der Versuch von Fronter Till seine Ansagen in Deutsch abzugeben und sich vom Publikum verbessern zu lassen bringt Sympathiepunkte und im gesamten Verhält sich die Band absolut Publikumsnah und wird dafür von den circa 40 Anwesenden mit Applaus und ausgelassenen Pogo belohnt. Nach einer Stunde purer Energie und einer kurzen Zugabe verlassen GUERILLA POUBELLE die Bretter der p.m.k. und es sei zu vermerken: Wer auf eigenständigen nicht kommerziellen Punkrock steht sollte diese Kombo unbedingt einmal anspielen! Anm.: Dem Umstand des Fehlens einer fixen Setliste des Trios, und der verkümmerten Kenntnisse der französischen Sprache des Verfassers sei das Fehlen einer Angabe der gespielten Songs zu schulden. So kann beim Antritt der Heimreise von einer durch und durch gelungenen Abwechslung zur Wochenmitte gesprochen werden und die Offenheit gegenüber anderen nicht dem typischen Heavy Metal Musikkonsum entsprechenden Genres hat sich wieder einmal ausgezahlt.


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