25.04.2014, Tauberfrankenhalle

KEEP IT TRUE FESTIVAL 2014 (Tag 1)

Veröffentlicht am 14.05.2014

Zur diesjährigen donnerstäglichen KEEP IT TRUE-Warm Up Show in der Dittigheimer Turnhalle standen (entgegen dem bisher gepflogenen, reinen DJ-Programm mit Metal-Classics) auch Livekonzerte auf dem Programm. Neben der unsäglichen Early-METALLICA-Coverband RECKLESS ATTEMPT, die zudem noch unter schlechtem Sound zu leiden hatte, wurde auch die griechische CIRITH UNGOL-Tribute Band FINGER OF SCORN aufgeboten, welche weit besser ankam und mit recht fettem Sound ihren Helden huldigte. Die gemütlich-freundschaftliche Atmosphäre genießend, wurden neue Spitznamen (hallo Mr. "MirrorCrusher"!) kreiert, alte und neue Bekannte begrüßt, fachgesimpelt und das eine oder andere gräßlich schmeckende "Distelhäuser"-Pils verkostet. Gleiche Rituale wurden am nächsten Tag rund um die Tauberfrankenhalle zu Lauda-Königshofen sowie am nahegelegenen, heuer vergrößerten Park/Zeltplatz zelebriert. Der Wettergott hatte es gut mit den Metalfans gemeint und ihnen ein Festival mit besten Bedingungen beschert, lediglich in der Nacht von Samstag auf Sonntag wollte man ob des einsetzenden Regens kein Freund der Campingkultur sein. Sämtlichen Begehrlichkeiten (CD´s, Raritäten, Merchandise) konnte in der gut bestückten Händlermeile nachgekommen werden, die Bandauswahl versprach trotz der unrühmlichen Querelen um die Thrash-Legende DARK ANGEL einiges, ausverkauft war das Festival sowieso im Vorfeld und so konnten nach dem schon im Vorjahr (zum Festivalreport von Tag 1 und Tag 2) tollen LineUp wiederum tausende Metalfans den Heavy Metal hochleben lassen! Für die Statistiker...die Länderwertung sah folgendermaßen aus: Die Hälfte der Bands stammten aus den USA, vier aus England, drei aus Deutschland und je eine Combo aus Spanien, Kanada und Finnland. Aufgrund des massiven Bandaufkommens (20) stand mir auch heuer wieder Heinz Konzett zur Seite, der euch von KARION, BATTLEAXE, WARRIOR und JAG PANZER berichten wird.



FREITAG:



STALLION

Dass Opening Bands am Keep It True immer etwas Besonderes sind, wurde ja schon in der Vergangenheit wiederholt bewiesen. Die Deutschen STALLION (verstärkt um FLESHCRAWL-Gitarrero Oliver) machten da heuer keine Ausnahme. Frisch, jung und unbändig aufspielend, zeigten sie auch vor den Hundertschaften an Metalfans aus ganz Europa (bzw. weltweit) Nerven und überzeugten auf voller Länge. Was schon auf Tonträger ein echter Killer war (zum Review der "Mounting The World"-EP), knallte auch onstage, nicht zuletzt aufgrund der geilen Röhre der äußerst sympathischen Sirene Pauly und Tracks wie "Killing Time" oder "Canadian Steel" (eine Hommage an die jungen metalverrückten Bands aus Holzfällercountry), die auch Stunden nach dem Gig noch im Ohr nachhallten. Sehr toller Auftritt der inzwischen livegestählten Combo, der mächtig Lust auf den noch heuer erscheinenden Longplayer macht!

RANGER

Bei den folgenden RANGER war gleichfalls Abgehen und Abschädeln angesagt. Ebenfalls jugendlich unbekümmert, aber sehr stark aufspielend, sorgten die Finnen für Begeisterung im Publikum. Der bassende Sänger Dimi ist zwar instrumentengebunden nicht das geborene Bühnenvieh, dennoch speedete das Quartett alles unbarmherzig nieder und kämpfte tapfer gegen den nicht gerade gelungenen Live-Sound. Schneidende Gitarren und treibendes Schlagzeug legten sich akustisch über die Halle, im Stile der jungen Metalgarde powerten die attitüdetriefenden Suomis samt den geilen Dimi-Screams daher. Der Geist der Achtziger wurde, wie schon auf der Debut-EP „Knights Of Darkness" (zum Review) nachzuhören, mit dem neuen, frischen Spirit der nachrückenden Garde verquickt. Das Ergebnis (man höre etwa das neue "Shock Skull") kann sich mehr als sehen lassen, RANGER empfahlen sich heute eindrucksvoll für höhere Metal-Weihen!

Die Engländer

DEEP MACHINE

machten mit ihrem auf moderenes Soundkleid getrimmten NWoBHM keine schlechte Figur, die Auftritte von KARION und BATTLEAXE beäugte mein Kollege Heinz:

KARION

KARION aus Texas zum ersten Mal in Europa? Hätte vor kurzem auch niemand gedacht; der Re-Release ihres Demos ist ein Texas Metal Juwel, nur der Sound ist hier mäßig, die Songs sind allesamt klassischer US Metal mit progressiven Einschüben aus den Jahren 1983 bis 1986 und einem Sänger, der wieder mal beweist, dass US Metal Sänger die Benchmark sind. Mit einem tollen Line-Up um Chris Cronk und S.A. SLAYER Gitarrist Art Villareal bombte die top eingespielte Band ihre Texas Metal Perlen von der Bühne als ob es nichts leichteres gibt. Ganz grosse Klasse für Underground Metal Fanatiker, nix für die SABATON/POWERWOLF-Mitsing-Fraktion, daher Daumen doppelt hoch für diese Real Metal Perle. [Heinz Konzett]

BATTLEAXE

Die Briten BATTLEAXE haben mit "Burn This Town" einen Semi-Klassiker der späten NWoBHM veröffentlicht und sind seit einigen Jahren endlich wieder aktiv. So zündeten dann auch die basischen ACCEPT-mässigen Songs der neuen Scheibe "Heavy Metal Sanctuary" zwar nicht wie eine Rakete, aber doch mit Feuer. Für einen 16 Uhr-Gig war das genau die richtige Musik, ab und zu wären zwar High-Pitched Screams von Sänger Dave King das Sahnehäubchen gewesen, aber als die eingespielte Band ihren Klassiker "Burn This Town" am Ende des Sets in die Runde warf, fand das sehr guten und verdienten Zuspruch. Halt eine klassische und im positiven Sinn einfache Heavy Metal Band aus den tiefen Englands (Sunderland). [Heinz Konzett]

SINNER

Nach den Power/Thrashern HEXX, welche den Fans eine Oldschool-Show präsentierten, lag es an Mat Sinner, mit einer Klassiker-orientierten Special Show trotz optisch zeitgemäßer Präsentation bei den auf traditionell gepolten Metalfans zu punkten. Meiner Meinung nach paßten SINNER mit diesem Showcase recht gut in das Konzept des Keep It True-Festivals, gelten die frühen SINNER-Alben doch zu Recht zu den Klassikern des Teutonen-Hardrocks/Metals. Mit viel Spaß in den Backen nützte der Mainmann samt illustren Mitstreitern seine Möglichkeiten, den Poser in den Anwesenden zu wecken bzw. zu reaktivieren. Fast alle gespielten Songs erschienen vor kurzem auf der "Touch Of Sin 2"-Neueinspielung. Vielen war das Ganze dann doch ein wenig zu "cheesy", wie immer Geschmacksache. Manche meinten, dass der Auftritt wohl eher auf´s Bang Your Head-Festival gepaßt hätte. Die Amerikaner WARRIOR schaute sich Kollege Heinz an:



WARRIOR

WARRIOR haben es tatsächlich wieder einmal über den Teich geschafft. Ein Wermutstropfen im Vorfeld war, dass Parramore McCarty nicht am Mikro stand, sondern Sean Peck von CAGE. Der machte seine Sache aber wie erwartet souverän und hielt sich auch mit seinen "Painkiller"-Arien, wie bei "Death Dealer" übertrieben gezeigt, zurück. Die Jungs um Mastermind Joe Floyd wissen, wie eine gute Metal Show vonstatten geht. Fit an den Instrumenten, optisch in einer Art Military-Look und vor allem mit starken Songs. Alle vier Alben von WARRIOR sind zumindest gut, "Fighting For The Earth" ein US Metal Klassiker und "Ancient Future" bockstark. Der Sound passte auch in der schwierig zu spielenden Halle und drückte gut vorwärts. Eigentlich alles perfekt, oder? Der Funke wollte nicht so recht auf die Fans umschwenken, es wurde artig und durchaus laut geklatscht und mitgewippt, allerdings gab es kaum Enthusiasmus außer in den vordersten Reihen. Kein Vergleich zu der brodelnden Stimmung bei den grandios aufspielenden FLOTSAM & JETSAM oder zu der Gitarrenwucht von METAL CHURCH. Trotzdem eine sehr feine, tight gespielte Show, die am Schluss mit "Fighting For The Earth" einen echten Keep It True Hit vorzuweisen hatte. [Heinz Konzett]

FLOTSAM & JETSAM

Das ruhige Intro von "Doomsday For The Deceiver" kündete vom einem der fulminantesten Auftritte des gesamten Festivals. Viele hatten dem Auftritt der Thrash Metal-Legende entgegengefiebert, keiner wurde enttäuscht, als die "Doomsday"-Rufe schon beim Opener durch das Auditorium hallten. Versprochen wurde eine exklusive “No Place For The Deceiver”-Show, und die ließ die Augen der zahlreichen Thrasher wäßrig werden. FLOTSAM & JETSAM machten vor knallvoller Halle alles richtig, der Soundmann verfügte ebenfalls über ein gutes Händchen und auch Überstimme Erik A.K. hatte einen sehr guten Tag erwischt und sorgte mit seinem markanten Organ für Verzückung. An der Songauswahl gab es aufgrund der überirdisch guten Titel ausschließlich von den ersten beiden, zu Recht als Klassiker gefeierten Alben "Doomsday For The Deceiver" und "No Place For Disgrace" (zuletzt hier gewürdigt) ohnehin kaum zu meckern. Eine amtliche, rund 75minütige Show (inkl. dem in Deutschland gewagten "Der Führer"!) neigte sich dem Ende zu (für viele waren FLOTSAM & JETSAM auch der eigentliche Headliner des Freitags), die Arizona-Thrasher verließen als Triumphatoren die altehrwürdige KIT-Bühne, die Speichelproduktion für die im August in Vorarlberg anstehende Show war jedenfalls heftigst angeregt. Apropos Vorarlberg: Heinz wird euch vom Headliner JAG PANZER berichten, die am Vortag in Dornbirn im Rahmen einer Clubshow ihr Österreich-Debut ablieferte: Setlist: - Doomsday For The Deceiver - Dreams Of Death - Hard On You - Der Führer - Hammerhead - Iron Tears - Desecrator - Escape From Within - She Took An Axe - P.A.A.B. - No Place For Disgrace



JAG PANZER

Der Headliner hatte es anfangs schwer nach den grandiosen FLOTSAM & JETSAM. Die Leute waren in der sehr warmen Hallen ziemlich ausgepowert vom unglaublich tighten Speed Metal-Gewitter von Eric A.K. und seinen Bandmates. Zum Glück hatten die Colorado US Metal-Legenden aber den Sixstring-Meister Joey Tafolla an der Gitarre, der erstmals seit "Fourth Dimension" wieder mitspielte und auch die Setlist war überragend. Angefangen mit den frühen US Metal-Songs der Band von "Death Row" über die gesamte "Ample Destruction"-Scheibe bis zu Klassikern wie "Black" oder "Chain Of Command" – hier spielte der Metal-Himmel auf Erden. Harry "The Tyrant" Conklin bewies schon bei der Clubshow im Schlachthaus in Dornbirn am Vortag des Keep It True-Festivals, dass er einfach ein fantastischer Sänger ist, der alles auf den Punkt singen kann. Und die Band um Mark Briody war gut eingespielt nach den Shows in Griechenland und in Österreich. Als "Warfare" erklang, war auch das Publikum wieder da und shoutete begeistert mit. Ist ja auch ein Übersong. Und einmal im Leben "The Watching" zu hören (eigentlich nun zweimal, da in Dornbirn dieselbe Setlist am Start war), ist schon was Besonderes. Heavy Metal in Reinkultur bei jedem Song und als am Schluss des Gigs die Bandhymne "Chain Of Command" und eine powervolle Version des ACCEPT-Klassikers "Fast As A Shark" erklang, gab es im Rund der Halle kein Halten mehr. JAG PANZER haben gespielt und gesiegt. Dankeschön. [Heinz Konzett] Setlist: - Battle Zones - Death Row - When Metal Melts The Ice - Licensed To Kill - Warfare - Symphony Of Terror - Harder Than Steel - Generally Hostile - The Watching - Reign Of The Tyrants - Cardiac Arrest - The Crucifix - Shadow Thief - Black - Call Of The Wild - Future Shock - Tyranny --- - Chain Of Command - Fast As A Shark (ACCEPT Cover) Tag 1 des heurigen KEEP IT TRUE-Festivals fand mit dem ultratighten FLOTSAM & JETSAM-Gig und der tollen Show von JAG PANZER sein mehr als würdiges Ende...zum Livereport von Tag 2 geht´s HIER. Livepics (Thx!): Florian Hille und Michaela Schnell (WARRIOR) Weitere tolle Livepics sehr ihr auf den Facebookseiten von Florian und Michaela!


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