09.05.2014, PMK, Innsbruck

EAGLE TWIN

Text: Laichster
Veröffentlicht am 12.05.2014

Nachdem vergangene Woche die finnische Doom Legende KIMI KÄRKI (zum Livereport) mit seinem Soloprojekt in Innsbruck Halt machte, folgt eine Woche später das nächste Schmankerl für Liebhaber der schweren Weltuntergangsklänge. EAGLE TWIN geben sich die Ehre und werden von den Tirolern HELLMASTERS und BLACK LOTUS supported, welche die Zuschauer für den Headliner in passende Stimmung versetzen sollen. So begeben sich der Stormbringer Abgesandte und sein Compadre zum standesgemäßen Slow Motion - Headbangen in die Innsbrucker p.m.k. Pünktlich zum "Doors open" um 21:00 Uhr betritt man die Lokation um sich vom bedrohlich aussehenden, aber überaus freundlichen Barmann bewirtschaften zu lassen und seine sozialen Kontakte auch offline zu pflegen, bevor um 21:45 Uhr mit BLACK LOTUS der heutige Konzertabend eröffnet wird.

BLACK LOTUS:
Vintage Rock steht momentan hoch im Kurs, man denke nur an die Erfolge die Bands wie KADAVAR oder SCORPION CHILD in letzter Zeit verbuchen konnten und so wurde es an der Zeit, dass auch Tirol endlich eine lokale Band dieses Genres vorweisen kann.

BLACK LOTUS legen auch gleich mächtig vor, der Fünfer mit Frontfrau an den Vocals spielt soliden Stoner Sound der von der ersten Minute an begeistert. Bassgetragene Songs, schwere Riffs und ein präziser Schlagzeuger bilden das Fundament für die ausgezeichnete Stimmlage der Vokalistin. Von langsamen Nummern bis zu speedigen Brechern wird eine breite Palette geboten, die Lust auf mehr macht. Die musikalischen Vorbilder der Band können nicht verleugnet werden, hört man doch Anleihen zu BLACK SABBATH und anderen Vorkämpfern des Genres, jedoch geht nie die Eigenständigkeit des Sounds verloren. Nach 30 Minuten ist Schluss und hier steht eine neue Innsbrucker Kombo auf den Brettern von der man hofft noch mehr zu hören und zu sehen.

HELLMASTERS:
Weiter geht es mit den, aus der Metal Hochburg Landeck stammenden HELLMASTERS, welche eine Kombination aus Stoner und Rotz Rock anbieten. Die Songs entwickeln einen groovigen Sound, wobei gerade das basslastige "Devils Bike" hervorsticht und zum abschädeln animiert. Hervorzuheben sei noch die kurze Rap Einlage beim Song "Tagadidldi", welche beweist dass Crossover Einlagen nicht immer schlecht sein müssen, sondern einem Song einen genialen Touch verpassen können.

Die Band zeigt sich derweilen spielfreudig und werkt enthusiastisch an ihren Instrumenten und dass Bühnenoutfit in Form von Strohhut und schwarzer Sonnenbrille des Fronters komplettiert das stimmige Gesamtbild. "Killing Machine" drückt noch einmal ordentlich in die Gehörgänge und mit "Shot you Down" endet das gut 45 Minuten Set und mit dem Gefühl gerade einem Dodge Charger nach einem cool gecruisten Trip über den Highway entstiegen zu sein, macht man sich auf den Weg zur Bar.

Setlist:
1. Darkness
2. Tagadidldi
3. Just for me
4. Turbo
5. Gimme Peace
6. Devils Bike
7. Pfu 01
8. Killing Machine
9. Not
10. Shoot you down

EAGLE TWIN:
Beim erstmaligen Konsumieren des letzten Longplayers "The Feather Tripped the Serpent´s Scale" der Adlerbrüder wollte man es nicht glauben, dass hier nur Gitarrist Gentry Densley und Drummer Tyler Smith zu zweit einen solch mächtigen Sound generieren können. Man ist skeptisch ob es den beiden Musiker aus Salt Lake City möglich ist ihre Werke mit der gleichen brachialen Kraft live umzusetzen wie auf Platte. Dementsprechend hoch ist die Befürchtung von der nun folgenden Performance entäuscht zu werden, jedoch sollten im folgenden alle Zweifel an den Livequalitäten von EAGLE TWIN zerschmettert werden!

23:15 Uhr und die zwei Jünger des Dooms betreten die Bühne, spielen ohne große Ansage drauf los und schon nach den ersten Minuten walzt sich eine Schicht aus zähflüssiger, alles verbrennender Lava durch die p.m.k. Brecher wie die 15 minütige "Crow Hymn" werden in einer Intensität dargeboten, dass man hofft der Abend würde noch lange andauern. Gitarristen Gentry Densley bei der Arbeit zuzusehen entfaltet sich zu einer reinen Faszination, dieser Virtuose stimmt seine Gitarre neu und baut sein Equipment um, während Drummer Smith auf seinem Ludwig Drum Kit die schwersten Drum - Klänge heraufbeschwört die mir je zu Ohren gekommen sind. Gespielt wird ohne Unterbrechung zwischen den Songs und dieser Umstand verstärkt die Intensität des Auftritts enorm, man fühlt sich als Zuhörer wie gefangen zwischen den nahezu am unteren Ende der Geschwindigkeitskala stehenden alles zerstörenden Riffs und den schnelleren durch den enormen Drum - Sound manifestierten Parts der Songs. Die Live Qualität der Band kann nach 90 Minuten purer Energie nicht mehr bestritten werden und als würdiger Abschluss des Sets wird das großartige "Carry on, King of Carrior" vom "The Unkindness of Crows" Album dargeboten.

Beim Verlassen der Location, kommen ich und mein Begleiter einheitlich zur Meinung eine der besten Doom Shows unserer bisherigen Metalerkarriere gesehen zu haben und die Klangstruktur von EAGLE TWIN hat sich dermaßen gekonnt in meine Gehörgänge gehämmert, dass mein Tinitus am nächsten Tag klingt als würde er versuchen den Sound des Vorabends imitieren. Thx für die Pics an Jogl Junior II !


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