26.05.2014, KuFa (Kulturfabrik)

MAGNUM + SERENITY

Veröffentlicht am 30.05.2014

Durchwachsen die Wetterlage an diesem Montagabend, draußen kühl und feucht, drinnen warm und stickig. Die Anfahrt aus dem Salzkammergut zweimal beinahe gestoppt durch eine von einer Mure verschüttete Straße und eine halb unter Wasser stehende Autobahn, ging sich letztendlich doch noch eine Berichterstattung von dem Auftritt der Rock-Legenden MAGNUM in der KuFa Kufstein aus. Den Supportact gaben an diesem Abend die aus dem heiligen Land Tirol stammenden SERENITY, die vor nicht allzu langer Zeit von ihrer "War Of Ages"-Tour zurückgekehrt waren.

Letztere ließen es sich nicht nehmen den Auftritt auf heimatlichen Boden auch mit einer im Vergleich zur Tour etwas veränderten Setlist gebührend zu honorieren - überraschenderweise fand sich darauf bis auf "Fairytales" (welches in einer Neuaufnahme auf der aktuelle Scheibe "War Of Ages" enthalten ist, jedoch bereits 2008 veröffentlicht wurde) ausschließlich Songs der ersten drei Alben. Als aufrechter Fan der Tiroler hatte man damit natürlich kein Problem - einzig für weniger Eingeweihte dürfte es ein wenig schwierig gewesen sein die Setlist zu lesen, in der nebst kreativen Songtiteln wie "Coldness Grills", "Gelatum", "Fairy-Gays" und "The Gabalier" (!!!) auch, den modernen Zeiten geschuldet, Hashtags aufschienen. Der einzige Wermutstropfen an diesem Abend war das Publikum - eine typische "Monday-Crowd", die nur zäh in Schwung kam. So mussten SERENITY ihre Show vor ziemlich lichten Reihen zocken, die zwar artig Applaus spendeten, aber teilweise nicht so wirklich zum Mitmachen zu animieren waren, was aber nicht alleine an dem etwas leise eingestellten Mikrofon liegen konnte. Doch die Mannen rund um Fronter Georg ließen sich davon in ihrer Spielfreude kein Bißchen beeinflussen, und gaben richtig Gas. Wie immer griff Georg dabei gekonnt die Publikums-Zwischenrufe auf, und machte auch von der Bühne herunter seine Späßchen mit einigen extra aus Belgien angereisten Fans. Ein übriges zu der locker-entspannten Atmosphäre taten die Gäste des Abends: Sängerin Natasha, die "Fairytales" und "The Chevalier" mit ihrem Gesang unterstützte - nur dabei leider relativ leise und schlecht gemischt aus den Boxen kam, sowie MIDRIFF-Gitarrist Joshua Lentner, der bei "Journey's End" an der Akustikgitarre mitwirkte. Ebenfalls wieder mit auf der Bühne Ex-Keyboarder Mario Hirzinger, der es sich - wie bei jeder sich ihm zeitlich bietenden Gelegenheit - nicht nehmen ließ mal wieder als Ersatzkeyboarder das Konzert mit seinen Freunden zu bestreiten. Erst gegen Ende des Gigs von SERENITY tröpfelten mehr und mehr Besucher in die Halle, doch voll wurde es an diesem Abend nicht wirklich. Dennoch konnten SERENITY nach der Zugabe "Forever" im wohlverdienten Jubel baden - auch wenn sie sich weitaus mehr Publikum verdient hätten! Liebe Tiroler - das geht doch besser...



Setlist:

- Rust Of Coming Ages - Coldness Kills - Velatum - Fairytales - Journey's End - Reduced To Nothingness - The Chevalier - Heavenly Mission - Forever / Fan-Modus on / Persönlichen Dank an Georg und Mario die ich seit Jahren damit genervt habe endlich einmal "Forever" live hören zu wollen (zuletzt in München) - nachdem das aus verschiedensten Gründen seit 7 (!!!) Jahren nicht geklappt hat, kann ich jetzt zu guter letzt glücklich sterben. / Fan-Modus off / P.S.: Mario, ich hoffe du hast kein Trauma von mir, weil ich dich immer geschimpft habe!

Nach dem energiegeladenen Auftritt der österreichischen Symphonic-Metaller war dann die Reihe an den englischen Rocklegenden von MAGNUM. Mit Pausen seit mehr als 40 Jahren aktiv, versammelten sich an diesem Abend wohl mehr als 200 Jahre Erfahrung auf der Bühne. Diese ungefähre Anzahl fand sich auch im Publikum wieder - mehr als 200 Nasen dürften es an diesem Abend nicht gewesen sein, die zu den keyboardlastigen AOR-Klängen bereit waren abzufeiern. Das taten dann aber auch alle auf ihre eigene Weise - während in den vorderen Reihen fleißig mitgeklatscht wurde, regierten in der Mitte eher die stillen Genießer, die mit seligem Lächeln im Gesicht und dem wohlverdienten Feierabendbier in der Hand den Auftritt verfolgten. Die Könige der schrägen Moves hielten sich im hinteren Bereich der Halle auf, wo fleißig getanzt wurde - mit mal mehr und mal weniger Eleganz. MAGNUM, die in ihrer langen Karriere von stürmischen Lineup-Umbrüchen verschont blieben, präsentierten sich als perfekt eingespielte Einheit, bei der jeder Ton punktgenau saß. Dass die naturgemäß nicht mehr taufrischen Musiker nicht gerade zu ausschweifendem Stageacting neigen dürfte bekannt sein, lediglich der körperlich kleine aber stimmlich große Fronter Bob Catley ließ von Anfang an seinen markanten Armbewegungen freien Lauf, und hüpfte zwischendurch schon einmal über die Bühne. Mit "Live 'Til You Die" von aktuellen Album "Escape From The Shadow Garden" starteten MAGNUM in ihr 14 Songs starkes Set, gefolgt von einer Viererpackung neuerer Songs aus dem dritten Jahrtausend. Aufgelockert durch zwei weitere Titel der aktuellen Veröffentlichung, die leider nur spärlichen Publikumsreaktionen einfuhren, arbeiteten sich die fünf Engländer sodann quasi zurück in ihrer Diskografie, und bliesen dem Publikum beispielsweise "How Far Jerusalem" und "All England's Eyes" in deutlich rockigerer Version ins Gesicht. Zu den Klassikern "Vigilante" und "Kingdom Of Madness", die das Ende des regulären Sets bekundeten, ließ sich das trotz allem ein wenig schaumgebremste Montagspublikum nicht lumpen und sang ordentlich mit. Als Zugabe gab es sodann noch zwei Songs des '82er-Albums "Chase The Dragon" auf die Ohren - mit "The Spirit" und "Sacred Hour" erfuhr der solide Gig von MAGNUM einen würdigen Abschluss, der auch von den Zuschauern entsprechend gewürdigt wurde.



Setlist:

(ohne Gewähr) - Live 'Til You Die - Black Skies - Freedom Day - Dance of the Black Tattoo - Blood Red Laughter - Unwritten Sacrifice - How Far Jerusalem - Les Morts Dansant - Falling for the Big Plan - All England's Eyes - Vigilante - Kingdom of Madness - The Spirit - Sacred Hour Konzerte zum Wochenbeginn sind schon beinahe traditionell eine etwas durchwachsene Sache, so erging es auch MAGNUM bei ihrem Gastspiel in der KuFa in Kufstein entsprechend. Wiewohl das Umfeld an diesem Abend als geradezu ideal erachtet werden konnte, ist eine nicht einmal halb volle Halle und ein bis auf die vorderen Reihen größtenteils wenig euphorisches Publikum ist nicht unbedingt das was man sich als Musiker auf der Bühne so vorstellt. Mit einer der Gründe warum der Markt für klassischen Rock in Österreich zusehends kleiner und kleiner wird...


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